Fall Of Serenity
Fall Of Serenity

Interview

Fall Of Serenity

Anno 2007 haben die deutschen Modern Death Metaller FALL OF SERENITY ihr mittlerweile viertes Studio-Album „The Crossfire“ veröffentlicht. Eine zweite Tour mit den Oldschool-Recken DISMEMBER, das Personalkarussel vor den Recordings sowie der erste Videodreh sollten genügend Gesprächsstoff für eine E-Mail-Befragung des neuen Axtmannes Ferdinand Rewicki bieten.

 

Fall Of Serenity

 

Moin Jungs! Erstmal Gratulation zu eurem coolen, nicht mehr ganz so neuen Album “The Crossfire“. Wie waren denn bis jetzt so die Reaktionen auf die Platte?

Hi, schön dass dir das Ding gefällt. Natürlich wurde hier und da mal was bemängelt, aber im großen und ganzen war das Feedback durchweg positiv. In dem Maße hatten wir das gar nicht erwartet, freuen uns aber natürlich sehr, dass die Platte den Leuten ebenso gut wie uns gefällt. Das ist sehr cool!

Meiner Auffassung nach lässt „The Crossfire“ die Grenze zwischen klassischem Prügel-Death und schwedischem Elchtod ziemlich stark verschwimmen. Wie seht ihr das?

Nun, das ist nicht unwahrscheinlich. Wir hören eigentlich alle sowohl Oldschool-Zeug als auch moderneren Metal, gerade unser Drummer steht ziemlich auf diesen Ami-Death à la SUFFOCATION etc.. Da kann so eine Mischung leicht zustande kommen. Gewollt oder konzipiert ist das keineswegs, aber ich finde es gut, wenn man als Band nicht stur auf eine Richtung festgelegt ist und die Möglichkeit hat, kreativ in verschiedenen Wassern zu schwimmen.

Von welchen Bands seid ihr auf „The Crossfire“ speziell beeinflusst worden?

Wir haben versucht möglichst frei von den Einflüssen anderer Bands die Songs für „The Crossfire“ zu schreiben und aufzunehmen. Unser Ziel war es, die Songs aus dem Bauch heraus zu schrieben, damit das Album am Ende so sehr nach FALL OF SERENITY klingt wie nur möglich. Natürlich ist es ganz klar, dass das, was du gern und oft hörst, dich natürlich beeinflusst, aber da das ne ganze Menge ist, kann ich da nichts Spezielles benennen.

Vor den Aufnahmen herrschte bei euch ja jede Menge Trubel: Euer ehemaliger Bassist John Gahlert wanderte hinter das Mikro, Alex Fischer ersetzte ihn am Viersaiter und gab dafür seinen Posten an der Gitarre auf, neu kamst dafür du in die Band. Wie kam es dazu und wie habt ihr das alles erlebt? Wäre es nicht einfacher gewesen, „nur“ einen neuen Sänger zu suchen?

Das wäre vielleicht einfacher gewesen, stand aber nie zur Debatte. Als der alte Sänger ging war klar, dass John seinen Posten übernehmen wird, eine Entscheidung, die spätestens nach dem Album nun jedem verständlich sein sollte. So hab ich zunächst ein bisschen am Bass ausgeholfen. Als es nun aber darum ging wieder ein festes Line Up zu haben, übernahm ich den Gitarrenposten, da ich dort einfach besser bin als am Bass. Nun, und Alex in seiner unübertroffenen Flexibilität hat den Bass genommen. Und so ein bisschen in einem Suppenkessel rumzurühren bringt ja bekanntlich einiges.

Im Zuge der Veröffentlichung durftet ihr ja auch ein Video drehen (zu „Knife To Meet You“). Wie kam es dazu und was war das für eine Erfahrung?

Das ist auf unserem Mist gewachsen. Eddies Vater hat ein Filmstudio und da lag es Nahe, mit ihm das Video zu machen. Wir haben erst überlegt, ob wir uns irgendeine Story aus den Fingern saugen sollen, haben uns aber dann entschieden, ein klassisches Oldschool-Video auf diesem ollen Dach zu machen. Das schien am besten zu uns und zu dem Song zu passen. Witzig war, dass, als wir Sonntag Mittag am drehen waren, plötzlich die Bullen kamen, weil sich Anwohner ihres Mittagsschlafes beraubt fühlten, die waren dann aber recht schnell beschwichtigt und riefen noch ihre Kollegen an. War wahrscheinlich die Sensation im Ort, haha!

Ihr seid ja nun auch schon viel im Ausland unterwegs gewesen. Wie bekannt seid ihr mittlerweile außerhalb Deutschlands?

Ich denke da wir schon lange auch im Ausland spielen, konnten wir uns gerade in Tschechien, den Niederlanden und Österreich eine ziemlich gute Basis erspielen. Inzwischen sind unsere Konzerte dort genauso gut besucht wie in Deutschland. Ja, und die letzte Tour mit DISMEMBER hat sicher auch einiges dazu beigetragen, das auszubauen.

