Todtgelichter
Todtgelichter

Interview

"Schemen" – so der Titel von TODTGELICHTERs neuem Knaller. Dass die Band selbst nicht schemenhaft, sondern sehr wohl greifbar ist, beweist Tentakel Parkinson, Drummer der Band, in diesem Interview und gibt interessante Auskünfte über das Schaffen und die Hintergründe. In dem Sinne: viel Vergnügen!

TodtgelichterMoin! Glückwünsch erst mal zu Eurem neuen Album. Liege ich richtig in der Annahme, dass Ihr mit den Songs mehr als zufrieden seid?

Moin, und danke dir! Natürlich sind wir mehr als zufrieden, glaube kaum dass du von irgendeiner Band zu ihrem neuen Album etwas anderes hören wirst, oder?

Soweit ich das mitbekommen habe, gab es schon einige private Prelistenings im kleinen Kreis, zum Beispiel auf dem Av Is Og Ild im Auto. Seht Ihr Euch in den bisherigen Reaktionen bestätigt?

Die Leute, denen wir das vorgespielt haben, kennen uns und unseren musikalischen Werdegang gut bis ziemlich gut. Und ausnahmslos alle waren bis jetzt positiv überrascht. Man sagt zwar immer: „Freundeslob hinkt“, allerdings bekommen wir gerade aus unserem Bekanntenkreis die meiste Kritik. Bis jetzt scheint es mir so, als ob jeder ein zweites „Was Bleibt…“ von uns erwartet hätte, und unter dem Gesichtspunkt ist es in der Tat überraschend, was wir der Hörerschaft da um den Latz ballern. Ich denke ich darf objektiv sagen, dass sich unsere spielerischen und songwriterischen Fähigkeiten um einiges gesteigert und wir ein abwechslungsreiches und gutes Album aufgenommen haben, ohne uns selber untreu zu werden. Ja, die Reaktionen bestätigen uns; das Album war ein gutes Stück Arbeit an uns Selbst und an den Songs, da dürfen wir uns auch endlich mal zurücklehnen und verdientes Lob einfahren, hehe. An der Stelle auch noch mal Dank an alle anderen in irgendeiner Weise Mitwirkenden – Marta, Klaus, Martin, Trolfbert, Nachtgarm (layout) und nicht zuletzt Eike (Produzent), der unseretwegen wohl eine ganze Menge Schlaf nachzuholen hat und der unglaubliche Arbeit geleistet hat.

Wo seht Ihr als Band die Einflüsse für Euer Schaffen? Welche anderen Interpreten, aber auch Kunstwerke, Literatur und alltägliche Dinge inspirieren Euch?

Wenn man mit wachen Augen durch die Welt geht, inspiriert einen eigentlich alles, was die Rezeptoren erfassen können. Lyrisch waren wir immer schon der deutschen Romantik nicht abgeneigt, viele Texte verbeugen sich vor dieser Epoche und ihren Werken. Innere Zerrissenheit bis zur Schwelle des Wahnsinns, Melancholie, aber auch Leidenschaft, Unzufriedenheit mit den gängigen Normen bis hin zu Hass und Wut sind Themen, die sich dort wiederfinden; diese haben nichts an Aktualität eingebüßt und werden thematisch von uns ebenfalls verwertet. Ebenfalls gibt es eine Menge großartiger naturmystischer Kunstwerke aus dieser Epoche, auch so etwas kann inspirieren. Allerdings gibt es auch eine Menge Filme, die uns beeinflussen, das „Matrix“- Sample am Anfang von „Blutstern“ erkennt man eigentlich sofort, weniger zu erkennen (doch nicht minder passend) ist wohl das Sample aus „Oldboy“ bei „Segen“. Auch einige Texte können gut aus der Stimmung eines Filmes heraus entstehen. Alltagsverdruss bis zur Wut auf sämtliche Dummheit auf diesem Planeten funktioniert bei mir ganz gut, um musikalisch ein Ventil zu suchen; und nicht zuletzt werden wir auch durch Bands, die wir hören beeinflusst, allerdings mehr auf technischer Ebene – soll heißen, man hat den Anreiz, bestimmte Dinge zu üben, bis man sie ebenfalls kann.

