Tracedawn
Interview mit Roni Seppänen (Gitarre) und Pekko Heikkilä (Bass) zu "Lizard Dusk"

Interview

Tracedawn

Als Sänger Antti im Dezember 2010 bei TRACEDAWN die Segel strich, nachdem bereits alles für die Aufnahmen zum neuen Album arrangiert war, machten die verbleibenden Jungs aus der Not eine Tugend und fanden in Gitarrist Tuomas Yli-Jaskari einen guten Sänger, der jedoch mit den typischen Growls Probleme hatte und sich ausschließlich auf den Klargesang konzentrieren konnte. Doch wie der Zufall es so wollte, fanden TRACEDAWN im Juni 2011 in Ex-AMORAL-Frontmann Niko Kalliojärvi einen erstklassigen Ersatz für Antti, so dass die Arbeit im Studio schnell erledigt war. Ende nächster Woche steht nun das neue TRACEDAWN-Album „Lizard Dusk“ in den Läden, und das hat es in sich, wie Roni Seppänen (Gitarre) und Pekko Heikkilä (Bass) im Gespräch bestätigen.

 

Leute, lasst uns gleich ans Eingemachte gehen: „Lizard Dusk“ ist euer drittes Album und unterscheidet sich von den bisherigen signifikant. Hat sich denn nach dem Ausstieg von Antti (Ex-Vocals) im Songwriting etwas grundlegend geändert?

Roni: Eigentlich…nicht wirklich. Nein. Jemand anderes hat diesmal die Texte geschrieben… (schaut zu Pekko)

Pekko: Da wir jetzt ja gleich zwei Asse im Ärmel haben, die sich um den Gesang kümmern, hatten wir diesmal mit den Vocal Arrangements viel mehr Freiraum als vorher und konnten uns richtig austoben. Das hörst du ja auch auf dem Album!

Ich habe es bereits angesprochen, euer ehemaliger Sänger Antti Lappalainen hat aus persönlichen Gründen die Segel gestrichen und wurde jetzt durch den Ex-Sänger von AMORAL, Niko Kalliojärvi, für die Growls und Tuomas Yli-Jaskari, eigentlich auch euren zweiten Gitarristen, für die Clean-Vocal-Parts ersetzt. Das Ergebnis erinnert sehr stark an die Lösung, für die sich bereits SCAR SYMMETRY entschieden hatten. Die Leute könnten nun auf den Trichter kommen und sagen, dass ihr ja nur ein Imitat seid…

Roni: SCAR SYMMETRY wer? Da klingelt bei mir nichts… Ich habe bis jetzt auch ehrlich gesagt von noch niemandem gehört, der uns als Imitat bezeichnet oder uns mit irgendeiner anderen Band vergleicht. QUEEN hatten bisher drei Sänger, und jeder hatte einen ganz individuellen Stil seinen Gesang zu vermitteln. Dann sind wir wohl alle Plagiate von QUEEN, oder? (lacht) Niko ist außerdem nicht nur für die Growls zuständig, sondern singt auf der Bühne auch schonmal den ein oder anderen Clean-Vocal-Part…

Pekko: Ich glaube nicht, dass SCAR SYMMETRY die ersten waren, die zwei Sänger für zwei grundverschiedene Gesangsstile eingesetzt haben, und mich kotzt es auch ein wenig an immer auf dieses „Growls vs. Clean“-Ding reduziert zu werden. Dieses Stilelement haben wir vorher genutzt und nutzen es auch weiterhin, nur mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass wir jetzt zwei Sänger haben, die ihre ganz eigenen Fähigkeiten so einsetzen, wie sie es am besten können. Das kommt natürlich auch der Musik zugute. Ich kann darin nichts erkennen, das irgendwie verwerflich, bösartig oder sonst irgendwie negativ behaftet sein soll. Vielleicht singen wir auf dem nächsten Album alle mal einen Teil – was will man uns dann vorwerfen? (lacht) Wir haben aus einer schwierigen Situation eine Tugend gemacht und unsere Musik so geschrieben, dass wir damit zu einhundert Prozent zufrieden sind.

Wie hat sich Niko bisher in die Band integriert?

Roni: Niko ist ein großartiger Kerl. Er ist ein hervorragender Performer auf der Bühne und hat viele Texte für das neue Album geschrieben. Ein absolut cooler Typ!

Pekko: Wir kommen alle sehr gut miteinander aus und ich bin froh, ihn in der Band zu haben. Er ist ein erstklassiger Entertainer.

