Rogers -
Ein Zeichen für alle, die uns Steine in den Weg gelegt haben!

Interview

Wo fühlt ihr euch denn wohler: die größere Bühne oder eher der kleine Club?

Gleichermaßen. Darüber philosophieren wir oft, immer mit dem Ergebnis, dass es sich die Waage hält.Beides ist schön. Klar, im Club bist du näher an den Leuten, bekommst die Emotionen direkt mit, das ist dann direkt etwas mehr fürs Herz. Auf der anderen Seite bedeutet Club auch immer, selten draußen und an der frischen Luft. Bei jeder Clubtour wird immer irgendwann einer krank und steckt alle um sich herum an. Also ist da dann auch immer etwas leiden mit angesagt.

Das ist bei Festivals bei geilstem Wetter meistens eher nicht der Fall. Da ist alles meistens sonnig, alle gut drauf. Wir sind halt auch absolute Sonnenkinder. Aber da fällt die persönliche Komponente zum Publikum natürlich weg, weil du einfach viel zu weit entfernt bist. Aber da überlegen wir uns auch immer irgendwas, wie z. B. kleine Akustik-Sets am Merchstand. Wir finden das alles geil. Hauptsache wir können live spielen. Wir haben immer einen Menschen mit dabei, der Videos von unseren Gigs macht und alles so für uns mit aufnimmt und wenn du dir das dann im Nachhinein anschaust, gibt das noch mal extra Energie.

Band Photo - Rogers

Energiegeladen läuft es auch bei der Geschwindigkeit eurer Veröffentlichungen. „Mittelfinger Für Immer“ ist jetzt nur wenige Monate nach dem letzten Album veröffentlicht worden. Wie gut ging euch die neue Platte von der Hand?

Unterschiedlich, um ehrlich zu sein. Das Musik schreiben an sich, dass läuft immer irgendwie weiter. Da haben wir auf Tour, oder wenn wir mal zuhause waren, immer weiter gemacht, dass passiert konstant. Studio allerdings fällt immer schwer am Ende. Aus dem einfachen Grund:Irgendwann musst du die Entscheidung treffen, dass der Song fertig ist, dass du nicht mehr daran herumbauen kannst oder darfst. Irgendwer meinte mal, es ist wie, wenn du den Pinsel weglegst beim Malen. Das ist aber ein falscher Vergleich.

Beim Bild kann ich immer wieder noch mal ran und was hinmalen, wenn dir was auffällt. Hier ist es eher so, dass dir jemand das Bild wegnimmt, und schweißt es in Plastik. Dann kannst du nicht noch mal so einfach dran und was ändern. Das ist immer verdammt schwer. Klar gibt es Songs, da spielst du in einer Rutsche alles ein und es ist geil (lacht), aber dann sind da auch Songs, da denkst „Ach komm, hier noch ein Knöpfchen drehen, da noch ein müh anpassen.“ Da zerledert man sich ordentlich.

Auf dem Album „Augen Auf“ sind echt circa zwei-vier Songs, wo ich jetzt denke „Scheiße, da fehlt mir was.“ Wird keinem jemals auffallen, aber mir schon. Davon darf man sich jetzt aber auch nicht fertigmachen lassen. Bei „Mittelfinger Für Immer“ fühlt es sich aber gerade an, als hätten wir das Maximum herausgeholt.

Du bist aber auch diesmal die hauptbeteiligte Person in Sachen Songwriting? Wie läuft das Bauen von Texten denn bei dir ab?

Jedes Mal auf anderen Wegen. Komplett unterschiedlich. Supergutes Beispiel dafür, wie es laufen kann oder wie man es gar nicht machen sollte, ist eigentlich der Song „Einen Scheiß Muss ich“ („Augen Auf“). Ich habe mich mit einem alten Kumpel getroffen und halt so überlegt, etwas uns noch so für die damalige Platte fehlt. Frei nach dem Motto:Lass uns mal, etwas richtig freches, Asoziales machen. So unkompliziert wie möglich, einfach nur Bock machen und heftig abgehen. Das war die Grundidee in Kombination mit noch drei-vier Bier (lacht) einfach auf der Gitarre herumzimmern und mal sehen, was dabei herauskommt.

Oft stehe ich aber einfach nur irgendwo und dann fällt mir eine Textzeile oder eine Melodie ein und dann muss ich mir die aber dann auch schnell notieren oder merken, damit mir die nicht flöten geht, was auch schon oft genug passiert ist. Und dann so „Kacke, das hätte ein Meisterwerk werden können“ (lacht). Manchmal kommt auch einfach durch nen absoluten Hirnfurz heraus, die perfekte Idee (lacht).

Galerie mit 10 Bildern: Rogers in Herford 2016

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Quelle: Rogers, Nico Feelisch
28.03.2019

It`s all about the he said, she said bullshit.

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Rogers auf Tour

1 Kommentar zu Rogers - - Ein Zeichen für alle, die uns Steine in den Weg gelegt haben!

  1. nili68 sagt:

    >Dazustehen und nur zu sagen „Alles ist scheiße“ bringt nichts.<

    Doch, es reinigt die Seele und sendet vielleicht negative Energie an's Universum.. lol