I.N.R.I.
I.N.R.I.

Interview

Unser Nachbarland Holland war schon immer dafür bekannt, in hübsch regelmäßigen Abständen kleine, aber feine Death oder Thrash Metal-Combos hervorzubringen. I.N.R.I., die letztes Jahr mit ihrem Album "Hyper Bastard Breed" über die Grenzen lugten, kann man getrost mit zu dieser Gruppe zählen. So kam es dann auch, dass ich Sänger Henri Veltink mit ein paar Fragen zu Leibe rücken durfte.

I.N.R.I.Hi Henri! Wie geht’s?

Supergut, danke! Im Moment gibt es viel zu tun mit Interviews für I.N.R.I., aber wir können uns alle nicht beklagen.

Eure CD „Hyper Bastard Breed“ ist vor kurzem veröffentlicht worden. Wie läuft sie bisher? Wie waren die Reaktionen?

Sehr gut. Wir hatten keine großen Erwartungen bezüglich der Reviews, aber 95% waren echt gut. Das Feedback der Hörer war ebenfalls exzellent. Wir bekamen viele e-Mails, in denen stand, wie zufrieden die Leute doch mit dem Material wären. Und bei unseren Shows sind die Fans völlig ausgerastet. Kurz gesagt: Das alles hätten wir so nicht erwartet.

Gehen wir mal ganz zurück an die Anfänge. Wie kamst Du mit Metal in Berührung?

Uhh, schwer zu sagen. Ich glaube, das war 1985, als ich zwölf war. Ich hörte zum ersten Mal Zeug wie Motörhead, Metallica und Slayer auf Tape und wusste sofort, dass Metal genau mein Ding ist.

Was war dann der Auslöser, eine Band zu formen? Wie haben I.N.R.I. zusammengefunden?

Der Auslöser war und ist immer noch die pure Liebe zum Metal, ihn zu fühlen und ihn zu machen. Du verlierst alle deine Aggressionen und fühlst dich vollkommen erfüllt. Die Band kam eher zufällig zusammen. Man kannte sich halt und dann hat sich so entwickelt.

Früher hießt ihr Stigmatheist, jetzt I.N.R.I. Warum habt ihr den Namen geändert?

Stigmatheist fielen 1998 auseinander, nachdem sie ihr Debüt „It All Ends Today“ herausgebracht haben. Zwei Mitglieder des Original-Line-ups entschieden sich, eine neue Band zu formen. Sie fanden drei neue Mitstreiter, unter denen auch ich war. 2000 starteten wir dann richtig als Band, wobei sich aber durch verschiedene neue Einflüsse die Musik ziemlich verändert hatte. Also entschieden wir uns, den Namen zu ändern und die Wahl fiel auf I.N.R.I.

Einerseits ist I.N.R.I. die Inschrift auf dem Kreuz Jesu, ihr aber sagt, es heißt Non-commercialised Rock Institute.

Ja, das stimmt. Non-commercialised Rock Insitute beschreibt nur die Weise, wie wir uns sehen. Wir spielen definitiv extremen Trash Metal, aber im Endeffekt ist doch alles, egal aus welchem Blickwinkel du es betrachtest, Rock.

Wo liegen eure Einflüsse? Hört ihr alle dieselbe Musik?

Nein, wir hören alle verschiedene Richtungen. Aber in einem sind wir uns alle einig: Wir lieben alle den guten alten Thrash Metal, der somit unsere Hauptinspiration ist. Aber ich bin z.B. auch ein großer Black Metal-Fan, wohingegen unser Bassist die alten Sachen von Ozzy favorisiert. Das hat aber auf unsere Musik, sprich extremen Thrash Metal keinen Einfluss.

Wenn Du eure Musik jemandem erklären müsstest, der von Metal überhaupt keine Ahnung hat, wie würdest du das tun?

Ich glaube, ich würde sagen, wir machen zerstörerischen Krach. Es ist wie das Gefühl, wenn du einen großen Steinbrocken gegen Kopf geworfen bekommst und die Schmerzen so groß sind, dass es fast schon wieder angenehm wird. Damit müsste eigentlich alles klar sein.