Ich mag „Lizard Dusk“ wirklich sehr, bin aber der Meinung, dass der Vorgänger, „Ego Anthem“, sehr viel stärker war, weil das Album eigenständiger klingt. „Lizard Dusk“ erinnert aufgrund der Sängerkonstellation – und jetzt bitte nicht schlagen (lacht) – ziemlich stark an SCAR SYMMETRY und weniger an die TRACEDAWN, die ich bisher gewohnt war…

Pekko: (schaut nachdenklich)

Roni: Wovon sprichst du? SCAR SYMMETRY sagt mir wirklich nichts. Aber ich mag beide Alben, sowohl „Ego Anthem“ als auch „Lizard Dusk“, und ich sehr froh darüber, dass sich keines unserer bisherigen Alben völlig gleicht. Jedes Album hat seine eigene spezielle Atmosphäre, Geschichte zu erzählen und ist auch sonst – für uns – mit ganz individuellen Erinnerungen behaftet. „Lizard Dusk“ repräsentiert TRACEDAWN für das Jetzt, das Hier und Heute.

OK. Dann lasst uns etwas über das Album selbst sprechen. Was bedeutet der Titel? Welche Gedankengänge stecken dahinter?

Pekko: „Lizard Dusk“… Das ist eine Person, die vergewaltigt, geschlagen und gedemütigt wurde, und noch während des letzten Atemzugs eine bahnbrechende Erkenntnis der Wahrheit bekommt. Tod ist nur ein Wort.

Das klingt kryptisch… Wenn ich jetzt nicht ganz falsch liege, hat sich Antti bisher immer um die Lyrics gekümmert. Roni hat ja vorhin bereits gesagt, dass ein Teil der Texte nun auch Niko zu verdanken sind. Wem dürfen wir sonst noch danken?

Roni: Neben Niko hat sich diesmal auch Pekko um die Lyrics gekümmert.

Pekko: Ja, das stimmt!

Welche Themen kommen zur Sprache?

Pekko: Ich kann nicht für Niko sprechen, aber meine Texte behandeln alle ein anderes Thema. Ich möchte jetzt auch nicht zuviel verraten, denn ich möchte, das sich jeder die Texte durchliest und sich anschließend seine eigenen Gedanken dazu macht. Solange die Lyrics Gefühle gleich welcher Art auslösen, habe ich genau das erreicht, was ich wollte. Natürlich könnte ich dir jetzt sagen, dass sich dieser oder jene Song um dieses oder jenes Thema dreht, aber ich finde es viel spannender, wenn jeder die Lyrics so interpretiert wie er möchte.

Mir hat’s ja „Sick Fire“ sehr angetan, aber auch „Thanks For Asking, I’m Just Obsessed“ ist megageil. Welche Songs vom neuen Album gefallen euch denn am besten und warum?

Roni: Ich liebe „Arabian Nights“. Meiner Meinung nach ist das ein großartiger Opener für das Album, denn er beginnt mit einem mächtigen Knall und pustet dich einfach um. „The Crawl“ ist ebenfalls der Hammer.

Pekko: Yup! Mein Favorit im Moment ist „The Crawl“, weil das einfach eine unglaublich epische Nummer ist.

Ihr habt für „Breed Insane“ einen Videoclip gedreht. Warum gerade für diesen Titel?

Roni: Wir haben uns schon ziemlich früh darauf geeinigt für diesen Song ein Musikvideo zu drehen, weil sich dieser Track dafür einfach angeboten hat. Ich finde, das ist ein typischer Song für ein cooles Video.

Pekko: Unser zweites Video zum Song „Machine“ haben wir soeben auf YouTube hochgeladen. Schaut es euch an. Das rockt! Verdammt!

Wenn „Lizard Dusk“ eine Pizza wäre, welche Zutaten hättet ihr dafür verwendet?

Pekko: Die Welt wäre definitiv besser ohne weißes Mehl! „Lizard Dusk“ ist wie 500g fangfrischer, gegrillter Riesengarnelen mit Zitronensaft und Avocado serviert, und zum krönenden Abschluss fühlst du dich wie nach einem Blowjob, den du niemals wieder vergessen wirst!

Guten Appetit…! Möchtet ihr noch etwas ergänzend an unsere Leser richten?

Pekko: Ihr werdet „Lizard Dusk“ genauso mögen wie wir selbst. Da könnt ihr sicher sein! Wir haben jetzt auch eine Seite auf Facebook (facebook.com/tracedawnofficial) – kommt uns dort mal besuchen und sagt „Hallo!“. Wir hoffen euch bald auf der ein oder anderen Live-Show zu sehen!

12.02.2012

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