
Soundcheck August 2026# 13
Galerie mit 22 Bildern: Kris Barras – Rockharz Open Air 2023


Wer sich in den 90ern mit Erache Records beschäftige, hatte Sachen von CARCASS, BOLT THROWER oder NAPALM DEATH in den Händen. 2026 sind bei Erache Records Namen wie die KRIS BARRAS BAND unter Vertrag. Weiterhin gehören zum aktuellen Rooster die MASSIVE WAGONS oder THE TEMPERANCE MOVEMENT. Die Bands werden in der Regel im Metal unbekannt sein. Es sind alles englische Rockbands, die eine Gemeinsamkeit haben. Sie liefern modernen und austauschbaren Rock, der auf die Radiocharts oder einen Platz auf dem Rock Am Ring Festival schielt. Die KRIS BARRAS BAND und „Monsters We Made“ macht bei diesem Ansatz keine Ausnahme.
„Monsters We Made“ schielt in Richtung Rock Am Ring
Die früheren Werke von der KRIS BARRAS BAND, wie zum Beispiel „Death Valley Paradise“ oder auch noch der direkte 2024er Vorgänger „Halo Effect“ sind weit mehr im klassischen Rock beheimatet als die neue Veröffentlichung. Der Bandchef und Namensgeber sagt selbst, dass Mitsing-Refrains, große Riffs und große Soli das Ziel sind, die Menschenmengen begeistern. Einfach ausgedrückt sucht die KRIS BARRAS BAND nach dem kommerziellen Erfolg um jeden Preis. Es gibt kaum eine eigene Bandidentität und der gesamte Output wirkt wie auf dem Reißbrett zusammengebastelt.
Das geht mit dem Titelrack „Monsters We Made“ los, wo die Hörerschaft mit der typischen Mixtur aus elektronischen Elementen mit unterlegten Gitarren beglückt wird. Alles ist wunderschön glattgebügelt, damit sich niemand an einer Ecke oder Kante stößt.
Abwechselung? Fehlanzeige! Die Rezeptur ist immer ähnlich, nur das Tempo variiert. Sonst regieren Strophe und Refrain und das Konzept kann ein Platz auf der Nebenbühne beim Rock Am Ring 2027 um 12 Uhr einbringen. Die Stücke laufen durch, ohne dass auch nur ansatzweise etwas im Ohr hängenbleibt. Viel zu gleichförmig präsentiert sich die KRIS BARRAS BAND anno 2026.
Die KRIS BARRAS BAND passt zum aktuellen Erache-Konzept
Kommerziell orientierte Rockmusik ist nicht verboten und auf den schnellen Erfolg zu schielen ebenfalls nicht. Was schade ist, dass hier der Name Erache Records auf dem Tonträger steht. Das Label stand viele Jahre für innovative und extreme Musik. Der Fokus 2026 liegt auf einer anderen musikalischen Ausrichtung, sodass die KRIS BARRAS BAND mit Einheitsbrei wie dem Track „Unspoken“ aus den Boxen tönt. Positiv fällt die druckvolle Produktion der Stücke auf und auch das finale Mastering ist kompetent umgesetzt. Mit einem variableren und eigenständigeren Songwriting wäre für Kris Barras und Co. weit mehr möglich.
Wer auf die Webpage des Labels schaut, findet die früheren Großtaten zum Download. „Slaughter Of The Soul“ von AT THE GATES gehört auch dazu, so komisch es sich beim Genuss der neuen Platte von der KRIS BARRAS BAND anfühlt.

Jürgen Fenske






























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