Sweeping Death - Tristesse

Review

Galerie mit 10 Bildern: Metal 4 Meinerzhagen 2018 - Sweeping Death

SWEEPING DEATH haben bereits mit „In Lucid“ 2019 ein wahnsinnig starkes Debüt veröffentlicht, das im Fahrwasser von Bands wie TRIBULATION oder IN SOLITUDE einen abwechslungsreichen Genre-Straus aus traditionellem Heavy Metal, progressiven Ausflügen und der ein oder anderen angeschwärzten oder angethrashten Spitze kredenzte. Auch die neue EP „Tristesse“ wird kein leichtes Futter, geht es doch thematisch um Arthur Schopenhauers Werk „Die Welt als Wille und Idee“, auch im wieder einmal famosen Coverartwork von Eliran Kantor dargestellt. Wird das allerdings spaßig oder endet das Hörerlebnis von „Tristesse“ auch in jener?

„Tristesse“ ist musikalisch eher das Gegenteil: Bunt und abwechslungsreich

Das kann schon einmal entschieden verneint werden. Auch wenn durchaus Traurigkeit hier und da zu vernehmen ist, wäre es falsch, alle Songs daran zu messen. Musikalisch gehen SWEEPING DEATH auf der neuen EP ähnlich abwechslungsreich und Scheuklappen-frei vor wie schon auf „In Lucid“. So gesehen ist „Tristesse“ einfach nur die logische Weiterführung des Vorgängers. SWEEPING DEATH geben sich allerdings etwas behäbiger und haben nicht mehr dieselbe unbändige Energie inne, sondern leben sich stimmungsmäßig mehr aus.

„The World As Will“ startet mit melancholischer Schlagseite in den Riffs, zieht aber bald den Faden hin zu Cellounterstützung (von Raphael Weinroth‐Browne, der auch bei LEPROUS dafür verantwortlich ist) und akustischen Gitarren im verträumten Mittelpart, um mit Piano auszuklingen. „Alter The Rift“ bedient nach dem Piano-Intro die eingängige Heavy-Schiene sehr gut, ehe „Sublime Me“ eine wahre Achterbahnfahrt verschiedener Stimmungen liefert: Von definitiv an Black Metal angelehnten Riffs hin zu folkiger angehauchten Licks und nachdenklichen Parts ist die Bandbreite hier sehr groß.

SWEEPING DEATH sind 2021 weniger Sturm und Drang, mehr Köpfchen

Auffällig ist erst einmal die etwas rauere Produktion im Vergleich, die sich vor allem am Schlagzeug bemerkbar macht, aber auch die Gitarren sind weniger verzerrt gespielt und so erinnert so mancher Part an die heute ebenfalls eher cleaner agierenden LUNAR SHADOW auf ihrem aktuellen Album. Das mag nicht jedem schmecken, erdet die Kompositionen aber ungemein. SWEEPING DEATH sind 2021 weniger DISSECTION-Worship oder TRIBULATION-Kopie in den Riffs als viel mehr PINK FLOYD-progressiv oder HÄLLAS-rockig, aber auch immernoch traditionell im Heavy Metal unterwegs.

Ihr Händchen für hängenbliebende Riffs haben sie ebenfalls nicht verlernt, so dass „Tristesse“ ein paar Umdrehungen braucht, bis sich die Melodien genauso stark festsetzen wie schon auf „In Lucid“. „Tristesse“ ist im Gesamtpaket etwas verkopfter und weniger unmittelbar mitreißend als das Debüt „In Lucid“, aber SWEEPING DEATH sind immer noch eine der spannendsten Nachwuchshoffnungen aus unseren Breiten, was „Tristesse“ einmal mehr wieder beweist. Als Appetitanreger auf ein hoffentlich bald folgendes Full-Length oder zur Überbrückung von Liveaktivitäten macht sich „Tristesse“ jedenfalls außerordentlich.

02.09.2021

"You can't spell Funeral without Fun!"

Der metal.de Serviervorschlag

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