H2O
25th Anniversary Tour

Konzertbericht

Billing: H2O, Battery und Sharp Shock
Konzert vom 18.07.2019 | Im Wizeman, Stuttgart

Endlich mal wieder eine Hardcore-Show, die nicht zum Catwalk verkommt und wo man sich die neuesten Löcher in den Ohren oder Schuhe zeigt. Endlich mal wieder eine Hardcore-Show, zu der man hingehen kann ohne Angst haben zu müssen in den ersten Reihen von Anabolika-Monstern oder Kids mit Roundhouse-Kicks eine verpasst zu bekommen. Doch aber auch eine Hardcore-Show wo bei der ersten Band gähnende Leere herrscht.

H2O - 25th Anniversary Show

SHARP SHOCK waren beim Frisör

SHARP SHOCK oder SHARP/SHOCK eröffnen den Abend um kurz vor 20 Uhr vor einer handvoll Leuten, die sich auf den großen Saal verteilen. In der ersten Reihe am Absperrgitter haben es sich Mitglieder von H2O bequem gemacht und supporten ihren Opener. Stuttgarts Szene ist aber nicht die Selfie-Szene und so können sich H2O in Ruhe SHARP SHOCK widmen, während draußen vor dem Club BATTERY Gespräche mit den Fans führen.

SHARP SHOCK kommen aus dem Süden Kaliforniens, wo sich die Bandmitglieder aus England einen amerikanischen Schlagzeuger gesucht haben und neben dieser Band noch in SUEDEHEAD, THE AGGROLITES und anderen Bands spielen. Mit H2O hat man zur Tour eine Split veröffentlicht, die Bassist und Tätowierer Dan Smith gestaltet hat.

Musikalisch hat das Trio Ähnlichkeiten mit GREEN DAY, jedenfalls mit der raueren und aggressiveren Seite von GREEN DAY und fährt dafür etwas Höflichkeitsapplaus ein. Glücklicherweise macht Sänger Davey Warsop nicht den Fehler und lobt Stuttgart für seine großen Firmen, sondern hat heute Nachmittag Gefallen am Frisör gefunden, wo er sich eine neue Frisur hat verpassen lassen und erklärt Stuttgart spontan zur Hauptstadt der Frisöre.

BATTERY? Positive Ausstrahlung, Positive Ansagen

Wegen BATTERY sind heute v.a. die älteren Semester erschienen, die Band aus Washington D.C. hatte sich schließlich schon 1990 gegründet und sich einen guten Ruf erarbeitet obwohl zwischendurch mal für fast zehn Jahre Pause war. Auf dem Weg zum Club kamen einem schon die ersten Leute mit frisch erworbenen LPs und Merchandise der Band entgegen, das im Auto verstaut werden wollte. BATTERY liefern dann auch gleich fröhlichen Hardcore jenseits aller Scheuklappen, Schubladen und Bollo-Gepose ab.

Sänger Brian McTernan kommt nur zwischen den Songs zum Stehen, wo er sich für die Zugaben zum Publikum in die Hocke begibt, um diesem näher zu sein. Positive Ausstrahlung, positive Ansagen, es sei denn es geht gegen den Orangen im Weißen Haus. So wie Hardcore einst war und so wie er sein sollte, BATTERY leben die Passion und den Zusammenhalt der Szene und liefern ganz nebenbei auch eine überzeugende Show ab.

H2O mit Familientreffen auf der Bühne

Jetzt also H2O und alle stehen bereit, das Wizeman ist für einen Donnerstag doch noch ordentlich gefüllt, aber irgendwie ist kaum jemand unter 20 im Publikum. Hat der Hardcore ein Nachwuchsproblem oder liegt es einfach daran, dass das Konzert an einem Donnerstag ist? H2O stört das jedenfalls wenig und die Band um Sänger Toby Morse, der schon den kompletten Auftritt von BATTERY auf der Bühne stand, legt los als gebe es kein Morgen mehr.

Zwischen den Songs gibt es höchstens mal einen Schluck Wasser und schon geht es in die nächste Runde. Quer durch alle Alben geht es und auf der Bühne geben sich Tobys Sohn und Bandmitglieder von BATTERY und SHARP SHOCK die Klinke in die Hand. Gitarrist und Sänger Rusty übernimmt zwischendurch das Mikro, reicht seine Gitarre weiter und der Auftritt wird zu einem großen Fest der Bands, doch plötzlich ist Schluss. Das Publikum fordert eine Zusage und Toby und Rusty kommen zurück auf die Bühne, quatschen irgendwas unverständliches und versuchen sich an einem akustischen Stück, was aber vollkommen in die Hose geht.

Toby fordert die restlichen Bandmitglieder auf doch auch wieder auf die Bühne zu kommen und es gibt noch einen weiteren Song was die Spielzeit dann in die Nähe der 40 Minuten-Marke verschiebt, aber doch etwas wenig für einen Headliner ist. So bleibt ein lachendes und ein weinendes Auge über einen intensiven, aber viel zu kurzen Gig.

30.07.2019

Schuld ist man immer nur selbst, alles andere ist Feigheit.

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