Ich bin von „Schemen“ ziemlich angetan und der Meinung, dass Ihr Euch ziemlich stark entwickelt habt, wenn man sich „Was Bleibt…“ einmal anschaut. Wie kann man sich eine Entwicklung vorstellen, in der eine Blackmetalband sich letztlich dazu entscheidet, ein Saxophon und sogar ein Didgeridoo zu verwenden?

Das kann ich in jedem Fall unterstreichen, wäre ja auch traurig wenn man sich nicht weiterentwickelt. Wir sind allerdings immer noch nicht da, wo wir hin wollen; es bleibt immer noch genug Luft für weitere Evolutionsschritte. WIE allerdings diese Entwicklung stattgefunden hat, lässt sich für mich nur sehr schwer sagen, weil ich ja die ganze Zeit dabei war und alles stetig gewachsen ist; für mich war es ein gleichmäßiger Prozess. Ist allerdings klar, dass die Leute den krassen Sprung zwischen beiden Alben hören werden. Wir haben uns allerdings auch der konstruktiven Kritik zum letzten Album angenommen und versucht, die negativen Gesichtspunkte beim Komponieren der neuen Songs zu verbannen. Tja, wie kommt man da zum Sax oder Didgeridoo? Das Piano war ja bis jetzt auf jedem Output von uns zu hören, war eigentlich keine Frage, dass wir das wieder einbauen. Beim Didgeridoo war es so, dass bei diesem Part der Bass ein Riff gespielt hat, welches eine solche Stimmung hervorrief, dass eigentlich jeder von uns sowieso ein Didgeridoo im Kopf hatte. Und von den in deinem Review angesprochenen SEAR BLISS, mit denen zumindest ich sehr vertraut bin und die ich sehr schätze, wussten wir, dass Black Metal und Blasinstrumente sehr wohl und gut miteinander funktionieren- letztendlich passte dieses Crescendo bei „Aschentraum“ mit anschließendem Hyperblast perfekt und das Arrangement mit Saxophon manifestierte sich schon vorher in unseren Köpfen. Um deine Frage konkret zu beantworten, es fühlte sich einfach richtig an, also warum nicht einbauen? Limitation ist für true Drumcomputereinmannprojekte, von daher drauf geschissen.

Und auf dem nächsten Album gibt es dann sicher Banjo und Big Band, hehe! Spaß beiseite: Habt Ihr bereits neue Ideen entwickelt und könnt verraten, wie es mit TODTGELICHTER weitergeht, oder habt ihr mit „Schemen“, das ja grade im Presswerk ist, erst mal alle Hände voll zu tun?

Das mit dem Banjo ist gar nicht so verkehrt, könnte passieren; Pläne gab es schon mal, also wart´s ab. Die Promo-Arbeiten für „Schemen“ sind in der Tat noch voll im Gange, ansonsten bereiten wir uns für unseren Release-Gig am 30.06 vor; und dann ist geplant, unsere neuen Riffs mal ein wenig zu sichten und anzuordnen, um neuen Songs ein Gesicht zu geben. Frederic wird ab August seinen Meister machen und in jedem Fall vier Monate ausfallen, das heißt es könnte sich mit dem nächsten Output ein wenig hinziehen, je nach dem wie wir mit der veränderten Probesituation klarkommen. Pläne für die nächste Veröffentlichung gibt es schon, ist allerdings zu früh um konkretes zu präsentieren.

Was denkt Ihr, wie „Schemen“ von Presse und Fangemeinde rezipiert wird? Ich könnte mir vorstellen, dass Ihr, der neuen Einflüsse wegen, eventuell einige Fans früher Zeiten, also solche, die Euch seit „Fluch/ Sog In Den Wahnsinn“ lauschen, verliert, im Gegenzug aber das Interesse „neuer“ Hörer geweckt wird. Was meint Ihr?

