DC4
Interview mit Jeff Duncan

Interview

DC4

Mit ihrem neuen Album „Electric Ministry“ haben die drei Duncan-Brüder und Rowan Robertson ein Album geschaffen, dass sowohl Kritiker als auch Fans für sich gewonnen hat. Wir sprachen mit Bandchef, Sänger und Gitarrist Jeff Duncan über das neue Album und dessen interessante Inhalte.

Jeff, heute Abend hattest du zwar einen Auftritt mit ARMORED SAINT, allerdings geht es bei diesem Interview um dein zweites Baby: DC4. Ihr habt vor kurzem euer neues Album „Electric Ministry“ veröffentlicht. Das ist euer drittes Album in zehn Jahren. Warum dauert es bei euch immer so lange, ein neues Album aufzunehmen?

Nun, wir haben in 2007 unser Album „Explode“ veröffentlicht, unser erstes Album mit Rowan Robertson (Gitarre, ex DIO). Vorher gab es das Album „Volume One“ und davor noch eine EP („Mood Swings“, Anm. d. Red.) von uns. Nun ja, bei „Volume One“ hatten wir noch einen anderen Gitarristen namens Hyland Church, der nach dem Album seinen Ausstieg bei uns verkündete. Irgendwann habe ich dann Rowan Robertson getroffen, den wir direkt in der Band haben wollten. Das Album „Explode“ haben wir dann ziemlich schnell aufgenommen, so in etwa zwei oder drei Monaten. Tja, das Album spielten wir dann für eine längere Zeit live, bis wir eben zu dem Punkt kamen, ein neues Album aufzunehmen. Aber deine Frage war ja, warum es so lange gedauert hat, richtig?

Genau, geschlagene drei Jahre.

Nun, für uns war es erst mal wichtig, die Aufmerksamkeit von Underground-Labels auf uns zu ziehen, daran haben wir gearbeitet. Wir hatten zu der Zeit keinen Deal und mussten uns selbst um die Aufnahmen kümmern. Wir fragten bei Bill Metoyer (u.a. SLAYER, TROUBLE) nach, ob er unsere neue Scheibe produzieren würde. Zur gleichen Zeit habe ich Gespräche mit Metal Blade Europe geführt, die uns schließlich unter Vertrag genommen haben. Jetzt haben wir wieder einen Deal. Hoffen wir mal, dass es bei der nächsten Scheibe schneller geht.

Was ich sagen kann ist, dass sich das Warten auf das Album gelohnt hat. Die Scheibe ist ein cooles Stücke Heavy Metal und Heavy Rock. „Electric Ministry“ hat auch mehr Metal in sich, als z.B. noch „Volume One“. Würdest du hier zustimmen?

Auf jeden Fall. „Volume One“ war ein gutes Album, ich mag es wirklich, aber es hatte auch etwas konfuses. Es hat natürlich auch seine harten Seiten, aber es gibt auch Momente, in denen das Teil nach Mainstream klingt, nach FOO FIGHTERS meinetwegen. „Explode“ ging dagegen schon eher in die Richtung, wie wir sie bei „Electric Ministry“ ausüben. Die Platte klingt so ein wenig nach den 90ern. Wir haben versucht eine Scheibe zu machen, wie wir sie gerne hören würden. Und mit „Electric Ministry“ haben wir es auf den Punkt gebracht.

Und warum habt ihr euch für den Titel „Electric Ministry“ entschieden? Was verbirgt sich hinter diesem Titel?

Der Song „Electric Ministry“ war der erste Titel, den wir für das Album geschrieben haben. Es geht hier wirklich um die Religion des Rock ‚n’ Roll. Leute wie du oder ich, wir sind große Fans des Rock. Bevor ich Musiker war, war ich Fan. Wenn man eine Show besucht, und den Rock spürt, dann glaubt man an das Ganze. Es ist wie eine Religion. Darum geht es bei dem Stück, erhebt eure Stimmen, erhebt euer Haupt, glaubt daran. Der ganze Rock ‚n’ Roll ist doch wie ein „Electriy Ministry“, wie das Konzept. Es geht hier nicht um Jesus…

…aber am Ende des Songs rufst du doch „Hallelujah“!

