Sweeping Death
Es ist schon scheiße. - Interview mit Markus Heilmeier

Interview

SWEEPING DEATH haben seit dem letzten Jahr mit “In Lucid” ein ganz heißes Eisen im Feuer. Grund genug, die Bayern einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und sich auf einen Plausch mit Gitarrist Markus Heilmeier einmal näher über die Band zu unterhalten. Der sympathische Gitarrist berichtet u.a. von der just absolvierten Tour mit PRIPJAT, warum das Package passt und was er von Pay-To-Play-Geschichten hält.

Sweeping Death Bandfoto 2018

Markus, ihr habt leider noch kein Feature bei metal.de erhalten. Dann stell doch zu Beginn einmal die Band vor, und wie es zu eurem Bandnamen gekommen ist.

Elias und Simon waren zusammen in der Schule und hatten ursprünglich vor das Ganze als Coverband 2012 zu starten. Wir anderen Mitglieder sind dann im Laufe der Jahre hinzugestoßen, sodass wir 2015 erstmals ein stabiles Line-Up zusammen hatten. In dem Zeitraum haben wir auch angefangen das Album zu schreiben. In dem Kontext haben wir einen neuen Namen für die Band gesucht. Ende 2016 kam Andreas (Bertl, Bass – cb) auf die Idee “Creeping Death” von METALLICA und dem gesweepe auf den Gitarren bei SKULL FISTs “Like A Fox” zu vermischen. Damals haben alle SKULL FIST gehört, und wir standen tierisch auf das Gesweepe der Gitarren. Naja, so entstand der Bandname.

Danke für die Erklärung. Ich finde, dass euer neues Album “In Lucid” sehr stark geworden ist. In der Presse ist es ja auch ganz gut angekommen. War von eurer Seite aus damit zu rechnen?

Wir haben für die “Astoria” (Debüt-EP – cb) mit Markus Eck von Metal Message zusammen gearbeitet. Da gab es schon ca. 50-60 Reviews zu der EP, die eigentlich schon Albumlänge hatte. Markus hat seinen Job auch wirklich gut gemacht., da wir u.a. in den Metal Hammer gekommen sind. Letztendlich war es aber unser Ziel, das Ganze noch zu toppen. Ich denke, das ist uns auch gelungen.

Das sehe ich auch so. Zumindest qualitativ. Wie würdest du eure Musik bezeichnen? Reinen Thrash- oder Heavy-Metal spielt ihr nicht. Oder kann man es einfach unter dem Banner des Progressive Metal zusammenfassen?

Wir selbst haben viele Black-Metal-Einflüsse. Beispielsweise von DISSECTION. Unser Drummer schreibt die meiste Musik auf dem Klavier. Er ist Fan von ULVER, TRIBULATION oder eben DISSECTION. Das kann man bei Songs wie “Suicide Of A Chiromantist” oder “Lucid Sin” schon so auch raus. Ich persönliche würde uns eher als Progressive Heavy Metal bezeichnen.

Wo du gerade von “Suicide Of A Chiromatist” angesprochen hast. Ich finde, dass die Nummer ein wenig nach SEVENTH WONDER, einer amerikanischen Progressive Metal Band klingt…

Echt? Die kenne ich gar nicht.

…dann wiederum habt ihr Parts, die ganz klar im klassischen Heavy Metal verwurzelt sind. Plant ihr solche Sachen schon beim Songwriting. Oder passiert das automatisch?

SEVENTH WONDER kenne ich, wie gesagt, gar nicht. Werde ich aber mal anchecken. Dadurch aber, dass Tobi (Kasper, Drums – cb) eine klassische Klavierausbildung hat, kommt sowas immer irgendwie automatisch. Er selbst sagt, dass er viel von Beethoven beeinflusst ist. Ich denke nicht, dass er da irgendetwas plant.

Ihr seid gerade mit PRIPJAT auf Tour. Wie ist es dazu gekommen?

Wir haben mal zusammen in Aschaffenburg gespielt, und danach hat Elias ziemlich viel mit Eugen (Lyubavskyy, Gitarrist PRIPJAT – cb) geschrieben und so ist dann eins zum anderen gekommen. Wir haben dann beschlossen eine gemeinsame Tour zu spielen, alles DIY. Acht Konzerte, immer zwei bei uns unten im Süden und immer zwei bei PRIPJAT oben im Norden (er meint das Rheinland, bzw, das Ruhrgebiet – cb), sage ich mal (lacht).

Was versprecht ihr euch von der Tour?