Tja, was die Presse meint bleibt abzuwarten; dass einige „Old-School“-Fans abspringen halte ich auch für wahrscheinlich, obwohl ich der Meinung bin, dass man unseren Stil sehr gut heraushört, wir haben uns ja nicht um 180 Grad gedreht oder machen jetzt Gothic Metal (jaja, trotzt des Frauengesanges nicht!). Unsere Fähigkeiten haben sich halt sowohl im technischen als auch im kompositorischen weiterentwickelt und dass da nicht „Was Bleibt 2“ bei rauskommt ist denke ich mal jedem klar, wäre ja auch traurig. Allerdings sind zumindest Frederic und ich der Meinung, dass sogar Elemente aus Demo- Tagen wieder Verwendung bei uns finden; im Gegensatz zu „Was Bleibt…“ finden sich auf dem Demo viel mehr melodische Spielereien (als Beispiel der Geistergesang aus „Impuls“, etwas ähnliches hatten wir bei „Existenz aus Nichts“ auch). Es gibt noch mehr Parallelen, aber ich will das Kind jetzt auch nicht auseinander pflücken, hört es euch einfach an. Na und wenn jetzt neue Hörer dazukommen, weint auch keiner von uns; denke mal es sind genug Sachen dabei, die auch Leuten gefallen, die jetzt nicht so angetan von den ersten beiden Scheiben waren.

Am 30. Juni findet in der Hamburger Markthalle die Releaseparty von „Schemen“ statt. Nach langem Hin und Her, ob zum Beispiel GEIST oder SEAR BLISS spielen können, sollte jetzt ja eigentlich alles so weit feststehen. Welche Bands werden definitiv kommen, wie sind die Eckdaten?

Das mit SEAR BLISS und GEIST ist wirklich schade; beide Bands wären gerne nach Hamburg gekommen um uns zu supporten, bei GEIST scheiterte es dann letztlich an Alboins Terminplan und der etwas desolaten Situation bei GEIST bzw. dem Fehlen der halben Besetzung, was das Ganze wohl zu einem unverhältnismäßig großem Aufwand für ihn gemacht hätte. Und SEAR BLISS können schlicht und einfach nicht für einen Gig nach Deutschland kommen, das rentiert sich nicht. Wir haben versucht am Freitag noch einen weiteren Gig auf die Beine zu stellen und sind gescheitert. Das Package ist aber noch nicht ganz vom Tisch; wir haben mit beiden Bands guten freundschaftlichen Kontakt und werden versuchen, dieses Billing im nächsten Jahr für zwei- bis drei Gigs durch Deutschland zu schicken, diesmal ohne Termindruck. In Hamburg auftreten werden wir nun also mit dem Co-Headliner MEMBARIS, die auch ihre neue CD dabeihaben werden; MØRKRIKET, die ja eigentlich für den geplatzten Gig letztes Jahr vorgesehen waren, und ASMODI, die uns auf dem „Av Is Og Ild 3″ überzeugen konnten, wo wir sie gleich als Opener engagiert haben. Das ganze findet im Marx /Markthalle statt (http://www.markthalle-hamburg.de, Klosterwall 11), kostet VVK 8 Euro und AK 10 Euro, Einlass ist 19.00 Uhr und Beginn so um 19.30 Uhr, also kommt zuhauf!

Wird das Album auf ebendieser Party auch offiziell veröffentlicht oder kommt es bereits vorher in den Handel?

Nach allem was wir wissen wird es wahrscheinlich unwesentlich früher veröffentlicht; denke mal es ist schon ein- bis zwei Wochen eher zu haben; hängt ganz vom Presswerk ab. Der Release-Gig ist aber eine sichere Sache, wenn man sich das Album zulegen will.

Gibt es nach diesem Gig, der für Euch sicher etwas besonderes bedeutet, weitere Tourpläne oder muss der geneigte TODTGELICHTERhörer sich um jeden Preis nach Hamburg aufmachen, um Euch live zu sehen?

