Todtgelichter - Was Bleibt...

Review

Galerie mit 14 Bildern: Todtgelichter - Live in Berlin

Nichts gegen junge Black-Metal-Bands, die verhältnismäßig schnell ihre ersten Ergüsse durch ein Label unters Volk bringen wollen – die besten Norweger waren noch nicht volljährig, als sie die wegweisenden Platten dieses Genres aufgenommen haben. Allerdings: TODTGELICHTER sind nicht ganz so jung und auch bei weitem nicht so gut – aus verschiedenen Gründen wäre es deshalb keine schlechte Idee gewesen, mit dem Label-Debüt noch zwei, drei Jährchen zu warten. Damit nehme ich das Fazit des Reviews vorweg, was den Eiligen unter Euch sicherlich auch nicht ungelegen kommt.
Um das Pferd noch von hinten aufzuzäumen: „Was bleibt…“ ist eine äußerst durchschnittliche Black-Metal-Scheibe, die von Szene-Bekanntheiten wie NARGAROTH sicherlich nicht unbeeinflusst ist. Von den neun relativ homogenen Stücken, größtenteils eher im schnellen Bereich angelegt, sticht nur das getragene, elegische und über weite Strecken der zehn Minuten wirklich schöne „Wunden“ heraus, das als einziges Lied so etwas wie unverfälschte Emotion transportiert und zu dem auch die Produktion und das BURZUM-Geschreie passen. Davon abgesehen sind 90% aller Riffs abgenutzt, schräg oder gesichtslos, oft gehen einem die schlecht gemischten Leadgitarren (teils unbeholfen zweistimmig) sogar übel auf den Zeiger – und das wird zu Ende des recht langen Albums immer extremer. Als wäre das noch nicht genug, kreischt und grunzt der Sänger so gleichförmig und unverständlich, dass ich mich manches Mal gefragt habe, ob er sich vielleicht für seine Texte schämt?!
Dass die CD so wenig Freude macht liegt zu einem großen Teil auch an der Produktion, die über Demostatus leider kaum hinauskommt. Den Leadgitarren fehlt Hall, den Rhythmusgitarren der Biss, dem Bass Tiefe, dem Schlagzeug Druck und dem Mastering die Transparenz. Vereinzelte Holprigkeiten und Spielfehler sind ein weiteres Indiz dafür, dass TODTGELICHTER noch einiges an Reife, Spielerfahrung und Güte fehlt.
Alles in allem keine überragende Leistung, und ich wage einmal zu sagen: damit lässt sich zumindest bei mir kein Eindruck schinden. Was bleibt? Deutscher Black Metal auf gehobenem Demoniveau. Aber das hatten wir vor 10 Jahren auch schon…

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18.07.2005

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