Carnal Decay
Interview mit Isabelle Iten zu "Chopping Off The Head"

Interview

Die Schweizer CARNAL DECAY machen auf ihrem Album „Chopping Off The Head“ eine gute Figur in Sachen Death Metal. Eine Besonderheit des flotten Dreiers ist, dass eine Frau in ihren Reihen musiziert, und zwar an der Klampfe! Grund genug, Isabelle Iten zu Wort kommen zu lassen…

Carnal Decay

Ein metallisches Grüezi in die Schweiz!
Ihr habt mit „Chopping Off The Head“ bereits euer zweites Album am Start, und ihr zockt zünftigen Death Metal mit Hang zum brutalen. Bist du einverstanden, wenn man euch in die Brutal-Death-Metal-Ecke steckt oder lehnst du, bzw. ihr diese Festlegung ab?

Ne, das ist schon ok so! Vor allem wegen der „Ecke“… Ob unser Sound nun als Death Metal, Brutal Death oder Deathcore bezeichnet wird: Schlussendlich ist unser Sound eine Mischung aus den musikalischen Vorlieben von uns allen und somit – zum Glück – recht abwechslungsreich.

CARNAL DECAY dürften noch nicht so vielen Leuten ein Begriff sein, deshalb kommst du wohl leider nicht drum herum, ein paar Worte zur Band zu verlieren. Spannend ist dabei, dass ihr keinen Axeman, sondern mit dir eine Axewoman in euren Reihen habt. Erzähl auch mal bitte, wie es dazu kam…

Ich kam 2002 zur Band dazu, die Jungs haben sich 2001 zu CARNAL DECAY formatiert. Vorher spielte ich in einer Thrash-, dann in einer Punkrockband. Weil es nicht mehr so mein Sound war, wollte ich da aussteigen. Als ich auf einem Spaziergang an einer alten Fabrikhalle vorbei kam, hörte ich eine Band proben. Ich bin spontan mal rein und hab die Jungs kennen gelernt. Kurz darauf hatte ich mein Abschiedskonzert mit meiner alten Band und die Carnies waren auch dort. Michael Kern (Sänger und Bassist) fragte mich, ob ich nicht bei Ihnen die zweite Gitarre machen will, damals spielte ja noch Gabriel Recher an der Klampfe. Und obwohl ich mich drauf eingestellt hatte, mal eine Zeit für mich selber zu spielen, passte es von den Leuten und dem Sound so gut, dass ich zusagte. Was ich dann alles üben musste war aber kein Spaziergang mehr… . Ja, und ein Jahr später kam Reto Ehrler als Ersatz für Sandro Lattmann (jetzt bei INCREDI-BALLZ), 2004 stieg Gabriel Recher aus. In dieser Besetzung, zu dritt, spielen wir also seit vier Jahren, wobei uns für einige Shows und eine Europatour im Jahr 2007 René Barthoulot (CROPMENT) am Gesang unterstützte. Da CROPMENT aber auch ziemlich viele Gigs spielen, liessen sich für René zwei Bands zeitlich nicht mehr vereinbaren. Also sind wir wieder die Drei lustigen, Michael Kern, Reto Ehrler und ich. Nur zu dritt zu sein hat sowieso viele Vorteile, vor allem im Tourbus, da kann man sich schön ausbreiten.

Glotzen euch die Leute auf den Gigs manchmal komisch an, wenn derartige Brutalo Deather mit einer weiblich besetzten Gitarrenfraktion die Bühne entert? Wie sind die allgemeinen Reaktionen auf dich?

Zuerst wird schon mal etwas ungläubig geguckt. Bis ich auf der Bühne stehe meinen eh die meisten, ich sei bloß die Freundin von einem aus der Band und helfe denen das Equipment zu schleppen…
Die lustigste Reaktion war von einem Typ in Mexico, der nach der Show zu mir sagte: „You’re a beautiful guitar!“

Kommen wir zu „Chopping Off The Head“. Der Titel sagt eigentlich alles: Schnipp-schnapp, Rübe ab! Ich möchte an dieser Stelle mal nicht die üblichen Fragen zum Warum und Wieso stellen, sondern etwas provokant fragen: Wer soll sich für CARNAL DECAY interessieren? Welche Zielgruppe sprecht ihr an und was soll oder muss das Album im Hörer auslösen, damit es funktioniert?

