
Venom
"Wir wollen nicht nur von alten Songs leben. Neue Musik zu machen hält uns lebendig."
Interview
Wir haben mit VENOM über ihr neues Album „Into Oblivion“, musikalische Veränderungen und die lange Bandgeschichte von nahezu 50 Jahren gesprochen.
Hey und willkommen bei Metal.de! Mein Name ist Leon und heute spreche ich mit Danté von VENOM. Schön, dass du da bist – ich hoffe, es geht dir gut!
Ja, alles bestens, freut mich, mit dir zu sprechen!
Erstmal Glückwunsch zum neuen Album „Into Oblivion“! Wie fühlt es sich an, zu diesem Zeitpunkt eurer Bandgeschichte neue VENOM-Musik zu veröffentlichen?
Es fühlt sich großartig an. Es hat ja auch wirklich lange gedauert – unser letztes Album „Storm The Gates“ ist schon sieben oder acht Jahre her. Umso schöner ist es jetzt, endlich wieder neues Material draußen zu haben. Wir sind alle ziemlich begeistert davon.
Der Titel „Into Oblivion“ klingt ziemlich endgültig. Was bedeutet er für euch?
Das ist auch der Titeltrack des Albums. Wir hatten verschiedene Ideen, aber wir sind immer wieder darauf zurückgekommen. Irgendwann war klar: Das ist der perfekte Titel. Und die Songs selbst – wir sind extrem zufrieden damit. Wir hören das Album rauf und runter, sogar jetzt noch. Normalerweise analysiert man beim Recording alles bis ins Detail, aber selbst nach dem finalen Mix hören wir es immer noch gerne. Das ist ein gutes Zeichen.
Geht es auf dem Album eher um Eskapismus, Reflexion oder etwas ganz anderes?
Es ist einfach ein richtig gutes Rock-’n’-Roll-Album mit vielen Facetten. Es gibt schnelle, klassische VENOM-Nummern, aber auch progressivere Tracks wie „As Above So Below“ oder „Unholy Mother“. Einige Songs waren ursprünglich sogar deutlich länger, mussten aber fürs Vinyl gekürzt werden. Die langen Versionen könnten später noch auf separaten Veröffentlichungen erscheinen.
Gab es eine bestimmte Stimmung, die ihr einfangen wolltet?
Nicht bewusst. Unsere Einflüsse kommen einfach automatisch durch – viel 70er-Kram, Bands wie Led Zeppelin, Deep Purple oder Rainbow. Wenn wir zusammenkommen, entsteht daraus eben dieser typische VENOM-Sound. Und sobald Kronos singt, weiß sowieso jeder sofort, wer da am Werk ist.

„Lay Down Your Soul“ war die erste Single. Warum gerade dieser Song?
Das ist so ein kleiner Gruß an die Vergangenheit – eine Anspielung auf „Black Metal“. Der Song zeigt direkt: Wir sind noch da. Nach all den Jahren wollten wir ein klares Zeichen setzen.
Wie stark repräsentiert der Song das Album insgesamt?
Schon ziemlich gut, aber das Album ist vielseitiger. Es gibt auch bluesigere oder experimentellere Momente. Trotzdem bleibt alles unter dem VENOM-Dach – nichts wirkt fehl am Platz.
VENOM steht für einen rohen, kompromisslosen Sound. Wie bleibt man dem treu und entwickelt sich trotzdem weiter?
Ich glaube, wir haben genau die Balance gefunden. Die Energie ist immer noch da, aber der Sound ist heute sauberer produziert. Früher war das alles wilder und ungezähmter – heute ist es etwas klarer, aber immer noch genauso kraftvoll.
Wie hat sich der Songwriting-Prozess diesmal unterschieden?
Durch Corona mussten wir anfangs viel getrennt arbeiten. Dadurch entstanden teilweise sehr epische Ideen. Als wir dann wieder gemeinsam im Raum waren, konnten wir das alles strukturieren. Das war der Punkt, an dem das Album wirklich Form angenommen hat.
VENOM gilt als Wegbereiter des Black Metal. Was bedeutet dieses Erbe für dich?
Das ist eine riesige Ehre. Nicht viele Bands schaffen es, mit einem Album gleich ein ganzes Genre zu prägen. Und dass wir nach all den Jahren immer noch aktiv sind, ist einfach unglaublich.
Die Szene hat sich stark verändert. Was ist für dich der größte Unterschied zu früher?
Früher war es leichter, Leute zu schockieren. Heute ist man durch Social Media und alles Mögliche viel abgestumpfter. Damals war VENOM wirklich provokant – heute braucht es deutlich mehr, um denselben Effekt zu erzielen.
Hat Metal trotzdem noch diesen rebellischen Spirit?
Definitiv. Harte Musik gibt dir Energie – egal ob du sie hörst oder selbst spielst. Live auf der Bühne zu stehen und die Reaktion der Leute zu sehen, das ist einfach unersetzlich.
Viele Bands setzen heute auf perfekte Produktionen. Geht dabei etwas verloren?
Ja, manchmal schon. Wenn man etwas zu oft wiederholt, verliert es den ursprünglichen Funken. Es muss nicht perfekt sein – es muss sich echt anfühlen.
Wie funktionieren die neuen Songs live?
Super. Wir werden einige davon ins Set aufnehmen – wahrscheinlich drei oder vier. Songs wie „Lay Down Your Soul“ oder „Into Oblivion“ funktionieren live richtig gut.
Was treibt euch nach all den Jahren noch an?
Ganz einfach: Wir lieben es. Wir wollen nicht nur von alten Songs leben. Neue Musik zu machen hält uns lebendig.
Spürt ihr Druck, dem Vermächtnis gerecht zu werden?
Klar, aber wir arbeiten als Team. Jeder bringt Ideen ein, und am Ende zählt nur, was dem Song am meisten hilft. Das macht den Prozess sehr entspannt.

Wie sieht die Zukunft für VENOM aus?
Wir haben einen neuen Deal mit BMG, das Album läuft bisher sehr gut. Es stehen Festivals und Shows an – und hoffentlich auch bald wieder Termine in Deutschland.
Wenn jemand VENOM zum ersten Mal über dieses Album entdeckt – was erwartet ihn?
Ein ehrlicher, roher und kraftvoller Sound – VENOM im Hier und Jetzt.
Danke für das Gespräch.
Galerie mit 14 Bildern: Venom - Ruhrpott Metal Meeting 2018

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| Band | |
|---|---|
| Stile | Black Metal, Thrash Metal |
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Leon Plett
































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