Gorod - The Ember Gone

Review

Soundcheck August 2026# 3

Mit ihrer eigentlichen Gründung als GORGASM im Jahr 1997, zählen GOROD zu den dienstältesten Technical-Death-Metal-Bands unserer französischen Nachbarn, die das Erstarken des Genres zu Beginn der Zweitausender mitgemacht haben, sowie dessen Rutsch in die Belanglosigkeit im Anschluss – das gilt insbesondere für die etwas feinfühligere Variante im Stile von CYNIC oder AUGURY. Vor allem in den letzten zehn Jahren profitierte die Band von einem bemerkenswert konstanten Line-Up, sodass man den eigenen Sound im Detail stetig verschärfen konnte. Mit „The Ember Gone“ scheint das Quintett schon längst nicht mehr auf der Suche nach dem ureigenen Klang, denn weiterhin nach einer stabilen Labelheimat, um ebendiesen passend zu vermarkten.

Ureigener Klang weiter verfeinert

Unter dem Dach der eigentlich eher auf Booking spezialisierten Base Productions gehen GOROD weiter logische Schritte nach vorne, weiter weg vom plakativen Instrumentalgeflatter, hin zu verschachtelten Progressive-Death-Metal-Strukturen mit einer modernen Ausrichtung. Was Mathieu Pascal und Nicolas Alberny aus ihren Gitarren, häufig stakkatoartig, hinaustragen, hat durchaus Hand und Fuß, auch wenn die Arrangements immer wieder jazzigen Charakter offenbaren („Regret“), um dann wieder zu einem repetitiven Muster zurückzukehren.

Dabei bemühen sich GOROD hörbar, „The Ember Gone“ mehr Seele und Emotion zu verleihen, als im technischen Extreme-Metal häufig ankommen mögen. So läutet mit „Crimson“ etwa ein düsterkaltes Instrumental den Endspurt des Albums ein. Des Weiteren wechselt Julien Deyres zwischenzeitlich vermehrt in den Klargesang, um der Platte auch von ihrer Wirkung her betrachtet ein vielschichtigeres Gesicht zu verleihen. So entführt die Truppe aus Bordeaux tatsächlich phasenweise in schwebende Sphären, kann aber die Spannungskurve durch die nach wie vor sehr verspielte Ausrichtung nicht konstant hoch halten.

Weiter weg vom Death Metal

GOROD haben noch nie einen wirklichen Hehl daraus gemacht, in ihrer Grundausrichtung mit einem sehr modernen Bild zu kokettieren. Dieses Konzept führt auch das achte Album der Band erneut tiefer in die entsprechende Materie und kann damit sicherlich inzwischen auch Gönner jenseits des Death Metal gewinnen. Dafür verwässern die Südfranzosen Letzteren eben schon recht stark.

19.08.2026

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1 Kommentar zu Gorod - The Ember Gone

  1. destrukt. sagt:

    Gorod sind für mich zweifelsfrei eine der besten 3 Bands der letzten 20 Jahre in ihrer Nische, die ausschließlich herausragende Alben veröffentlicht haben. Aber gleichermaßen gibts auch keine Band, die ich so unterbewertet finde (vllt früher Anata)… vllt zu verkopft und zu wenig brutal für die Deather, aber für die Proggies dann doch wieder zu deathig… keine Ahnung, aber zuviel Praise haben die Franzosen nie abbekommen. Richtig ist, dass der Death Metal Anteil reduziert ist, allerdings kann ich nicht behaupten, dass es sich unnatürlich anfühlt, weil wenn man sich „The Ember Gone“ mal anhört und danach durch die Vorgänger zappt, stellt man fest, dass es sich immer vertraut anhört und die ein oder andere Passage auch so auf nem Vorgänger oder umgekehrt sein könnte. Was aber bestehen bleibt, ist die Tatsache, dass Gorod das, was sie machen, herausragend machen. Selbst diese Cleans von Julien sind unglaublich charmant und transportieren die Emotion besser, als es vllt ein „Ausnahmesänger“ könnte.
    Und Songs wie „Forgiveness“, „Regret“, „Ignite“ oder „Devise“ sind einfach Hits. Wer extremen progressive Metal mag und Opeth, Rivers Of Nihil oder Fallujah super findet, aber aus unerklärlichen Gründen Gorod noch nicht auf der Landkarte hatte, sollte das hiermit schleunigst ändern.

    9/10