Iron Fate - Crimson Messiah

Review

Um IRON FATE wurde es nach der Veröffentlichung ihres Debüts „Cast In Iron“ ziemlich ruhig und die Truppe verschwand quasi von der Bildfläche. Doch wie es das eiserne Schicksal so will, taucht die Band aus Goslar nun satte 11 Jahre später wieder aus der Versenkung auf und hat uns den „Crimson Messiah“ mitgebracht. Heavy-Metal-Heilsbringer oder falscher Heiland? Wir werden sehen.

IRON FATE bleiben sich trotz Pause treu

Ihren Stil bezeichnen IRON FATE selbst als eine Mischung aus US-Metal mit Elementen aus Hard Rock, reinem Heavy Metal und vereinzelten Ausflügen in Thrash-Gefilde. Diese Beschreibung deckt natürlich erstmal ein ziemlich breites Spektrum ab; man sollte aber der Vollständigkeit halber schon hervorheben, dass sich in der Musik der Niedersachsen auch teils überdeutliche MAIDEN-Anleihen und nicht zuletzt eine gehörige Schippe Teutonen-Stahl wiederfinden.

So klingt der Titeltrack tatsächlich wie eine Mischung aus typischem Amisound und den härteren Momenten von HELLOWEEN, während „Malleus Maleficarum“ in bester PRIMAL FEAR Manier geradeweg vorstürmt. Diese Parallelen entstehen nicht nur durch das Songwriting, sondern auch weil Sänger Denis Brosowski sich grade bei den hohen Passagen stimmlich teils verblüffend nah an Michael Kiske einerseits und Ralf Scheepers andererseits bewegt.

„Crossing Shores“ und „Mirage“ kommen mit einem ausgeprägten MAIDEN-Vibe daher, wobei besonders Letzteres an die leicht progressive Phase der eisernen Jungfrauen in den späten 80ern erinnert. Entsprechend passt Brosowski auch seinen Gesang an und verfällt in eine Stimmlage, die den Mitten Bruce Dickinsons nicht ganz unähnlich ist. Beim schmachtenden Hard Rocker „We Rule The Night“ wiederum meint man gar, eine wenig Klaus Meine rauszuhören, einen variablen Sänger haben IRON FATE also allemal.

In dem oben beschriebenen Dunstkreis bewegt sich auch das restliche Songmaterial, die eingangs erwähnten US-Metal-Einflüsse werden beim episch angelegten „Saviors Of The Holy Lie“ besonders deutlich, hier sind sogar ein paar NEVERMORE-Zitate vernehmbar. Einer der stärksten Songs der Platte.

Ein „Best of Heavy Metal“

Handwerklich gibt es an „Crimson Messiah“ nichts zu meckern; die Band spielt souverän auf, mit Denis Brosowski hat man einen begabten und sehr wandelbaren Sänger und die Produktion bewegt sich auf einem zeitgemäßen Standard, also weder überproduziertes Geballer noch untergründiges Kauz-Geklöppel. Wie bei vielen Bands im klassischen Heavy-Metal-Sektor liegt die Krux auch bei IRON FATE eher in der Eigenständigkeit denn in der Begabung.

Natürlich kann man das Rad nicht neu erfinden und Einflüsse bestimmter Bands lassen sich mehr oder weniger deutlich bei den meisten „jüngeren“ Genre-Vertretern ausmachen. Manche Bands wiederum lehnen sich dabei so in eine bestimmte Vorlage, dass allein dadurch schon ein gewisser Wiedererkennungswert entsteht. So emulieren ATTIC nahezu perfekt den Sound von KING DIAMOND/MERCYFUL FATE und BLAZON STONE klingen inzwischen mehr nach den Glanzzeiten von RUNNING WILD als alles, was der Herr Kasparek heuer als sein neues bestes Album lobpreist.

Trotz guter Songs und handwerklicher Kompetenz ist das Problem von IRON FATE aber, dass sie vielleicht auf ein paar Hochzeiten zu viel tanzen. Daher bietet „Crimson Messiah“ zwar durchaus gute Unterhaltung, kommt dabei allerdings ein wenig wie ein „Best of Heavy Metal“ rüber, dem es noch an Aufhängern für die klare Definition einer eigenen Identität fehlt. Ein solides Fundament haben IRON FATE hier aber auf jeden Fall geschaffen; hoffen wir also, dass es nicht wieder 11 Jahre braucht, um darauf aufzubauen.

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10.12.2021

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