Without Face
Without Face

Interview

Die ungarische Combo WITHOUT FACE präsentiert einen außergewöhnlichen Mix aus Dark-Gothic, wildem Thrash & progressiven Klängen. Sowohl Dark-Fantasy Lyrics aus dem Realm Lovecrafts, Poes & Anne Rices, als auch die Kombination der verschiedenen Epochen & Stile zeichnen diese Band aus und haben ihr geholfen, die Grenzen des "Metal-Niemandslandes" zu überschreiten und auch dort viele Fans zu finden. Mehr über die Band, ihre Musik und die ungarische Metalszene erzählt uns "Goldkehlchen" Julie.

Without FaceIhr habt vor kurzem Euer zweites Album rausgebracht, aber Euer Name ist noch für viele unbekannt. Erzähl uns bitte kurz von der Bandgründung.

Die Band wurde 1997 gegründet, aber unser Stil war anders als der, den du auf „Astronomicon“ oder auf unserem ersten Album „Deep Inside“ zu hören bekommst. Das war mehr so Melodic Trash Metal mit male and female Vocals. Der Band gehörten auch unser Drummer Peter und Vokalist Andras an. Ein Jahr später hat die Band ein Demo aufgenommen und brachte im Jahre 2000 ihr erstes Album „Deep Inside“ heraus, das erst mal nur in Ungarn erschien. Ein Jahr später wurde es vom amerikanischen Label Dark Symphonies Records wiederveröffentlicht. Und jetzt sind wir bei British Elitist/Earache Records.

Was hat Euch inspiriert, die Band „Without Face“ zu nennen?

Ich muss immer lachen, wenn ich diese Frage höre, weil ich mich an unser erstes Interview im Metal Hammer Ungarn erinnere. Das war die erste Frage und unser Drummer sagte: „Willst du die wahre Geschichte hören, oder die die gut klingt?“ Lass mich beide erzählen. Die wahre Geschichte ist: Einmal saß unser Drummer im Kino und sah auf dem Bildschirm den Titel „Man without face“ und dachte sich, „Without Face“ wäre ein guter Name für die Band. Und als sie die Band gegründet haben, hat er diesen Namen vorgeschlagen. Die anderen Bandmitglieder fanden, dass er gut klingt. Und die andere Geschichte ist, dass wir immer unsere eigene Musik machen wollten, ohne zu kopieren..Musik die „without Face“ ist, die ihre eigene Atmosphäre hat.

Lass mich zu Eurem neuen Album übergehen. Ich habe es wirklich genossen…mysteriös…magisch und mit so vielen Gesichtern…Als ich diese CD rezensierte war ich nicht sicher, wie ich diese Musik kategorisieren sollte. Wie würdest Du Eure Musik beschreiben?

Danke! Es freut mich wirklich zu hören, es war auch unser Ziel, solche Musik zu schaffen. Und ich denke, wenn du dir hier nicht so sicher warst, heißt es, vielleicht haben wir etwas Neues und anderes geschaffen. Wir denken einfach nicht daran, welche Musik wir spielen wollen, wir spielen sie einfach. Wenn ich unsere Musik definieren müsste, würde ich sagen, dass wir einen komplexen, sehr melodischen Metal mit einer komplexen Instrumentalausrüstung (wie in einem symphonic orchestra) spielen.

Was sind Eure Lieblingsbands? Denkst, sie haben einen Einfluss auf Eurem neuen Album hinterlassen?

Unser Drummer Peter hört hauptsächlich progressive Musik, wie z.B. Dream Theater, Queensryche, aber er hört auch gerne Judas Priest, Skid Row, White Snake. Unser Gitarrist Roomy, liebt Prog-Metal, Dream T., Symphony X und auch Bands wie Carcass, Napalm Death, Morbid Angel. Keyboarder Sasza hört viel klassische Musik, Sting, Dream T., Symphony X, Red Hot Chilli Peppers. Unser Bassist hört alle dieser Bands und viel Jazz. Die beiden Vokalisten, also ich und Andras hören alles, von Loreena McKennitt bis hinzu Folk und Death Metal. Und ja, ich glaube, alle dieser Bands, die wir hören, haben im Endeffekt einen Einfluss auf unsere Musik. Aber glücklicherweise sind das so viele Bands, deswegen denke ich, dass unsere Einflüsse nicht zu spezifisch sind, aber den stärksten Einfluss haben wohl die Proggies.

Wie seid Ihr auf den Namen „Astronomicon“ gekommen und was wolltet Ihr durch dieses eindruckvolle Cover zum Ausdruck bringen?