Wir hoffen gut anzukommen, was bei den ersten beiden Shows der Fall war. PRIPJAT sind live aber auch eine Macht. Was versprechen wir uns davon? Naja, zunächst einmal andere Städte kennen zu lernen. In Bremen oder Hamburg waren wir noch nie. Im Rahmen der Tour haben wir am letzten Wochenende unsere 100. Show gespielt.

Glückwunsch dazu. Für mich wart ihr die Überraschung auf dem Metal 4 Meinerzhagen. Bei dem Festival im Sauerland habt ihr gute Miene zum bösen Spiel gemacht, weil der Sound gerade – aber nicht nur – bei euch mehr als bescheiden war. Trotzdem habt ihr alles gegeben.

Insgesamt war das Festival super organisiert. Dass der Tonmann bei uns überfordert war kann man eben nicht ändern. Wir hatten trotzdem Spaß auf der Bühne und haben alles gegeben. Aber danke für die Blumen.

Dafür nicht. Dann sag doch noch ein paar Worte zum Album. Stichwort Artwork vielleicht.

Ja, das Artwork ist von Adrian Baxter. Der hatte in der Vergangenheit schon einmal etwas für MAYHEM gemacht, glaube ich.

Sweeping Death In Lucid

Das Artwork hat auf jeden Fall einen Mystery-touch, finde ich.

Genau. Wir haben uns sehr viele Gedanken zu dem Artwork gemacht. Adrian Baxter selbst, ist auch schon mit einem Konzept für das Cover angekommen. Das fanden wir schon ganz gut, weshalb wir schlussendlich auch nur einige wenige Ideen hinzu addiert haben. Wir haben Wert auf viele Details gelegt.

Was wiederum zu der Musik von SWEEPING DEATH gehört. Hier muss man sich als Hörer auch viele Nuancen erarbeiten.

Genau. Ich finde auch, dass zu unserer Musik ein eher detailreicheres Cover passt.

Das macht es doch aber auch aus. Bei der “Somewhere In Time” von IRON MAIDEN entdecke ich heute noch neue Nuancen beim Studium des Covers. Anderes Thema. Wie habt ihr die Platte aufgenommen? Zuhause oder in einem richtigen Studio?

Wir haben bei metal-only.de an einem Contest teilgenommen und dort einen Studioaufenthalt gewonnen und konnten dort das Album in zwei Wochen aufnehmen. Label haben wir noch keines, falls du fragen wolltest. Wir haben unsere Musik zu verschiedenen Labels geschickt, aber irgendwie hat sich da noch nichts ergeben.

Sag mal, guckst du auf meinen Fragenzettel? Du hast mir jetzt schon zum dritten Mal eine Frage vorweg beantwortet (lacht).

Äh…wieso?

Die Frage nach der Labelsituation wäre erst jetzt gekommen (lacht).

Ach so (lacht). Natürlich nicht. Ich denke, dass unser Album nicht zum nebenher Hören taugt. Das könnte vielen Labels einfach zu anstrengend sein, sich mit unserer Musik komplett zu befassen. Von daher könnte es die Labels dann doch ein wenig abschrecken. Aber letztendlich steckt man ja nicht drin. Und die Gründe, weshalb man abgelehnt wird, erfährt man auch nicht immer.

Traurig, ist heutzutage aber wohl leider so, da hast du Recht. Wie stehst du/steht ihr denn zu Pay-To-Play?

Ganz schwieriges Thema. Wir waren damals bei einer Booking Agentur, haben da jeden Monat 120€ für ein paar E-Mails im Monat gezahlt. Dabei wären Touren in der Größenordnung 20.000€-30.000€ dabei gewesen. Das kannst du als kleine Band natürlich nicht zahlen. Ich persönlich halte gar nichts davon. Das Problem ist einfach, dass irgendwer immer wieder bereit ist, solche Unsummen zu bezahlen.

Wie stehst Du zum Internet? Fluch oder Segen? Thema: illegale Downloads. Oder siehst du das als zusätzliche Promotion für die Band?

Das haben wir beim ersten Album auch schon festgestellt. Da hat es keine zehn Tage gedauert, bis das Album auf irgendwelchen russischen Seiten zum freien Download zu bekommen war. Ich glaube, dass wenn man nicht spezifisch danach sucht, findet man unser Album auch nicht. Von daher sehe ich das nicht als zusätzliche Promotion. Es ist schon scheiße. Kann man nicht anders sagen.

Sweeping Death Bandlogo

Galerie mit 10 Bildern: Metal 4 Meinerzhagen 2018 - Sweeping Death
26.04.2019

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