Aeon - God Ends Here

Review

Soundcheck Oktober 2021# 7

Es ist kaum zu glauben, aber „Aeons Black“ ist bereits auch schon satte neun Jahre her. Danach hat man sehr lange Zeit nichts von AEON gehört. Die Schweden hatten hauptsächlich Probleme Personal zu gewinnen und so sind Janne Jaloma (Drums, u.a. DARK FUNERAL) und Tony Östman (Bass) mittlerweile neu mit an Bord, auch wenn sie als Touraushelfer keine vollkommen neuen Gesichter sind. Auf dem neuen Album wollte Hauptsongwriter und Gitarrist Sebastian Nilsson den Fokus etwas mehr auf epische Arrangements setzen. Diese sind teilweise auch mit in den Songs enthalten (unter anderem im Ende vom Opener „Liar’s Den“), aber mehr als Zusatzware zwischen den eigentlichen Stücken zu finden. Sonst gibt es wie gewohnt fiesen Death Metal nicht schwedischer, sondern eher amerikanischer Machart zwischen brutaler Attacke und einnehmendem Groove, den wirklich nur wenige Bands so gut hinbekommen wie eine vom Kaliber AEONs.

„God Ends Here“ – Letzte Ausfahrt vor Gott

Programmatischer könnte ein Album gar nicht betitelt sein: „God Ends Here“ verkünden AEON 2021. Hier geht es wie auf dem Vorgängeralbum um pädophile Priester, den Hass auf das Christentum und das Heilige und das wird entsprechend brutal vertont. Instrumentale Fähigkeiten sind immer noch keine Fremdwörter für die Schweden, nur wenige Bands können sich so beeindruckend durch ihre Musik mörteln, ohne gleich in Tech-Death oder übermäßige Ego-Fahrten abzudriften. Weitere Überschneidungen mit dem letzten Langspieler „Aeons Black“: Beide Alben haben Zwischenspiele, beide wurden von Ronnie Björnström produziert, was die Ähnlichkeit im Sound erklären dürfte. So fühlt sich aber „God Ends Here“ auch an, als wäre „Aeons Black“ gerade eben erst veröffentlicht worden, es wirkt sofort heimisch auf den Lauschern.

Zwischen die ganze Ballerei schleichen sich glücklicherweise immer wieder wahnsinnig gute Solos, groovige Parts oder auch mal ein wenig Melodie, was die ganze Geschichte glücklicherweise nicht zu schal werden lässt auf Dauer. „The Nihilist“ und „Liar’s Den“ starten leicht sakral durch das Konservenorchester aufgelockert, „Let It Burn“ ist einfach nur die volle Dampframme in die Fresse ohne Kompromisse, ehe es mit „Church Of Horror“ in reduzierteres Tempo und mehr Groove geht.

AEON brauchen orchestrale Parts eigentlich nicht

„Deny Them Eternity“ und „Forsaker“ sind kurze, schnelle Brecher, solide heruntergezockt, aber auch ohne großartigen Wiedererkennungswert. Titelsong „God Ends Here“ lässt sich dann wieder ein wenig mehr Zeit, inkorporiert leichte Black-Metal-Einflüsse und auch wieder orchestralen Touch, der außerordentlich gut zu Gesicht steht. Auch wenn es nicht sonderlich viel ist, aber gerade bei solch einer Art Musik ist Abwechslung einfach das Salz in der Suppe. Das braucht auch gar nicht all zu viel zu sein, aber doch genug, sich nicht an endlosem Geprügel satt zu hören. Der Rest an Songs auf „God Ends Here“ sticht nicht wirklich positiv oder negativ hinaus. Die mit überaus eingängig geratenem Refrain und auch Riffs ausgestatteten „Let The Torturing Begin“ und  „Just One Kill“ sind aber dennoch eine Erwähnung wert, ebenso wie der mächtige Closer „Queen Of Lies“.

Nilsson sagt selbst, „God Ends Here“ sei das stärkste AEON-Album bislang und dem kann eigentlich ohne weiteres zugestimmt werden. AEON machen zwar nichts grundsätzlich neues, die orchestralen Dreingaben sind ganz nett, aber nicht der Kaufgrund für ihre Musik. Das ist das immer noch knackige Songwriting kombiniert mit groovigem wie brutalem Death Metal, welches gekonnt die Übermüdung vermeidet, an der ein oder anderen Stelle aber dennoch ein wenig durchhängt. Trotzdem lässt sich attestieren: Sich verprügeln lassen und Gott hassen war selten musikalisch schöner und gehaltvoller als bei AEON im Death Metal, so auch auf „God Ends Here“.

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07.10.2021

"You can't spell Funeral without Fun!"

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