Worum geht es in euren Texten? Von was lässt du dich beim Schreiben beeinflussen?

Von meiner ständigen Abneigung gegen diverse Leute und gegen die Religion. Da kann ich immer drüber schreiben. In meinen Augen ist Religion die Wurzel alles Bösen und muss vernichtet werden. Eine Organisation, die von so vielen Hohlköpfen geführt wird, ist eine echte Bedrohung für Leute wie mich, die an sich selbst und ihre Instinkte glauben.

Also stehen Songtitel wie „Candidate For The Fuck Of God“ oder „This World’s End, Wipe Out!“ genau für das, was der Titel sagt?

Ja, sie handeln wie fast alle Songs von der Dummheit der Religion. Ich glaube daran, dass diese Verrückten irgendwann alles, und sich selbst auch, zerstören werden. Aber es gibt stärkere, die überleben, um die Welt wieder aufzubauen. Dann wäre sie nur noch ca. halb so stark bevölkert wie jetzt. Und so soll es sein!

Harte Worte. Eure Landsmänner von God Dethroned stehen der Religion ja mit einer ähnlich ablehnenden Haltung gegenüber. Stimmt es, dass deren Frontmann Henri Sattler auch auf eurem Album mitgewirkt hat. Wie lange kennt ihr euch schon?

Henri hat mir bei den Vocals geholfen. Er gibt mir immer ein recht gutes Feedback bezüglich meiner Performance. Produziert hat er das Album aber nicht. Das war Berthus Westerhuys, der Besitzer des Studios, und er hat einen guten Job gemacht. Henri kennen wir schon länger, haben jetzt aber zum ersten mal zusammengearbeitet, was wunderbar geklappt hat.

Wann gibt es dann das Tourpackage God Dethroned/I.N.R.I. in Deutschland und Europa zu bestaunen?

Das ist leider nicht so einfach, weil es ziemlich viel Geld kostet. Metal Blade Records können God Dethroned immer auf Tour schicken, weil sie das Geld dazu haben. Cold Blood Industries ist aber ein wesentlich kleineres Label und kann sich das mit uns nicht ohne weiteres erlauben. Aber wir arbeiten daran und vielleicht können wir ja später in diesem Jahr den Leuten in Europa kräftig in den Hintern treten.

Hoffen wir es. Wie sieht es aus in der holländischen Metalszene, die einen guten Ruf geniesst. Was macht sie speziell?

Ob sie speziell ist, weiß ich nicht, aber sie funktioniert auf jeden Fall sehr gut. Holland hatte schon immer viele gute Death/Thrash-Bands, konnte aber nie wirklich mit der Spitze mithalten. Das ist jetzt aber anders, da Metal wieder im Kommen ist. Bald können wir auch neben dem Rest der Welt bestehen.

Was würdest du jetzt tun, wenn es I.N.R.I. nicht geben würde?

Das ist ganz einfach. Ich würde mir bei einer anderen Band die Eingeweide aus dem Leib schreien.

Was wollt ihr mit der Band erreichen, innerhalb und außerhalb Hollands?

Erstmal einen großen Undergroundstatus. Natürlich wollen wir auch viele Shows spielen und auf Tour gehen. Unsere Absicht ist es dabei nicht, so groß zu werden, wie z.B. Morbid Angel, aber ein kleines bißchen Metalgeschichte wollen wir schon schreiben.

Dann bedanke ich mich für das Interview und wünsche bei diesem Vorhaben alles Gute. Hast du noch ein paar Worte an die Leute da draußen?

Yeah, wir versuchen mit allen Mitteln, Shows in Deutschland zu ergattern. Deutschland ist nun mal das Land des Metal! Wenn uns also irgendjemand dabei helfen kann, lasst es uns wissen und besucht unsere Homepage (siehe Dark Portal, Anm. d. Verf.). Metal up everyones ass!!

31.01.2003

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