Das war Andras‘ Idee. Der Name kommt von „Astronomy“ und „Necronomico“.

Wir denken, der Titel ist so mysteriös, wie die Musik, die du auf dem Album findest. Zu dem Frontcover: Wir haben unser Album einem ungarischen Künstler gegeben, Gyula Havancsák ( www.skaelede.hu/hjules ) und er machte ein sehr attraktives Cover!

In Euren Lyrics erkenne ich eine Inspiration durch so bekannte Poeten wie Poe, Lovecraft oder Longfellow. Was genießt Ihr an ihrer Poesie? Welche Poesie lest Ihr sonst gerne?

Die obskure Atmosphäre des Unbekannten ist eine noch intensivere Erfahrung, als wenn du dir einen Thriller anschaust. Ich mag dunkle Gedanken und Gefühle, die sie haben…Eine fröstelnde, düstere und vor allem sehr spannende Atmosphäre. Wenn du die Lyrics liest , sie sind so sehr obskur, sie bedeuten für jeden etwas anderes. Das sind Geschichten erfüllt mit vielen Gedanken und Emotionen. Anyway, Longfellow hat uns nur bei unserem ersten Album inspiriert. Poe and Lovecraft inspirieren uns noch immer und auch Anne Rice, sie ist fantastisch! Ich lese vieles. Ich liebe historische Romane, besonders über Ägypten, aber ich kann in jeder Literatur etwas Faszinierendes für mich finden.

Inwiefern beeinflusst ihre Poesie Eure Lyrics? Was (oder wer) noch hat einen Einfluss auf Eure Texte?

Manche Texte basieren auf ihren Stories, z.B. „Pit and Pendulum“ basiert auf einer Story von Poe, aber diese wird von uns aus einer etwas anderen Sicht dargestellt. Unsere Lyrics sind voll von Emotionen. Unser Ziel war nicht, die Story, sondern die intensive Atmosphäre wiederzugeben. „The Violin of Erich Zann“ basiert auf Lovecraft’s „The music of Erich Zann“, „Talamasca“ auf Anne Rice’s Roman „The Witching Hour“.

Eure Musik empfinde ich als dunkel, hmm…Was fällt Dir zu dieser Sentenz ein:

„Only a black heart, can find beauty in the darkness“?

Hmm, ich glaube, ich hatte immer ein „schwarzes Herz“ gehabt. Ich kann aber nicht sagen, ob

ein „nicht-schwarzes“ Herz diese Schönheit in der Dunkelheit entdecken kann oder nicht.

Unser „schwarzes Herz“ hat sie gefunden und wird versuchen, sie noch schöner zu machen…

Was sind die wichtigsten Elemente in Eurer Musik?

Ich glaube die Atmosphäre, Ehrlichkeit, Power und Originalität.

In welchem Teil Eurer Musik finden wir den größten Teil Eurer Gefühle..Eurer Persönlichkeit?

Ich glaube, Du kannst unsere tiefsten Gefühle und Gedanken sowohl in den Lyrics, als auch in den Vocals finden, weil die Musik aus unserem Inneren kommt. Für mich ist Without Face nicht nur ein Projekt, sondern mein Leben. Diese Musik ist der Platz, wo ich mich (und jeder von der Band sich) vor der Welt versteckt, um hier all meine Gefühle zum Ausdruck zu bringen.

Erzähl uns bitte etwas von der ungarischen Metal- und Gothicszene.

Die Metalszene in Ungarn ist sehr klein, aber auch sehr stark. Die Leute sind normalerweise sehr offen für alle Richtungen des Metals, also hier gibt es ein tolles Publikum. Hier gibt es auch viele coole Bands und manche von ihnen haben es wirklich verdient, auch in anderen Ländern präsentiert zu werden. Die ungarische Metalszene wird mit jedem Tag stärker.

Bis Du zufrieden mit der Musik, die Ihr macht? Was sind Eure Zukunftspläne?

Ja, wir sind absolut zufrieden mit unserer Musik, mit dem neuen Album. Ich glaube, wir bieten etwas Individuelles zum Hören. Unsere Pläne sind eher komisch. Wir wollen so viele Konzerte geben, wie es nur möglich ist. Wir wollen überall dort spielen, wo es Menschen gibt, die daran interessiert wären, Without Face zu hören!

Besten Dank für Deine Antworten! Alles Gute für die Zukunft, eine gelungene Tour & viele, viele neue Fans!

Vielen Dank für das Interview. Wir hoffen alle Metalfans auf unserem Tour zu treffen. Bis dahin schaut Euch bitte unsere Website www.withoutface.com , oder schreibt uns mail@withoutface.com .

13.10.2002

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