Hecate Enthroned
Interview mit Bassist Dylan zu "Redimus"

Interview

Hecate Enthroned treiben auch schon länger als erst seit gestern ihr Unwesen in der englischen Metalszene. Dass man dabei nie wirklich über den Undergroundstatus hinauskam, kann man vielen Faktoren zuschreiben. Welche das sind und die neue musikalische Ausrichtung der Band hat Bassmann Dylan mit mir beleuchtet.

Hecate Enthroned

Hi Dylan, wie gehts? Was gibt’s Neues bei Hecate Enthroned?

Die größte Neuigkeit ist, dass wir einen neuen Keyboarder haben – Pete, er ist brillant, ein klassisch ausgebildeter Pianist und ein sehr guter Musiker, also erwartet in Zukunft einige große Songs! Außerdem haben wir einen neuen Sänger, Dagon, er kommt aus dem traditionellen Black Metal. Er beherrscht eine weite stimmliche Bandbreite mit guten hohen Screams und genialen tiefen Growls, dazu ist er noch ein guter Frontmann, sodass die Shows sogar noch aggressiver werden! Wenn wir gerade bei Gigs sind, momentan bereiten wir uns auf ein paar Dates in Großbritannien vor, um danach hoffentlich eine Europa Tour zu spielen. Wir wollen „Redimus“ da raus tragen und es so viel wie möglich live performen.

Glückwunsch zum neuen Album! Seid Ihr denn zufrieden damit? Wie waren denn die Aufnahmen, gibt es irgendwelche Geschichten zu erzählen?

Danke, das Album verkauft sich gut und wir haben bisher nur gute Berichte bekommen, wir sind sehr zufrieden. Die Aufnahmen liefen gut, wir hatten mehr Zeit zur Verfügung als sonst, sodass es relaxter war und wir uns nicht so gedrängt fühlten. Schwierigkeiten gab es eigentlich auch keine nennenswerten, die normalen technischen Probleme halt, aber so ist es eben im Studio. Das größte Problem war immer, nach einigen verrückten Sessions bei Dean oder in den Clubs morgens früh aufzustehen und sich ins Studio zu bewegen. Zum Glück hatten wir genug Pot, um unseren Kater erträglich zu machen. Einmal wurde unser Studio von einem riesigen Gorilla infiltriert, die Bilder könnt Ihr euch auf unserer Website ansehen.

Ihr scheint nicht allzu glücklich mit Blackend Records, seid aber seit Euren Anfangstagen bei ihnen unter Vertrag. Habt Ihr jemals einen Labelwechsel in Betracht gezogen?

Ja, wir wollten auch schon mal wechseln, aber es kam kein anständiges Angebot herein und so haben wir eben wieder bei Blackend unterschrieben. Wir haben jedoch einen guten Deal, weil wir schon so lange bei ihnen sind. Von zwei Übeln wählt man besser das, das man schon kennt. Wir hatten unsere Probleme mit Blackend und werden sie auch sicher wieder haben, da bin ich mir sicher, aber welche Band hat die nicht? Was bedeuten Labels schon für dich? GELD!!

Ihr habt „Redimus“ selber produziert. Lag das am fehlenden Budget oder hatte das andere Gründe?

Wir hatten schon eine Weile mit dem Gedanken gespielt, selber zu produzieren. Wir sind schließlich schon lange genug dabei, um zu wissen, was wir wollen. Wir brauchten nur einen Kerl, der sich besser mit der Technik auskennt und uns helfen würde. Das Blueroom Studio in Manchester war perfekt, denn es war billiger als die anderen und Phil Green, der Besitzer, war exzellent! Es war sein eigenes Studio und er hat es auch selber gebaut, sodass er das Beste für uns rausholen konnte. Er hat uns viel geholfen und ist ein cooler Typ! Wir wussten, wie wir klingen wollten und wie wir die Produktion haben wollten, also haben wir mehr Zeit darauf verwendet, die Songs vorzubereiten und den Gitarren- und Drumsound richtig hinzukriegen. Danach hatten wir dann noch genug Zeit für den Mix. Dafür dass es billiger war und wir keinen Produzenten bezahlen mussten, hat es uns eben mehr Zeit gekostet. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis, mehr als mit unseren Releases in der Vergangenheit. Es gibt immer Dinge, die du an einem Album nicht magst, bei „Redimus“ sind es aber nicht so viele!

Erzähl doch mal etwas über die Gedanken, die „Redimus“ zugrunde liegen. Gibt es ein Konzept für das Album? Ihr verwendet ja das Zeichen der Church Of Satan in Eurem Bandlogo, welche Rolle spielt dieser Aspekt?

Das Thema auf „Redimus“ ist hauptsächlich anti-christlich, die satanische Komponente ist jedoch noch immer da als zugrundeliegende Dunkelheit. Das werden wir immer haben, es ist ein persönlicher Code für jeden von uns. Das Logo war von Anfang an mit uns und wir haben es sehr liebgewonnen, es repräsentiert uns – Hecate. Wir glauben daran, dass man sich selber immer treu sein soll und an die Freiheit der Gedanken. Selbstrespekt ist sehr wichtig!

Seit Euren Anfangstagen habt Ihr schon eine sehr hohe Fluktuation an Band Mitgliedern. Was für Auswirkungen hat dieser Umstand Deiner Meinung nach auf Hecate Enthroned? Denkst Du, mehr Konstanz in der Vergangenheit würde eine andere Situation heute bedeuten?

