
Left To Die
Breathe The Spirit
Interview
Terry Butler ist ein Urgestein der Florida-Death-Metal-Szene und als Bassist ebenfalls in das DEATH-Hommage-Projekt LEFT TO DIE eingebunden. Mit „Initium Mortis“ hat das Kollektiv aus Matt Harvey, Gus Rios, Rick Rozz und eben Butler die ersten Demos von DEATH, repräsentative MANTAS, neu eingespielt und diesen damit ein absolutes Killer-Gerüst verpasst, das jeden Zweifler überzeugen dürfte. Dass ein Gespräch mit dem 58-Jährigen weit über den Rahmen dieses Projektes hinausführt, dürfte selbsterklärend sein.
Terry, lass uns direkt auf die Entstehungsgeschichte von „Initium Mortis“ zu sprechen kommen. Ich gehe davon aus, ihr habt darüber gesprochen, ob man den frühen DEATH- und MANTAS-Demos einfach eine neue Überarbeitung verpasst oder das Material neu aufnimmt.
Als wir im letzten Jahr auf Tour waren, ist uns aufgefallen, dass sehr viele junge Menschen unsere Shows besuchten und wir stellten uns die Frage, ob sie denn jemals die Demos gehört haben könnten. Möglicherweise war das eben nicht der Fall, denn du musst schon in Youtube graben, obwohl es einige sehr coole Riffs auf diesen Demos gibt, die es schließlich auch auf spätere DEATH-Songs geschafft haben. Dann hat Matt gesagt, wir sollten diese alten Stücke nochmal neu aufnehmen, um ihnen einerseits neues Leben einzuhauchen und andererseits ebendiesen Leuten vorzustellen, die das Material nicht kennen, anstatt neue Songs zu schreiben.
Matt hat ja auch mit GRUESOME schon eine Band, mit der er praktisch DEATH-Songs schreibt.
Ja richtig, mit GRUESOME rollt er die DEATH-Geschichte nochmal von hinten auf, indem er neue Songs in ähnlichem Gewand schreibt, während wir mit LEFT TO DIE zeigen wollten, wie alles wirklich begann. Deshalb heißt das Album auch folgerichtig „Initium Mortis„. Du musst wissen, Matt ist ein unfassbarer Fan. Als er 14 Jahre alt war, hat er in seinem Jugendzimmer schon Riffs von „Scream Bloody Gore“ gespielt. Rick war selbst dabei und hat einige dieser Riffs selbst beigesteuert. Somit haben wir erste Tonspuren jeweils zuhause aufgenommen und ich finde der Mix ist wirklich hervorragend geworden. Ich denke, wir haben den Nagel auf den Kopf getroffen.
Ich finde es unglaublich, welchen Druck ihr dem Material nachträglich noch verleihen konntet. Das wird bei den Kids, denen ihr die Songs vorstellen wollt, definitiv gut ankommen.
Ja, wir werden zunächst eine Europa- und dann eine Nordamerika-Tour spielen, bei der jeweils fünf oder sechs Songs von „Initium Mortis“ im Set sein werden.
„Atme einfach den Spirit von 1984/85“
Ich gehe davon aus, dass du die betroffenen Demos noch im Original besitzt?
Ja, ich habe mein erstes MANTAS-Demo von Chuck persönlich im Jahr 1984 in einem Club hier in Tampa gekauft. Es war eine NASTY SAVAGE Show und er ist herumgelaufen und hat Demos verkauft. Da sprach sich schnell herum, dass man zuschlagen sollte, es sei ein Killer. Da habe ich dann auch erstmals kurz mit ihm gesprochen, noch Jahre bevor ich dann in der Band sein sollte.
Chuck Schuldiner war ja Zeit seines Lebens eigentlich als sehr progressiv denkende Person bekannt. Was denkst du hätte er zu der aktuellen Welle im DEATH-Kosmos aus unzähligen Bands, die keinen Hehl aus ihren absoluten Vorbildern machen, gesagt?