Es gibt gute Gründe, nach Hamburg zu fahren – erstens spielen wir dort nicht sehr oft und wenn, versuchen wir etwas besonderes zu bieten; dieses mal werden wir das komplette Album (allerdings ohne den ersten und letzten Song, die als In- und Outro gedacht waren) zum besten geben sowie einige ältere Songs; insgesamt werden wir fast ein doppeltes Set spielen. Zweitens werden wir ab August bis Jahresende eventuell nur auf einem Konzert zu sehen sein; das hängt von AEBA ab, die mitten in den Vorbereitungen für ihr neues Album sind und die wir auf ihrem Release-Gig supporten werden. Sollte das in diesem Jahr noch klappen müssten wir Frederic extra einfliegen lassen (wenn das jetzt nicht nach Rockstar klingt!); wie oben bereits erwähnt wird er, wenn er anfängt seinen Meister zu machen, erst mal weg sein, was Proben und Konzerte geben leider etwas erschwert. Das mit AEBA ist eine Sache unter Freunden und als Ausnahme zu sehen; für alles andere wird der Aufwand in dieser Zeit dummerweise zu groß. Denke aber mal, das wir spätestens nächstes Jahr livemäßig mehr durchstarten.

Ihr seid seit einer Weile bei dem doch eher kleineren Label Folter Records. Verläuft die Zusammenarbeit so weit so, wie Ihr Euch das wünscht?

Bis jetzt ja, außerdem ist Folter unter den kleineren Labels doch eher ein größeres, denke ich. Mit dem Vertrieb und den Verkäufen unseres letzten Albums lief jedenfalls alles zufriedenstellend; ich gehe davon aus, das es dieses mal noch besser wird. Außerdem redet einem dort niemand rein; alles das Album Betreffende (Musik, Layout usw) lag in unserer Hand, besser kann es für einen Künstler nicht laufen- jemand, der einem ohne zu meckern sämtliche Abartigkeiten abkauft, hehe. Nein im Ernst- Jörg von Folter kannte das Album gar nicht, bis er das Master im Postkasten hatte. Zuerst war er wohl schon ein wenig überrascht ob der Veränderungen, aber mittlerweile findet er das Kind ziemlich gut und ich wage zu behaupten, dass es einigen „alteingesessenen“ Hörern ebenso gehen wird, also lasst euch einfach mal drauf ein. Schließlich ist immer noch TODTGELICHTER drin wo TODTGELICHTER draufsteht.

Mal zu Labels im Allgemeinen: Grade im Black Metal gibt es bekanntermaßen einige Labels, die eher mit Vorsicht zu genießen sind. Namen brauche ich hier wahrscheinlich nicht zu nennen, doch auf der einen Seite gibt es Labels, die wohl jeder erdenklichen Band auf Erden Geld schulden und sich um Verträge kaum scheren, auf der anderen Labels, die unter dem Deckmantel eines normalen Undergroundlabels an ganz gewöhnliche Kundschaft verkaufen, jedoch evidenterweise dem rechten Flügel zuzurechnen sind. Ich halte das für bedenklich und auch etwas gefährlich, grade der Vorstoß in „gutbürgerliche“ Bereiche – wie seht Ihr die Lage?

Nun – mit den Halsabschneidern und Betrügern hatten wir nie etwas zu tun. Und mit den Labeln des anderen genannten Typs wollen wir nichts zu tun haben. Generell – und dazu haben wir uns schon an anderer Stelle ausgekotzt – wollen wir mit der Band unsere Musik präsentieren. Das heißt erstens, dass wir nicht mit einem Label zusammenarbeiten werden, welches seine Möglichkeiten auf nicht Musik betreffende Bereiche ausweitet, die uns nicht passen – Die Labels, die dem „rechten Flügel“ zuzuordnen sind, und zwar die einschlägigen, verkaufen gleich auch mal eben Literatur oder anderes aus diesem Bereich und mit ein wenig Recherche (und ich meine hier ernsthafte Recherche und keine Wortklaubereien aus dem Antifantenlager) weiß man schnell, woher der Wind weht. Bei den Betrügern ist es eher schwerer herauszufinden, was Sache ist; aber auch da gib es Möglichkeiten, das schöne, große, weite, tratschende Internet zu nutzen, um von den schlechten Erfahrungen anderer zu lernen (es sei denn, man ist der erste, der abgezockt wird, in dem Fall- dumm gelaufen). Ich will darauf hinaus, das man bei dem Grenzenlosen Ausmaß an Dummheit und Abschaum auf diesem Planeten einfach IMMER, egal was betreffend, mit offenen Augen, Ohren und was man auch sonst noch so offen halten kann, durch die Welt gehen sollte. Ich stimme dir voll und ganz zu, das die o.g. Entwicklung bedenklich ist, aber was ist denn das Problem? Diese Labels oder die hirnlose Konsumentenschar, die lieber Vorgekautes ohne nachzudenken hinunterwürgt? Wenn jeder seinen Kopf öfter mal benutzen würde, würden solche Entwicklungen schnell in der Bedeutungslosigkeit verschwinden – wo sie hingehören.