Ja, wir hatten eine Menge Besetzungswechsel, aber wir überwinden das immer wieder und integrieren jemand neues. Im Problemelösen sind wir gut, davon hatten wir genug! Neue Mitglieder bringen neue Ideen, was gut ist, und wir haben immer klug ausgewählt und dadurch gute Ergebnisse gehabt. Trotzdem ist es gut, ein stabiles Line-Up zu haben und sich an den gegenseitigen Stil zu gewöhnen, aber obwohl wir diese Unbeständigkeiten hatten, ist unser Kern stets stark geblieben und die Ideen und Codes blieben mit uns. Wir werden stärker und stärker, je mehr Scheiße umso besser werden wir!

Man könnte sagen, Ihr habt Euren Stil ziemlich verändert. Ihr spielt jetzt eher Death Metal und benutzt kein Corpse Paint mehr. Wie kam es zu diesem Wandel, seid Ihr Eurer ursprünglichen Ausrichtung entwachsen?

Wir haben Death Metal schon immer geliebt und wir spielen beides gern, Death und Black. Also kombinieren wir beides. Ich denke, wir klingen eher Black, wegen der Keys, aber wir verwenden eine Menge Death Riffs, denn sie klingen brutal. Wir wollen die schnellen aggressiven Teile, die heavy brutalen Riffs und die epischen Keys, wir wollen alles!! Das Corpse Paint haben wir gelassen weil wir wussten, dass wir es nicht mehr brauchen, wir sind auch ohne aggressiv und böse genug.

Eure Musik wird oft mit der von Cradle Of Filth verglichen. Siehst Du noch andere Ähnlichkeiten oder Verbindungen außer, dass Jon von Euch zu Cradle Of Filth gewechselt ist? Stören Euch diese ständigen Vergleiche eigentlich?

Diese Vergleiche gab es schon immer, sie stören uns aber nicht. In den frühen Tagen waren wir recht ähnlich, Jon klang wie Dani und beide Bands haben epischen Black Metal gespielt. Wir haben aber nicht geplant, wie sie zu klingen, es war einfach die Musik, die wir spielen wollten, und wir entschuldigen uns nicht dafür, Black Metal zu spielen. Jetzt klingen wir verschieden und können nicht mehr verglichen werden, trotzdem versuchen es noch immer einige kranke Bastarde!

Wollt Ihr Euch durch Euren neuen Stil von Cradle Of Filth unterscheiden?

Wir würden uns nicht einfach deshalb verändern, wir schreiben was wir fühlen und wir versuchen nicht, irgendwie zu klingen. Was aus uns rauskommt, verwenden wir.

Wie wichtig ist die Metalszene für Euch und wie siehst Du sie heutzutage? Gibt es viele Unterschiede zur Szene zu der Zeit, als Ihr angefangen habt? Würdest du die Szene heute als „gesund“ bezeichnen?

Für mich persönlich ist die Metal Szene sehr wichtig, sie ist ein Lebensstil, eine Gemeinschaft. Ich denke, momentan ist sie gesund, weil eine Menge junger Bands herauskommen, wie Anfang der 90er. Vielleicht nicht so gute wie damals, trotzdem sind einige gute neue Bands dabei. Das hält die Szene in Bewegung und macht sie stark, neue Bands müssen nachrücken und die Dinge vor der Stagnation bewahren, und ich denke das geschieht gerade. Die leichte Überschneidung mit dem Mainstream über das Image hilft dabei auch, glaube ich. Die Leute sehen eine bestimmte Band, mögen ihren Look und kommen vielleicht über diese Schiene dazu. Solange sie die Power in der Musik fühlen und die sie vereinnahmt, ist es gut!

Welchen aktuellen Bands sprichst du Potenzial zu?

Aktuelle Bands? Wie aktuell? The Haunted sind gut, Nile und Akercocke.

Vor einigen Jahren habt Ihr ein Video zu „An Ode For The Haunted Wood“ gedreht. Ist für das neue Album ein Video geplant? Immerhin wird heute ja wieder mehr Metal im Fernsehen gespielt…

Ja, wir wollen ein Video zum neuen Album machen, das ist gerade in der Planung und wir versuchen, etwas Geld dafür zusammenzukriegen. Wir machen es selbst zusammen mit einem Freund, der hier schon fürs Fernsehen gearbeitet hat. Es wird also gut werden, nicht so wie das letzte, haha!

Wie siehts denn mit einer Tour aus? Wird es eine geben? Mit welchen Bands würdet Ihr denn gerne mal die Bühne teilen?

Ja, wir hoffen, dieses Jahr auf Tour gehen zu können. Es gibt zwar noch keine Pläne, aber wir wollen eine kleine britische Tour und eine große europäische Tour spielen, um „Redimus“ da draußen bekannt zu machen! Persönlich würde ich gerne mit Darkthrone touren, aber ich glaube nicht, dass das jemals geschehen wird. Dissection wären auch prima für eine Tour und Akercocke, weil wir gute Kumpels sind und eine Menge Spaß hätten.

Dylan, vielen Dank für das Interview und danke für Deine Zeit! Hast Du irgendwelche letzten Worte an Eure Fans in Deutschland?

Danke für das Interview! Wir senden unsere dunkelsten Grüße an alle Metalfans in Deutschland! Stay true and don’t forget, you are never alone… Hecate sieht alles!

Galerie mit 12 Bildern: Hecate Enthroned - MetalDays 2018
21.09.2004

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