Blood Incantation
Absolute ElseTour 2026 - Chemiefabrik, Dresden

Konzertbericht

Billing: Blood Incantation und Insect Ark
Konzert vom 10.06.2026 | Chemiefabrik Dresden, Dresden

Im Rahmen ihrer „Absolute ElseTour“ stehen BLOOD INCANTATION an diesem Mittwoch in der Chemiefabrik in Dresden auf der Bühne. Bedenkt man, dass die Band vor wenigen Tagen noch die Bühnen von Rock am Ring und Rock im Park bespielt hat, wirkt die Größe des Klubs kuschelig.

Fun-Fact: Hier im Osten der Republik hat man der Show sogar noch ein Downgrade vom Tante-Ju-Club, mit einer Kapazität von ca. 600 Gästen, auf die kleine Chemiefabrik mit dem Fassungsvermögen von höchstens 250 Besuchern verpasst. Und an der Abendkasse sind noch Tickets für Kurzentschlossene zu haben.

Dissonante Séance – INSECT ARK

Warum NEPTUNIAN MAXIMALISM, die ursprünglich als Terminsupport geplant waren, die Show nicht spielen, bleibt im Dunkeln. Fakt ist, dass am heutigen Abend INSECT ARK auf der Bühne stehen. Mit ihrem stark grenzüberschreitenden, dissonanten Drone-Doom, der von viel Effekt, Düsternis und vor allem den optisch außergewöhnlichen Lap-Steel-Gitarren geprägt ist, sorgen sie für einen spannenden Einstieg. Mit Stimme der Sängerin macht das Ganze live auf jeden Fall mehr Sinn und verleiht dem Auftritt eine ganz andere Nuance als eine reine Akustik-Performance.

Sicherlich alles andere als Wohlfühlmusik, aber die Dresdner Venue ist der perfekte Ort für eine derartige Séance. Dass man zu dritt nicht viel Platz auf der Bühne benötigt, erweist sich als praktisch, denn das Drumkit von BLOOD INCANTATION-Schlagwerker Issac Faulk ist ausladend und nimmt den kompletten hinteren Teil der Bühne ein.

Die Größe des Klubs bietet keinen Platz für futuristische Monolithen, dafür jedoch die fast undenkbare Möglichkeit, dicht an die Band heranzukommen. Denn trotz Blockaden in den Eingangsbereichen und Rollstuhlfahrern in den Fluchtwegen kann man durchaus in die ersten Reihen gelangen. Nur der Wille zählt.

BLOOD INCANTATION spielen den kompletten „Absolute Elsewhere“-Longplayer. Bei Auftritten ergänzt Keyboarder John Gamiño die reguläre Vier-Mann-Konstellation Faulk/Riedl/Kolontyrsky/Barett. Er ist live für die Krautrock- und PINK FLOYD-lastigen Akzente zuständig und überträgt sie sehr authentisch und in Albumqualität in die Liveumgebung. Die Band gibt im Chemiefabrik-Mikrouniversum alles und lässt sich von den geringen Besucherzahlen nichts anmerken.

Die Show ist ausnahmslos energetisch und fast fanatisch. Es ist surreal, mit welcher Intensität und Durchschlagskraft BLOOD INCANTATION die Synthese aus Death Metal und kosmischen Klanglandschaften vollziehen. Bei allem Verständnis der Kritiker, die vor allem die starken Brüche in der Korrelation bemängeln, bleibt es für Fans jedoch ein einschneidendes Erlebnis, das Album in dieser Präzision und Intensität am Stück erleben zu dürfen.

Krieg der Welten in 90 Minuten – BLOOD INCANTATION

Nach knapp einer Dreiviertelstunde und kurzer Pause liefert die Band noch einen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens ab, der das Set gut abrundet und auch die logische Weiterentwicklung zum aktuellen Album demonstriert. Mit „Vitrification Of Blood“, „The Giza Power Plant“ und „Obliquity Of The Ecliptic“ gibt es dann noch einmal knapp 40 Minuten, in denen die Band ihre Vergangenheit eindrucksvoll in Szene setzt. Für die Hardcore-Fans haben die Klubshows ohnehin den größeren Unterhaltungswert, denn im Gegensatz zu den großen Festivals gibt es hier das komplette Set mit einer Vollbedienung von fast 90 Minuten Spielzeit.

BLOOD INCANTATION liefern auch in einem kleinen Klub eine faszinierende Show, die eines deutlich macht: ENERGIE!

Fotos: Chiara Enskeneit (extern)

13.06.2026

- perfection is the end of everything -

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