Wenn Nuclear Blast, die momentan geschäftlich doch sehr erfolgreich scheinen, Euch morgen einen reizenden Vertrag anböten, unterschriebet Ihr?

Haha, jetzt hast du uns. Ich werde jetzt kein dogmatisches „Nein“ schreien; wenn der Vertrag stimmt und man uns nicht- Achtung Hauptkriterium!- in unser künstlerisches Schaffen reinredet, warum nicht? Dass NB gute Möglichkeiten hat, steht außer Frage. Außerdem sind ja mittlerweile sogar BELPHEGOR da untergekommen, die ich nach wie vor für untergrundverbunden halte. Ist meiner Meinung nach auch Quatsch, eine Band anhand ihres Labels zu beurteilen; um bei BELPHEGOR zu bleiben- ich halte „Pestapokalypse IV“ für ein fieses Stück satanischen Rotz, find das Teil ziemlich geil; während das neue DIMMU-BORGIR-Album eine Schlaftablette geworden ist, da kann auch Kinowerbung nichts mehr retten. NB haben halt wie jedes andere Label auch geile und Scheißbands unter Vertrag (diesen ganzen unsäglichen female-fronted-gothic-Dreck kann ich z.B. nicht mehr hören, was ist aus dem richtigen Gothic- metal geworden?) aber wenn mir eine Scheibe gefällt ist es doch wirklich egal, welches Label die rausbringt. Und wenn sie mir nicht gefällt dann noch mehr, dann wird’s gar nicht erst gekauft. Angenommen, „Schemen“ wäre bei NB rausgekommen, was hätte das an der Musik geändert?

Womit Ihr Euch von vielen ach so dogmatischen Blackmetalbands ein wenig unterscheidet! Die Frage mag oberflächlich betrachtet etwas plump wirken, ist aber wahrscheinlich ziemlich schwierig zu beantworten, und daher doch interessant. Was ist für Euch Black Metal?

Das ist in der Tat schwer zu beantworten. Unser ehemalige Gitarrist Felix hat in einem Interview mal geschrieben, dass jeder, der versucht, diese Frage zu beantworten, unweigerlich scheitern muss; und da stimme ich ihm zu- Black Metal ist eine ungeheuer subjektive Sache, ein Kanal für sämtliche dunkle Emotionen und Stimmungen; der eine mag das mit Satan verbinden, der andere mit Naturmystik; es gibt genug interessante und abwechslungsreiche Strömungen innerhalb des BMs, aber auch ebenso viele unterschiedliche Interpretationen und genau das macht die Sache so interessant. Unsere Auffassung dessen befasst sich, wie weiter oben erwähnt, hauptsächlich mit den dunklen Seiten der menschlichen Seele. Deswegen ist es für uns auch immer noch im Rahmen, ab und zu mit genrefremden Elementen zu spielen, solange es zum Grundgerüst passt. Was mich persönlich betrifft; ich höre in erster Linie düstere Musik – das kann heute TYPE O´ NEGATIVE sein, morgen NILE und übermorgen BURZUM; bei den anderen ist der Musikgeschmack ähnlich weit gefächert. All diese Dinge inspirieren uns und manchmal fließen Stimmungen aus anderen „dunklen“ Musikrichtungen in unseren Black Metal ein.

Seit einem halben Jahr habt Ihr nun auch ein Profil bei der immer beliebter werdenden Plattform „Myspace“. Seid ihr erfreut über die Chance dieses Mediums, oder seid ihr eher angenervt ob der Notwendigkeit der Mitgliedschaft, die man als Band heutzutage irgendwie zu haben scheint.

