Tracedawn
Interview mit Antti, Tuomas und Pekko zu "Tracedawn"

Interview

Das Durchschnittsalter der sechs Jungs von TRACEDAWN liegt immer noch unterhalb der Volljährigkeitsgrenze, aber trotz allem überzeugen die Finnen mit schier unglaublich technischen Fähigkeiten und zählen somit ohne Zweifel zum vielversprechendsten Musikernachwuchs Europas. Es verwundert kaum, dass das selbstbetitelte Debüt-Album, das in Finnland bereits seit Anfang des Jahres zu haben ist, kurzerhand auf Platz 29 der finnischen Top 40 einstieg und einen Sturm von positiven Reaktionen erntete. Metal.de ließ es sich nicht nehmen, mehr über die Jungs und die Entstehung der Band zu erfahren. In geselliger Runde konnten Antti Lappalainen (Vocals), Tuomas Yli-Jaskari (Gitarre) und Neuzugang Pekko Heikkilä (Bass) auch charismatisch punkten.

 

Tracedawn

TRACEDAWN ist ohne Zweifel eine ziemlich junge aber auch technisch versierte Band. Wie fing alles an? Was sollte man über euch wissen?

Tuomas: Wir sind eine Melodic Metal Band aus Finnland und unser erstes Album wird im August europaweit veröffentlicht. Ich habe die Band bereits 2005 gegründet, tatsächlich aber konnten wir erst Ende 2006 so richtig durchstarten, da das Line-Up erst zu diesem Zeitpunkt, bis auf unseren Keyboarder Vili, der erst im Frühjahr 2007 zu uns kam, nahezu komplett war. Ich habe mich im Internet auf die Suche nach weiteren Mitgliedern gemacht und so haben wir schließlich auch zueinander gefunden. Seither haben wir wirklich hart geübt und zunächst unser erstes Demo und auch unsere ersten Gigs vorbereitet. Unser Demo bekam durchweg gute Kritiken, so dass auch schon sehr bald einige Plattenfirmen Interesse hatten mit uns ein Album aufzunehmen. Kaum war der Sommer im letzten Jahr vorbei, geschah alles ziemlich schnell: wir unterschrieben einen Deal mit Redhouse FMP und nahmen unser erstes Album auf, das bereits im Frühling in Finnland veröffentlicht wurde. Kurz darauf haben wir eine Menge Konzerte gespielt und wir hatten richtig viel Spaß! Über die Mitglieder in dieser Band kann ich nur sagen, dass wir die besten Freunde sind. Wir sind sehr froh und glücklich, dass wir uns gefunden haben.

Antti: TRACEDAWN sind sechs Jungs, die zusammen musizieren und einfach die beste Zeit ihres Lebens haben. (lacht) Am Anfang hatten wir zwei Line-Up-Wechsel, aber jetzt läuft alles rund. Wir lassen alles auf uns zukommen, sind sorgenfrei, lieben das Leben und genießen einfach jeden Moment.

Pekko: Als Neuling bin ich in der Band, weil ich bereits seit einigen Jahren mit Perttu, unserem Drummer, befreundet bin und auch Tuomas bereits kannte als ich erfuhr, dass ein neuer Bassist gesucht wurde. Natürlich wollte ich mit dabei sein und ich bin echt glücklich, dass ich Teil dieser coolen Band sein darf.

Was bedeutet für euch dieser etwas ungewöhnliche Bandname? Denn TRACEDAWN besteht ja ganz offensichlich aus zwei Worten, die zusammengesetzt auf den ersten Blick allerdings keine besondere Bedeutung zu haben scheinen…

Antti: TRACEDAWN steht für soetwas wie „die Suche nach einem neuen Anfang“. Jedenfalls hatte unser Drummer Perttu die Idee zu diesem Namen und ich finde das klingt auch wirklich cool. (lacht)

Tuomas: Ganz am Anfang haben wir uns MORAVIA genannt, aber da es auch noch eine gleichnamige Margarine gibt, haben wir uns – auch aus rechtlichen Gründen – diesen neuen Namen gegeben, denn wir alle fanden den Vorschlag von Perttu sehr cool. Es steckt eigentlich keine große Bedeutung dahinter, aber wenn du deine Fantasie etwas spielen läßt, kann man dort sicherlich einige Bedeutungen hineininterpretieren.