In erster Linie wollen wir Spass, und das sollen auch die Hörer an unserer Musik haben. Wir sprechen Leute an, die abwechslungsreichen Death Metal mögen, groovige Passagen, Einflüsse von Hardcore und lustig-makabere Texte.

Habt ihr Vorbilder oder bestimmte Einflüsse? Was hat euch dazu getrieben, gerade diese, doch recht extreme Form des Death Metals zu spielen?

Ich finde, im Death Metal kann man sich, was Riffs und Song-Strukturen anbelangt, ziemlich austoben; das Songwriting macht enorm Spass. Man kann die abstraktesten Melodien – oder nennen wir es eher Tonabfolgen als Melodien – in coole, rhythmische Riffs verwandeln. Man kann in einem Song mit den verschiedensten Takten und Stilen abwechseln. Die Kunst ist wohl, diese Freiheit, die man hat, nicht ins Uferlose zu zelebrieren, sonst wird’s für den Hörer ziemlich anstrengend. Eine gewisse Struktur muss ein Song für mich dann doch noch haben.

Wie schaut es denn aus mit der Metal-Szene in der Schweiz? Geht da bei euch was oder kommt der Nachschub an guten, frischen Bands nicht so richtig aus der Hüfte?
Wenn ich spontan mal so drüber nachdenke, fallen mir kaum Bands ein, die nachrücken oder sich mittlerweile einen Namen erspielt haben. Ich spreche natürlich nicht von etablierten Nummern wie SAMAEL…

Da gibt’s aber schon einige, allen voran REQUIEM, welche mit ihrem Sound sehr erfolgreich sind und schon mit grossen Bands wie VADER und VITAL REMAINS getourt haben. Eine geile Deathcoreband hat die Schweizer Metalszene mit CENSORED aus Zürich. Guter Grind kommt von MUMAKIL aus Genf, die konnten kürzlich einen Relapse-Deal an Land ziehen. Du siehst, es lohnt sich die Schweizer Underground-Szene mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ihr wart kürzlich in Mexico, wie ich eurer MySpace-Seite entnehmen kann. Was hat euch nach Mittelamerika geführt? Wart ihr als Support für einen größeren Act dabei?

Wir waren mit ROTTENNESS, NOTHINGNESS (MX), SKINNED, COVENANCE und ETERNAL RUIN (alle US) unterwegs. ROTTENNESS haben wir 2007 auf der Europatour mit PROPHECY kennengelernt und wir hatten viel Spass und noch mehr Tequilas mit den Mexikanern… So haben sie uns dann zu sich nach Mexiko eingeladen.

Habt ihr in den Staaten, bzw. in Nordamerika einen besseren Status als hier in Europa oder habt ihr dort noch gar keinen Deal?

Wir haben einen weltweiten Deal mit Fastbeast aus der Schweiz und durch die Trades mit anderen Labels wird unsere CD in vielen Ländern vertrieben.

Wie sieht es mit Gigs in Deutschland aus? Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr live amtlich abräumt… Gibt es Pläne, deutsche Bühnen zu zerlegen?

Wir sind immer gerne in Deutschland, wir haben z.B. schon auf dem Insane Insanity gespielt, am NRW- und am Ludwigshafen Deathfest, und verschiedene kleinere Shows. Doch zu zerlegen ist immer gut, also wenn du was organisieren kannst, wir sind gerne dabei!

Wenn ihr euch, bzw. du dir eine Band aussuchen könntet, für die ihr als Support eröffnen dürft, auf wen würde die (freie) Wahl fallen? Wer passt am Besten zu CARNAL DECAY?

DYING FETUS fänden natürlich alle von uns geil… Ich würde auch sehr gerne mit SEVERED TORTURE, MALEVOLENT CREATION oder ORIGIN spielen. Oder wieder mal mit PREJUDICE und BEHEADED. Am Hellvetia Day Ende Dezember 2008 spielen wir unter anderem mit ABYSMAL TORMENT, da freu‘ ich mich auch schon drauf.

That’s it! Ich danke dir! Viel Glück für die Zukunft!

Danke dir und Cheers!

02.12.2008

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