The Three Tremors - Guardians Of The Void

Review

THE THREE TREMORS sollten ursprünglich ein gemeinsames Allstar-Nebenprojekt von Bruce Dickinson (IRON MAIDEN), Rob Halford (JUDAS PRIEST) und Geoff Tate (OPERATION: MINDCRIME, ex-QUEENSRΫCHE) sein. Da das aber nie zustande kam, dachten sich Tim Owens (KK’s PRIEST, ex-ICED EARTH, ex-JUDAS PRIEST uvm.), Sean Peck (CAGE, DEATH DEALER, ex-DENNER/SHERMANN) und Harry Conklin (JAG PANZER, SATAN’S HOST), dass sie ebenso die Fußstapfen der überlebensgroßen Gesangslegenden ausfüllen könnten und beanspruchten das Projekt THE THREE TREMORS für sich. “Guardians Of The Void” ist das inzwischen zweite Album, nachdem ein selbstbetiteltes Debüt (von dem es auch Versionen gibt, bei denen jeder der drei Sänger das Album komplett allein singt) 2019 das Licht der Welt erblickte.

Keine Experimente und keine Überraschungen auf “Guardians Of The Void”

In der Theorie ist das gewiss verlockend: Drei hochverdingte Sirenen des US-Metals raufen sich zusammen und schmieden sich gegenseitig hymnische Terzette auf den Leib respektive den Kehlkopf. In der Praxis haben THE THREE TREMORS aber zwei eklatante Probleme. Erstens krankt das Projekt daran, dass gute Musiker und vor allem namhafte Sänger nicht zwingend geniales Songwriting leisten müssen. Tatsächlich hinterlassen THE THREE TREMORS wie ähnlich gelagerte Projekte (als Beispiel seien mal SPIRITS OF FIRE oder DEATH DEALER genannt) den Eindruck, dass hier reißbrettartig “Painkiller”-Beta-Riffs aneinandergereiht wurden, ohne dass sich die Beteiligten mal zu Gesicht bekommen haben oder über die Details der Songs austauschen konnten. Vielleicht hätten die drei Tremore nicht einfach auf die fast komplette restliche Besetzung von Pecks Hauptband CAGE zurückgreifen sollen, sondern auf Leute, die sich gegenseitig frischer inspirieren können?

Das zweite große Problem: Die Platte ähnelt einer für Außenstehende unhörbaren Masturbationsfantasie aus der Gitarren-Shredder-Szene, nur eben für Sänger. Peck, Owens und Conklin sind allesamt als Falsett-Bezwinger von Weltrang bekannt. Da auf “Guardians Of The Void” fast jeder zweite Ton angeberisches Rumgekreische ist, sind kaum stimmige Gesangsmelodien zu erkennen. Selbst wenn man die hohen Töne nicht per se schlimm findet, ist das auf Dauer von 12 Songs und einer Stunde reichlich belastend. Hätten Halford, Dickinson und Tate ihr Projekt tatsächlich realisiert, wäre es allein stimmlich um ein Vielfaches abwechslungsreicher geworden; ganz gleich, wie gut die Herren Rockstars die Zusammenarbeit verkraftet hätten.

THE THREE TREMORS: Nur was für Vokaltechnik-Fans

Unterm Strich bleiben drei namhafte Vokalisten, die durchschnittliche bis ganz gute Songs leider nicht durch mitreißenden Gesang oder geschickt abwechselnden Klangfarben aufwerten können. Geht natürlich alles auch viel schlimmer, aber es kann schon mit ziemlicher Sicherheit konstatiert werden, dass das für Musiker dieses Kalibers einfach zu wenig ist. Greift zu “Hell Destroyer” (CAGE), “Heart Of A Killer” (WINTER’S BANE mit Tim Owens) oder jeder JAG-PANZER- oder TITAN-FORCE-Platte (Conklin), wenn ihr die drei Vokalisten in Hochform erleben wollt. “Guardians Of The Void” ist nur was, wenn ihr vorhabt, Screams in Rekordfrequenz zu üben.

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12.12.2021

Redakteur | Koordination Themenplanung & Interviews

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