Ihr seid alle noch ziemlich jung aber eure Musik klingt schon jetzt sehr gereift und ziemlich professionell. Wann habt ihr das erste Mal eure Vorliebe für Musik und ganz speziell für Metal entdeckt?

Tuomas: Als ich das erste Mal THE BEATLES hörte, da war ich wohl so um die fünf oder sechs Jahre alt, hat mich Musik einfach begeistert. Aber die erste Metal-Band, die ich gehört habe, war STRATOVARIUS, und danach gab es für mich kein Halten mehr. Zu diesem Zeitpunkt war ich elf oder zwölf. Kurz darauf habe ich dann CHILDREN OF BODOM, NIGHTWISH, SONATA ARCTICA und schließlich auch einen Großteil der Metal-Szene in unserem Land für mich entdeckt, später natürlich auch die Bands von außerhalb… (lacht)

Antti: Musik machte mich bereits in jungen Jahren abhängig. (lacht) Ich glaube ich war sieben, als mir mein Vater das erste Mal das Album „Machine Head“ von DEEP PURPLE vorspielte, und von da an gab es für mich kein Zurück mehr.

Pekko: Ich bin zwar wie gesagt noch relativ neu in der Band, gleichzeitig aber bin ich auch der Älteste. Meine Leidenschaft zum Bass begann irgendwann 2000, als ich unbedingt ein Instrument spielen wollte. Vielleicht war „The Art Of Shredding“ von PANTERA auschlaggebend, denn die Drums und der Bass in diesem Song sind einfach nur fantastisch. Ich denke das hat mich geprägt.

Einige Leute werden vielleicht sagen, dass ihr nur eine weitere finnische Band unter vielen seid… Was habt ihr diesen Leuten zu sagen? Was hebt euch von den anderen ab und was macht TRACEDAWN eurer Meinung nach so besonders?

Tuomas: Wenn uns jemand soetwas sagen würde, der unser Album noch nicht gehört hat, würde ich demjenigen raten erstmal unser Album zu hören und dann zu urteilen oder einfach die Klappe zu halten. Aber wenn jemand unsere Musik gehört hat, sie allerdings nicht mag, ist das auch OK. Ich kann nicht sagen was TRACEDAWN einzigartig macht…das müsstest du mir schon sagen! Wir machen bloß Musik die wir mögen und wir haben Spaß daran. Das ist alles.

Pekko: Als ich die Jungs das erste Mal in einem Club gesehen habe, war ich von der Energie, die auf der Bühne sprühte, total fasziniert. Und wenn du jetzt noch Talent und die Tatsache, dass TRACEDAWN auf einem hohen technischen Niveau spielt hinzuaddierst, hast du in etwa eine Ahnung davon, was TRACEDAWN tatsächlich ausmacht. Das gibt es in diesem Ausmaß sicherlich nicht zu oft im Metal.

Antti: Vielleicht haben diese Leute Recht, wir haben dem Genre nicht sonderlich viel Neues hinzuzufügen, aber unsere Musik ist sehr vielfältig und könnte jedem zumindest etwas geben.

Eure Musik bewegt sich hauptsächlich im Bereich des Melodic Death Metal, aber ihr fügt sowohl neue als auch traditionelle Elemente hinzu. Warum habt ihr euch für genau diese Spielart entschieden?

Tuomas: Gute Frage… Das wüsste ich auch gern! (lacht) Das alles hat sich so entwickelt und ich denke das liegt auch daran, dass wir ungefähr eine Million unterschiedliche Bands hören und mögen.

Antti: Wir haben diesen Stil nicht forciert, das hat sich tatsächlich einfach so entwickelt und ich denke dass wir uns diesbezüglich auch noch weiterentwickeln werden. Denn wir möchten uns nicht festfahren und immer auf der selben Stelle treten. (lacht)

Welche Bands haben euch denn am meisten beeinflusst?

Tuomas: Als ich auf der Suche nach weiteren Mitmusikern war, habe ich oft AMORAL und STAM1NA gehört, und das hat unseren Stil sicherlich auch etwas beeinflusst. Aber ich denke, dass ich an dieser Stelle noch Hunderte an Bands aufzählen könnte. Meine aktuellen Lieblingsbands sind PROTEST THE HERO, STRAPPING YOUNG LAD, NIGHTWISH, PERIPHERY, STAM1NA…usw.

