Rotting Christ
Finntroll, Samael, Rotting Christ, Metsatöll und Nothnegal live in Essen

Konzertbericht

Billing: Finntroll, Metsatöll, Nothnegal, Rotting Christ und Samael
Konzert vom 2010-11-27 | Turock, Essen

Rotting Christ

SAMAEL

SAMAEL, die düsteren Eidgenossen. Und zunächst ein Testbild. Die Schweizer setzen auf die Macht der Projektionen, und für den Soundcheck blenden sie ihr eigenes Testbild ein. Aber auch sonst haben sie nicht nur an die Songs gedacht, sondern genauso an die Show. Der wasserstoffblondierte Sänger Vorph stiefelt zunächst im auffälligen roten Mantel auf die Bühne und ist in der Folge nicht nur farblich der Mittelpunkt des Geschehens: Seine unheilvolle Erscheinung, die machtvollen Gesten und sein düsterer Gesang lassen keinen Zweifel daran, dass seine drei Mitstreiter auf der Bühne eher schmückendes Beiwerk sind. Was einigermaßen erstaunlich ist, denn man kann ihnen nicht gerade vorwerfen, Agilität vermissen zu lassen: Da schleudert Makro seine Gitarre lässig durch die Luft, Masmiseim lässt den Bass geschmeidig durch die Handfläche gleiten, und Xy springt an seinem Keyboard umher, als würde er auf einem Trampolin stehen. Das ist aber letztlich nur ein Indiz dafür, dass die Schweizer es sichtlich genießen, auf der Bühne zu stehen, und dass sich im Publikum einige Fans befinden, die nicht nur wegen des hohen Folk-Anteils in der Musik gekommen sind. Da gibt es die Uralt-Kracher „Rebellion“ und „Rain“, die genauso massiv klingen wie die neuen Stücke „Slavocracy“ und das gefeierte „Reign Of Light“. Mit „Antigod“ spielen die Eidgenossen zudem ein nagelneues Stück, genauso wie „Into The Pentagram“, einen ihrer besten Songs überhaupt, den sie für die aktuelle EP mal wieder neu aufgenommen haben. Und passend dazu pulsiert ein in Flammen stehendes Pentagramm als Projektion am Bühnenhintergrund.

Trotzdem: Den ganz großen Effekt erzielen SAMAEL an diesem Abend nicht, und das liegt an einer einfachen Sache: Der Club insgesamt und die Bühne im speziellen sind recht klein, weswegen nicht nur das Schlagzeug äußerst mächtig durch den Raum böllert, sondern alles Optische allzu gedrängt erscheint. Open Air oder in einer größeren Halle sähe das Ganze wieder ganz anders aus.

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12.12.2010

- Dreaming in Red -

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