Coppelius und Morlas Memoria
Live in Dresden

Konzertbericht

Billing: Coppelius und Morlas Memoria
Konzert vom 29.12.2015 | Reithalle, Dresden

Coppelius und Morlas Memoria

Etwa vier Jahre ist es her, dass die Herren von COPPELIUS zum letzten Mal in Dresden gastierten. Demzufolge wurde ein Konzert von den zahlreichen Fanatikern der Kapelle sehnsüchtig erwartet. Doch bevor jener Wunsch erfüllt werden konnte, spielten im Vorprogramm MORLAS MEMORIA. Die Symphonic-Metal-Band um Sängerin Leandra Johne ist in ihrer Heimat Dresden äußerst populär, weshalb es ihnen mühelos gelang, der Menge in der gut besuchten Reithalle ordentlich einzuheizen. Das Programm orientierte sich vornehmlich am Debütalbum „Follow The Wind“, ließ jedoch auch Platz für neue, bislang unveröffentlichte Titel, die allesamt frenetisch gefeiert wurden. Da waren auch gelegentliche technische Probleme nahezu egal. Die Band war gut gelaunt und übertrug ihre Energie auf ein dankbares Auditorium mit Songs wie „Sphinx“ und „Waters Of Life“.

Coppelius und Morlas Memoria

Nachdem MORLAS MEMORIA ihren Auftritt unter allgemeinem Jubel mit „Mine Of Pictures“ beendet hatten, wurde es endlich Zeit für COPPELIUS. Mit dem Erklingen des Intros betrat Butler Bastille die Bühne. Nachdem diese inspiziert und mit Sitzkissen ausgestattet worden war, wurden die Herren Nobusama, Sissy Voss, Graf Lindorf, Max Coppella und Le Comte Caspar mit euphorischem Beifall begrüßt. Mit „Bitten Danken Petitieren“ wurde das Konzert begonnen. Bereits hier wurde die enorme Spielfreude der seit mehr als 200 Jahren auf Konzertreise befindlichen Kapelle deutlich. „Der Luftschiffharpunist“ und der Klassiker „Time-Zeit“ unterstrichen dies noch eindrucksvoller. Bastille erfreute das gesamte Auditorium mit seinen Ansagen in gewohnt höflicher und schüchterner Weise wohingegen er während der einzelnen Stücke kräftig headbangte.

Coppelius und Morlas Memoria

Doch auch die restliche Kapelle zog das Dresdner Publikum mit ihrer oft als Kammer-Core bezeichneten Musik in ihren Bann. Besonders auffällig dabei waren die beiden Klarinettisten, die stetig über die Bühne wirbelten und mit hoher Spielkunst und ausgefallener Mimik überzeugen konnten. Selten erlebte man auf coppelianischen Konzerten eine derart abwechslungsreiche Setlist. Von Stücken der ersten Stunde („Rather Be Dead“) bis hin zu Songs des letzten Albums „Hertzmaschine“ wie „Ein Experiment“ oder dem wunderschönen „Black Is The Colour“ war alles dabei, was das geneigte Fanatiker-Herz begehrt. Gerade letztgenannter Titel bestach mit Bastille in stimmlicher Höchstform, was dem einen oder anderen Konzertbesucher sicherlich wohlige Gänsehaut verpasst haben dürfte. Das zugehörige Video, welches an diesem Abend exklusiv vorab gezeigt werden sollte, fiel leider aufgrund technischer Schwierigkeiten aus. Dies wurde jedoch im Anschluss an das Konzert auf der Aftershowparty nachgeholt.

Coppelius und Morlas Memoria

Der Abend barg im weiteren Verkauf noch einige Highlights. Besonders erwähnenswert ist der Gastauftritt des Schauspielers Rüdiger Frank, welcher COPPELIUS bei „Kein Land so schön“, “Reichtum“ und später „Operation“ mit seiner kernigen Stimme unterstützte. Frank glänze bereits vor kurzem in der weltersten Steampunk-Oper „Klein Zaches, genannt Zinnober“ in der Hauptrolle an der Seite von COPPELIUS, den kreativen Köpfen hinter dem Stück. Doch auch bei seinem Auftritt in Dresden konnte Rüdiger Frank überzeugen und wurde mit reichlich Beifall bedacht. Eine Ehrung des Tags zuvor verstorbenen Ian „Lemmy“ Kilmister durfte natürlich nicht fehlen und so spielten die Herren eine fantastische Version von MOTÖRHEADS „1916“. Mit „Moor“ und „I Get Used To It“ wurde das reguläre Set beendet. Dass das den Dresdnern nicht reichte, ist eine Selbstverständlichkeit. Daher wurde nach besonders lauten „Da Capo!“-Rufen eine Zugabe gewährt, welche mit einem Stück begann, dass die großen IRON MAIDEN einst von COPPELIUS coverten: „Running Free“ – natürlich im coppelianischen Original. Doch wenn es am schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören. So ging mit dem eingängigen „Risiko“ und dem bereits erwähnten „Operation“ (in der „Komposition“-Version) ein großartiger Konzertabend zu Ende.

In diesem Sinne: COPPELIUS HILFT!

(Fotos: Clemens Schlomka)

11.01.2016

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