Ja, aber zum Rock ‚n’ Roll! (lacht)

Ich wette, dass dich jeder Journalist nach dem Titel „XXX“ fragen wird. Was ist die Geschichte des Songs? Geht es um deine Erfahrungen als DJ in einem Strip-Schuppen? Machst du das eigentlich noch?

Nein. Nein, das mache ich nicht mehr, habe es aber für eine ganze Weile gemacht. Nun, das Stück war natürlich schon davon inspiriert. Es hat schon was perverses, jeden Tag in so einem Laden zu stehen und die Musik zu machen. Und ich hab mir die ganzen perversen Typen angeschaut, die jeden Tag da hinkommen um sich aufzugeilen. Eigentlich ist die Nummer aus Spaß entstanden. Ich habe versucht, sehr viele sexuelle Themen, die nicht mit der Moral zu vereinbaren sind, in dem Stück abzuarbeiten. Strip-Schuppen, Swinger Clubs, Badehäuser, Pornos…der ganze Kram eben. Es ging darum, wie viele dieser Themen ich in einem Song einbringen kann. Als ich den Text dafür geschrieben habe, waren das eben meine Gedanken dazu. Die Musik zu diesem Stück wurde ein paar Monate vor meinem Einfall geschrieben. Mir ist dazu einfach nichts eingefallen, doch auf einmal sprudelte es einfach aus mir heraus. Also für mich ist das eine absolute Spaßnummer.

Wie kann man denn den Track „Rock God“ interpretieren? Verarscht ihr da die Typen, die sich wie Rock-Götter benehmen? Oder geht es um euch als Band?

Nee, „Rock God“ ist eigentlich eine kurze Geschichte über einen Typen, der entdeckt wird, in die Maschinerie getrieben wird und vorgesetzt bekommt, was er zu machen hat. Er wird einfach verheizt, die Company hinter ihm verdient eine Menge Kohle mit ihm. Er wird von der Firma ausgestattet und ist einfach ein hergestellter Rock God.

Wer hat eigentlich bei „Electriy Ministry“ die meisten Einfluss beim Songwriting gehabt? Ist das eine Geschichte, bei der alle aus der Band involviert sind? Oder sind da Shawn (Duncan, Schlagzeug) und du die Köpfe?

Hm, also ich sehe mich schon als Hauptsongwriter der Band. Ich schreibe die Stücke, nehme auch oft Demos zu hause auf. Dann gebe ich den Jungs die Demo CDs und anschließend nehmen wir die Stücke auf. Bei den Arrangements trägt dann jeder seinen Teil dazu bei, oder wenn ein Teil der Nummer so oder so vielleicht besser klingt. Mein Bruder Matt (Duncan, Bass) hatte den Vorschlag, beim Stück „Electric Ministry“ Keyboards reinzubringen. Wir arrangieren alles zusammen, jeder hat seine Möglichkeiten.

Ist es für euch denn nicht manchmal hart, fast die ganze Familie in der Band zu haben?

Nein, das ist super! Ich liebe es und ich kann mich glücklich schätzen, dass wir zusammen arbeiten. Von meinen Brüdern ist einer ein toller Bassist, der andere ein super Schlagzeuger. Wir wissen ja voneinander, dass wir Arschlöcher sind! (lacht) Wir raufen uns immer wieder zusammen. Außerdem spielen wir schon zusammen, seit wir kleine Kinder waren. Es ist ein Vergnügen, und ich liebe es.

Und vom weiteren musikalisch familiären Umfeld hat ja auch Gonzo (Sandoval, Schlagzeuger bei ARMORED SAINT) auf der Scheibe sein Können gezeigt.