Ich wäre jedenfalls stolz, und ich glaube er wäre es auch. Ich finde das eigentlich auch immer noch recht bescheiden, denn man sollte sich einmal vor Augen führen, dass Musik, die man vor etwa vierzig Jahren geschrieben hat, immer noch so relevant ist und heutzutage einen gewissen Legendenstatus hat. Ich denke darauf wäre er schon sehr stolz.
Als LEFT TO DIE habt ihr euch doch eigentlich zunächst als reine Bühnenband gegründet, richtig?
Das Ganze ist eigentlich vor drei Jahren etwa entstanden, als ein Geschäftsmann hier aus der Gegend die Veranstaltungsreihe „Living Monstrosity“ durchgeführt hatte. Er kontaktierte James Murphy und wir spielten „Spirtual Healing“ komplett sowie ein paar weitere DEATH-Songs. Das waren ausverkaufte Shows, zu denen Menschen von sehr weit her angereist kamen. Ein paar Wochen später postete Rick, ob die Leute Lust hätten, „Leprosy“ in aller Gänze zu hören und die Reaktionen waren erneut großartig. Dann haben wir uns dafür zusammengetan und direkt im Anschluss Tourangebote für die USA und Europa erhalten. Es war jeweils ein voller Erfolg. Matt kehrt seinen inneren Chuck immer mehr nach außen und auch wir anderen machen unsere Sache sehr gut, wie ich finde. Komm‘ zu einer Show, nimm‘ dir ein Bier und atme einfach den Spirit von 1984/85 – das ist genau das, was wir wollen.
Es gab nicht wenige Stimmen, die euch eine recht kurze Halbwertszeit als Band gegeben haben, nicht allein aufgrund des durchaus bemerkenswerten Charaktermixes innerhalb der Truppe. Wie ist die Stimmung bei euch?
Die Stimmung ist sehr gut. Matt und Gus sind unfassbare DEATH-Fans und sehr respektvolle, professionelle Typen. Mit Rick habe ich dieser Tage auch ein wirklich gutes Verhältnis, wir kommen gut miteinander aus. Keine Frage, es ist ein Business, aber wir machen das vorwiegend um Spaß zu haben und den haben wir.
Damals war ja mit DEATH und den entsprechenden Liveshows, insbesondere in Europa, ziemlich der Wurm drin. Konntet ihr eigentlich jemals wirklich so auftreten, wie ihr euch das im Vorfeld vorgestellt hattet?
Die Situation war für Europa einfach fürchterlich. Wir hatten die Tour für „Leprosy“ geplant und sie wurde gecancelt. In den USA ist es eigentlich ganz ordentlich gelaufen, wir spielten Touren für „Scream Bloody Gore“, „Leprosy“ und „Spiritual Healing“, während es immer schwierig war, nach Europa zu kommen. Zum Glück ist es vor Chucks Tod im Anschluss noch ein paar Male gelungen, rüberzukommen. Das ist aber auch das Besondere an unseren Songs, denn vielen Menschen, gerade in Europa, ist es 1988/89 nicht gelungen, diese Tracks Live zu sehen. LEFT TO DIE bringt sie diesem Erlebnis so nah wie nur möglich.
Galerie mit 10 Bildern: Left To Die - Party.San Metal Open Air 2024

Mehr zu Left To Die
| Band | |
|---|---|
| Stile | Old School Death Metal |
Interessante Alben finden
Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38628 Reviews und lass Dich inspirieren!
Left To Die auf Tour
| 08.09.26 | Left To Die - Summer Tour 2026livlos und Left To DieTurm, Halle |
| 08.10.26 | Left To Die - Summer Tour 2026livlos und Left To DieStadttheater Aschaffenburg, Aschaffenburg |
| 08.11.26 | Left To Die - Summer Tour 2026livlos und Left To DieTurock, Essen |
| Alle Konzerte von Left To Die anzeigen » | |
Patrick Olbrich



















Kommentare
Sag Deine Meinung!