Dymna Lotva - Vraj

Review

Galerie mit 33 Bildern: Dymna Lotva - Prophecy Fest 2024

DYMNA LOTVA gehören zu einer festen Instanz, wenn es darum geht, Menschen mit ihrer Musik in den Bann zu ziehen. Das funktioniert bei der belarusischen Band auf praktisch allen Ebenen. Sei es die Bühnenpräsenz (insbesondere getragen durch Frontfrau Nokt Aeon) mit deutlichen Anleihen zur verzweifelten Melancholie oder das atmosphärisch dichte Songwriting, das mehr als Post Black Metal oder DSBM beinhaltet.

„Vyraj“ ist ein emanzipiertes Exil-Album

Nun inszenieren sich DYMNA LOTVA mitnichten als eine Märtyrer-Band, obwohl sie bekanntlich ihr Heimatland verlassen mussten und inzwischen Fuß im benachbarten Polen gefasst haben. Im Gegenteil: Mit „Vyraj“ wagen die Musiker:innen einen Schritt in eine progressive Richtung, die sich mehr und mehr folkloristischer Elemente und häufigen Clean-Vocals bedient.

Dabei beginnt das Album mit „Zory“ noch mit schweißtreibendem Black Metal, der in der Songmitte von opernhaftem Sirenen-Gesang flankiert wird. Spätestens mit „The Boat Of Despair“ ist klar, dass DYMNA LOTVA sich auch auf ihrem vierten Longplayer noch in der Entwicklungsphase befinden und wir werden von einem krautrockigen und elektronischen (!) Auftakt begrüßt.

DYMNA LOTVA und der lange Marsch

„Vyraj“ ist ein mythischer Ort, an dem die Seelen Verstorbener ihre letzte Ruhestätte finden. Für DYMNA LOTVA ist es eine Befreiung. Mutigen Schrittes entfernen sich die Songs immer weiter von reiner Wut und Trauer und verbinden Melodien mit Genres und technischer Finesse. Die Band sollte man auf dem Zettel haben, auch wenn „Vyraj“ in der Gesamtbetrachtung an manchen Stellen vielleicht noch zu unausgegoren und ambitioniert klingen mag.

11.08.2026

Left Hand Path

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