Hecate Enthroned - Redimus

Review

Galerie mit 12 Bildern: Hecate Enthroned - MetalDays 2018

HECATE ENTHRONED wurden immer schon als die „kleinen Brüder“ von CRADLE OF FILTH belächelt, hörten sich ihre frühen Kompositionen doch sehr nach den englischen Kollegen an, denen im Laufe der Zeit weitaus größerer kommerzieller Erfolg zu Teil wurde.

Nicht schlecht staunen durfte ich demnach, als sich der aktuelle Rundling „Redimus“ zum ersten mal in Bewegung setzte und nach einem überflüssigen Intro mit „Soil Of Sin“ in bester Death Metal Manier aus den Boxen krachte! Tiefe Growls, Blastbeat-Attacken und so rein gar nichts symphonisches brach über mich herein, wusste zu Beginn aber durchaus zu gefallen! Dieses Gefallen sollte sich jedoch leider als spontanes kurzfristiges Ereignis entpuppen, denn als das Keyboard einsetzte, war der Ofen erst mal aus. Extrem lieblos hat man über einen sonst soliden Death Metal Song ein extrem cheesy Keyboard gelegt, das weder einer Funktion als melodieführendem Instrument noch einer atmosphärischen Bereicherung gerecht wird. Sogar billig und aufgesetzt sind Attribute, die dieses unsäglich überflüssige Teil gut beschreiben. Die Qualitäten, die der neue Tastenmann Pete mitbringt, konnte er auf „Redimus“ keinesfalls ausspielen. Was sollte damit wohl erreicht werden? Im sonst heftiger gewordenen Death Metal Sound der Band eine Reminiszenz an alte Fans zu schaffen, die sonst dem keyboardschwangeren Sound alter Tage nachweinen würden? In diesem Fall wäre weniger eindeutig mal wieder mehr gewesen. Dieser Zustand zieht sich mehr oder weniger schlimm über fast die gesamte erste Hälfte der Scheibe, sodass man neben wirklich soliden todesmetallischen Songgerüsten jedes Mal ein nerviges Tasteninstrument im Ohr kleben hat. Vergleichbar ist der Keyboardsound dabei am ehesten mit Bal Sagoth, die mit dem Einsatz des Tastenkastens ja auch nicht gerade sparsam umgehen.

Glücklicherweise ändert sich das ab Song sechs, „As Fire“, dem ersten wirklich brauchbaren Track des Albums, auf dem ein wenig vom treibenden Death Metal abgerückt wird und das Keyboard vom rein sphärischen Wabern zum atmo(!)-sphärischen Stimmungsträger geadelt wird. Eingeleitet durch akustische Gitarren wandelt sich der Song bald zu einer atmosphärisch dichten midtempo Black Metal Komposition, auf der auch die BM-Screams einen Zweck erfüllen. Ein wirklich gelungener Song! Ähnlich höherwertig (im Vergleich zur ersten Hälfte des Albums) geht die Scheibe dann weiter, wobei „Redimus“ noch die eine oder andere Überraschung parat halten soll, und vor allem die abwechslungsreiche Instrumentierung und komplexere Arrangements die Kohlen aus dem Feuer holen. So entpuppt sich „Morbeea“ als spanisch anmutendes Flamenco-Instrumental mit hart gespielten Akustikgitarren, nach dem sich dann der Titeltrack „Redimus“ als schwere Halbballade erhebt und mit gesprochenen Passagen und ruhigem Beginn eine große Bandbreite an Stimmungen abdeckt und schon fast Ohrwurmqualitäten aufweist.

Zwar taucht das Feindbild des störenden Keyboards auch im zweiten Teil der Platte noch einige Male auf, doch weiß dieser, wie erwähnt, durch andere Qualitäten diese Fehltritte gut zu kompensieren. Schlussfolgernd ist zu sagen, dass HECATE ENTHRONED durch eine schwache erste Hälfte und das oft genannte Keyboard eine bessere Bewertung verspielt haben, „Redimus“ in der zweiten Halbzeit aber wirklich zu gefallen weiß. Von einer Band, die schon so lange Musik macht, darf man mehr erwarten.

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21.09.2004

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