Ja, er hat die Perkussion bei ein paar Nummern des Albums gemacht.

Es hört sich an, als ob die Aufnahme der Scheibe eine große Party war!

Es war jedenfalls auch eine Menge Arbeit, wir waren ein Jahr mit der Scheibe beschäftigt. Ein paar gute Freunde kamen vorbei, um einen Beitrag zu leisten. Es freut mich sehr, dass diese Menschen bei DC4 dabei waren.

Ihr hattet ja auch Dizzy Reed von GUNS ‚N’ ROSES mit im Boot. Wie habt ihr den Kontakt zu ihm hergestellt?

Ich kenne Dizzy Reed seit 1983. Er zog in unsere Gegend und spielte in einer Band namens JOHNNY AND JAGUARS. Die Band benannte sich dann um in THE WILD. In Hollywood und am Sunset Strip war ich damals mit meiner alten Band ODIN aktiv. Tja, und irgendwann traf man sich und wir wurden Freunde. Er stieg dann später bei GUNS ‚N’ ROSES ein. Gerade vor zwei Wochen habe ich ihn auf einer kleinen Tour seiner Soloband an der Gitarre begleitet. Wir sind einfach alte Freunde. Ich rief ihn an und sagte, dass wir ein Piano auf der Scheibe brauchen. Er war sofort zur Stelle.

Die gute alte L.A.-Connection also?

Genau! Das ist sie.

Ein wenig bedauerlich ist, dass „Explode“ in Europa gar nicht veröffentlicht worden ist.

Nein, leider nicht.

Gibt es von Metal Blade denn Pläne, das Teil noch mal zu veröffentlichen?

Tja, wir werden sehen. Ich denke, es hängt alles davon ab, wie sich „Electriy Ministry“ verkaufen wird. Wir würden die Scheibe natürlich gerne in Europa veröffentlichen, ich finde das Teil nach wie vor gut. Es ist schade, dass nur wenige Leute sie gehört haben. Für das neue Album haben wir eine Menge Aufmerksamkeit seitens der Presse erhalten, aber ich rede überwiegend über „Electric Ministry“, nicht über „Explode“. Es gab für „Explode“ noch nicht mal ein Interview oder eben nur sehr wenige.

Wie steht es denn für DC4 in L.A.? Habt ihr oft die Möglichkeit, live zu spielen?

Ja, wir spielen schon ab und zu live. Aber es ist wirklich hart geworden. Wenn ich von den Gigs mit ARMORED SAINT wieder zu hause bin, dann spielen wir auf dem Sunset Strip Music Festival, im House Of Blues werden wir dann noch auftreten, zusammen mit STEEL PANTHER. Mal schauen, was danach noch kommt. Es wäre natürlich schön, auch mal hier in Europa zu spielen.

Wenn ich mir die Kritiken von der neuen Scheibe ansehe, solltet ihr bald jede Menge neuer Fans hier haben. Die sind ja alle durchweg mehr als positiv.

Oh ja, die Reaktionen auf die Scheibe sind wirklich sehr positiv. Es macht mich immer ein wenig nervös (lacht). Ich mag die Scheibe, mögen die anderen sie auch?

Okay Jeff, danke für das Interview. Hast du vielleicht noch ein paar Worte zum Abschied?

Klar. Ich freue mich auf eure Reaktionen und Meinungen zu dem neuen Album. Ich bin ja nicht schwer zu finden, z.B. bin ich auch bei Facebook vertreten.

Stimmt, wir sind sogar Freunde!

Sind wir?

Ja, in der Tat.

Nun gut, ich hab ungefähr 4000 Freunde dort, die ich nicht alle persönlich kennen kann. (lacht) Lasst mich einfach wissen, wie euch die Scheibe gefällt. Ob ihr sie habt oder wo ihr her kommt. Lasst DC4 zu euch kommen.

Genau, wir wollen DC4!

Je mehr Leute die Scheibe haben, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir zu euch kommen.

27.08.2011

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