In euren Anfangstagen wart ihr ja eher dem zuzuordnen, was heute Metalcore genannt wird, als dem Death Metal. Wo liegen denn eure Roots? Eher im Metal oder mehr im Hardcore?

Ich denke wir waren schon immer eine Metal-Band und sind das heute mehr denn je. Der Begriff Metalcore fiel eigentlich das erste mal als wir das „Bloodred Salvation“- Album auf Lifeforce Records rausgebracht haben. Uns interessiert das aber eigentlich nicht. Wir sind Metal. Punkt.

Auf eurem letzten Album, „Bloodred Salvation“ von 2006, waren ja doch wieder einige Deathcore-Elemente vorhanden, welche aber auf „The Crossfire“ wieder (nahezu) komplett verschwunden sind – wie kam es 2006 dazu (bzw. stimmt ihr mir da überhaupt zu) und warum sind besagte Elemente nun wieder verschwunden?

Deathcore? Keine Ahnung. „Bloodred Salvation“ war ein ziemlich modernes Album mit einer sehr modernen Produktion. Das hat uns zu dem Zeitpunkt sehr gut gefallen (und tut es für dieses Album auch heut noch). „The Crossfire“ hingegen ist roher, thrashiger, hat vom jetzigen Standpunkt aus betrachtet mehr Eier am Sack.

2002 habt ihr im Interview mit meinem Kollegen David gesagt, ihr würdet FALL OF SERENITY eher als Underground-Band ansehen, die sich nicht an Trends orientiert. Als eine „Underground-Band“ kann man euch ja eigentlich nicht mehr ansehen. Wie würdet ihr die Band anno 2008 definieren?

An Trends orientieren wir uns immer noch nicht und das wird auch so bleiben. Und hey, welche Death-Metal-Band ist denn kein Underground? Sicher, wir spielen mehr Shows und verkaufen vielleicht ein paar Alben mehr, aber das ist die ganz normale, wünschenswerte Entwicklung einer Band. Ich denke wir können bei der Aussage von damals bleiben.

Ihr tourt jetzt zum wiederholten Male mit DISMEMBER. Wie ist eure Beziehung zu der Band?

Wir waren vor vier Jahren schon einmal mit DISMEMBER unterwegs und haben uns natürlich gefreut, dass sich das jetzt ein bisschen umfangreicher wiederholt, gerade weil wir deren Platten ja quasi schon seit unseren Kindertagen hören.

Und wie läuft/lief die Tour so bis jetzt?

Die Tour war sehr gut. Von der Organisation über die Konzerte an sich bis hin zum Miteinander unter den Bands hat alles gestimmt. Es war sehr relaxed. Ein paar von uns waren zwischenzeitlich etwas krank, aber das hat sich zum Glück auch schnell wieder gelegt. Besonders begeistert waren wir davon, dass die Konzerte unter der Woche gerade im Ausland so gut Besucht waren.

Wo habt ihr bisher die besten Live-Erfahrungen gemacht (nicht nur auf die aktuelle Tour bezogen)?

Das ist eine nicht ganz einfache Frage. Auf alle Fälle kann man sagen, dass die Shows im Osten der Republik intensiver sind. Die Leute sind da irgendwie heißer. Auf der Tour haben wir außerdem ausgesprochen gute Konzerte in Österreich gehabt. Aber wo nun die besten Shows sind… keine Ahnung, das ändert sich dann und wann.

Vom Metalcore wird ja oft – nicht ganz zu unrecht – gesagt, er sei gehypt und überlaufen. Solche Aussagen häufen sich auch vermehrt bezogen auf den modernen Death Metal. Wie seht ihr das? Und gebt ihr etwas darauf?

Das interessiert uns einen scheiß. So ziemlich jedes Genre ist mal mehr und mal weniger populär. Wenn jetzt grad modernerer Death Metal dran ist, meinetwegen. Wir mache das, wozu mir Lust haben, und ich denke das sollte jeder Musiker so machen. Nur dann hat das, was du machst, auch Bestand. Wenn eine Band Musik macht, nur weil diese Art grad angesagt ist, wirds diese Band sicher nicht lange geben.

Wie glaubt ihr, dass sich der moderne (melodische) Death Metal entwickeln wird?

Ich bin kein Hellseher, aber vermutlich werden viele Bands kommen und gehen und die, die ihre Sache gut machen und mit Herzblut dabei sind werden sich halten können. Und ich sehe unsere Chancen ganz gut, dass wir dazu gehören, haha!

Die letzten Worte gehören euch!

Erstmal danke für das Interview. Und danke an alle die uns in der Vergangenheit supported haben und das heute auch noch machen, oder gerade damit angefangen haben. Kommt auf die Konzerte und feiert mit uns. See you in Hell!

Vielen Dank für das Interview!

21.04.2008

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