Zuerst habe ich mich gefragt, was das eigentlich soll, ja. Warum sollen Bands eine MySpace-Seite haben, während man doch schon eine Homepage hat? Mittlerweile habe ich das allerdings akzeptiert; genauso gut kann man sich fragen, warum so viele Leute in Internetforen rumkrebsen, wenn man doch ein Telefon hat- die Zeiten ändern sich halt, neue Generationen und neue Gewohnheiten treten auf, und wenn die Leute MySpace-Seiten erstellen und sämtliche existierenden Bands als Freunde hinzufügen wollen sollen sie das halt tun. Und es lässt sich nun mal einfacher Handhaben als eine Internetseite, ich habe z.B. trotz 20 Jahren Programmiererfahrung immer noch kein HTML gelernt und kenne mich null mit Homepageprogrammierung aus, da kommt das einfache Handhaben der MySpace-Seite meiner Faulheit sehr entgegen.

Man hat mich darum gebeten, Euch danach zu fragen, wie Ihr der illegalen Downloaderei von Songs, die in meinen Augen weiter zunimmt, gegenübersteht. Was ist Eure Meinung dazu, sowohl im Allgemeinen, als auch auf TODTGELICHTER speziell bezogen?

Ich finde es gut, im Internet Bands probezuhören. Aber ich bin kein Freund von MP3s, ich höre lieber meine CDs. Ich habe zwar früher Songs gesaugt, aber meistens Sachen, die woanders einfach nicht zu bekommen waren- frühe Demos von ABIGOR z.B., die bekommst du ja nirgends mehr her. Ich hab letztens bei Ebay die ersten beiden DARKSPACE-Alben gesehen für etwa 200 €, so was ist ja wohl nur bescheuert; da würd ich mir das mit dem Saugen noch überlegen. Trotzdem, ich bin Sammler; wenn es die Sachen zu kaufen gibt und mir ein Album gefällt, muss ich es Original haben (Wenn es bezahlbar ist, s.o.). Auf TODTGELICHTER bezogen fängt jetzt keiner von uns an zu weinen, wenn sich irgend jemand unser Demo aus dem Netz saugt, mit den beiden Alben jetzt sehe ich das allerdings anders. „Was Bleibt…“ war für 12 € zu haben gewesen, das ist ein fairer Preis für eine Original- CD. Bei „Schemen“ wird es wohl auch nicht viel mehr werden, da hab ich noch keine Infos. Generell scheinen CDs im Untergrund billiger zu funktionieren, da hast du immer so um 13 € mit Glück – Als Kontrastprogramm dazu darf man für die neue DIMMU BORGIR 18 € zahlen, und was hat man davon? Ein schönes Booklet, super. Bei Nuclear Blast meinte man mal, mit immer tolleren Booklets und CD-Verpackungen einen Anreiz zum Kauf bieten und dem Downloaden entgegenwirken zu wollen, wer allerdings solche Preise zahlen soll, weiß keiner; kein Wunder dass die Leute da aus dem Netz saugen.

Gibt es noch irgendwas, was Ihr ganz allgemein schon immer mal los werden wolltet?

Ja, die ganzen leeren Bierflaschen und den restlichen Müll aus unserem Proberaum.

Aufräumen, Männer! Ich bedanke mich recht herzlich für das Interview und wünsche Euch den angemessenen Erfolg mit „Schemen“. Die letzten Worte gehören traditionsgemäß natürlich Euch.

Vielen Dank dir für das Interview! Wir wünschen Metal.de natürlich weiterhin viel Erfolg – so und jetzt geht alle los und kauft euch „Schemen“( Hörprobe unter myspace.com/todtgelichter), das ist nämlich das beste Album, welches wir dieses Jahr rausbringen. Und schaut in spätestens einem Monat auf www.Todtgelichter.de vorbei, die Vorbereitung für die Homepage sind fast abgeschlossen. Heavymetal und Tschüss!

Galerie mit 14 Bildern: Todtgelichter - Live in Berlin
14.06.2007

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