Pekko: Da ich am Debüt nicht beteiligt war, kann ich nur aus persönlicher Sicht antworten. Für mich gibt es nur eine finnische Band: CHILDREN OF BODOM, das sind einfach die Besten! Alexi Laiho ist auch ein Grund, weshalb ich Musik machen möchte.

Eine Frage speziell an Antii: Welcher Sänger ist dein Vorbild und wie trainierst du deine Stimme?

Antti: Ich habe keinen bestimmten Sänger als Vorbild. Ich singe schon mein ganzes Leben und davon die letzten drei Jahre wirklich aktiv. Ich habe mir oft VITAL REMAINS angehört und immer versucht, irgendwie GLEN BETON nachzuahmen, aber ich glaube das hat nicht wirklich funktioniert, denn meine Vocals und Growls haben überhaupt keine Ähnlichkeiten zu seinen. (lacht) Gesangstraining findet eigentlich nur zu Hause statt, wenn ich dazu Lust habe, denn ich bin sehr faul was Übung an sich angeht… (lacht)

Wenn ihr Songs schreibt, was inspiriert euch, und ganz speziell auch zum Song „Justice For None“?

Antti: Die Lyrics zu diesem Song hatte ich innerhalb von dreizig Minuten geschrieben. Der Song handelt von Leuten, die gesellschaftlich höher gestellt sind und ihren Einfluß nur dafür nutzen, um einen eigenen Nutzen daraus ziehen zu können. Ganz allgemein inspirieren mich Dinge, zu denen ich eine eigene Meinung habe und zu den Sachen, zu denen ich etwas sagen kann, wie zum Beispiel über den ersten Mann im Weltraum oder über Tumppi, der gerade duscht… (lacht)

Tuomas: Meine Inspiration fließt hauptsächlich wenn ich wütend oder traurig bin, zum Beispiel habe ich in einem solchen Moment „Justice For None“ geschrieben. Ganz allgemein bin ich wohl inspirierter wenn ich depressiv oder wütend bin, als wenn ich glücklich durch die Welt laufe. Prinzipiell inspiriert mich aber so ziemlich alles!

Was meint ihr war der schwierigste Part um dieses Album zu veröffentlichen?

Antti: Der straffe Zeitplan, den wir während der Aufnahmen einhalten mussten. Wir hatten insgesamt nur zwei Wochen, um alle Songs einzuspielen und aufzunehmen. Anschließend waren alle total im Arsch, aber wir haben’s durchgezogen und alles so wie wir wollten auch geschafft!

Tuomas: Hm, laß mich überlegen… Das Songwriting lief wie am Schnürchen und die Aufnahmen verliefen reibungslos. Wir hatten ziemlich viel Spaß. Ich denke den schwierigsten Part hatten nicht wir sondern Redhouse FMP.

Jetzt denkt mal an euch selbst: Was war oder ist der wichtigste Aspekt um heutzutage Jugendliche dazu zu bewegen, einfach nur Musik zu machen oder sogar eine Band zu gründen?

Pekko: Musik ist ein einfacher Weg sein ganzes Geld zu verprassen, seine Freizeit zu opfern und einfach nur öde. Ha Ha, Scherz. Musik selbst zu machen ist ein grossartiger Weg um Kunst zu erschaffen…oder einfach nur laute Geräusche, neue Leute kennenzulernen und neue Freundschaften zu schließen. Außerdem…wichtig ist auch, dass Musik dir hilft, deine eigenen Fähigkeiten zu entdecken und auf interessante Art und Weise zu intensivieren.

Tuomas: Für mich ist Musik sehr, sehr wichtig. Ich liebe Musik und ich wollte schon immer auch Musik selbst machen. Ich denke das ist für die meisten sicherlich der wichtigste Grund, um überhaupt in einer Band zu spielen.

Antti: Es macht einfach höllisch viel Spaß! (lacht)

Ich danke euch sehr für das Interview und wünsche euch auch weiterhin Erfolg und natürlich auch sehr viel Spaß. Gibt es noch etwas, dass ihr hinzufügen möchtet?

Antti: www.myspace.com/tracedawn

Tuomas: Vielen Dank!

20.08.2008

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