Ancient Wisdom - A Celebration In Honor Of Death

Review

Das Comeback-Album der schwedischen Kult-Ein-Mann-Band ANCIENT WISDOM, ‟A Celebration In Honor Of Death” kommt nach siebzehn Jahren Pause. Marcus E. Norman (NAGLFAR, BEWITCHED) hat die Band bereits Anfang der 90er Jahre gegründet und das Vorgängeralbum ‟Cometh Doom, Cometh Death” wurde folglich bereits 2004 veröffentlicht. ‟A Celebration In Honor Of Death” ist das fünfte Album in voller Länge für ANCIENT WISDOM und wird auf CD, LP und digital veröffentlicht.

Bereits nach kurzer Hörprobe steht fest: Auf ANCIENT WISDOM ist Verlass

Im Gegensatz zu den meisten Black-Metal-Bands mit symphonischen oder atmosphärischen Neigungen haben die Gitarren von ANCIENT WISDOM einen angemessenen Biss, um einen gewissen Kontrast zu den melodischen Synthie-Elementen zu bieten. Die Musik droht niemals in den Hintergrund zu treten oder den Hörer in zuckersüßen Melodie-Wellen zu ertränken. Abgerundet wird die kompositorische Ästhetik durch einen starken Doom-Einfluss.

A Celebration In Honor Of Death” bietet 7 Tracks – davon zwei ohne Gesang

Den Auftakt macht das 03:46 Minuten lange Instrumental ‟Haec Est Mors Secunda”, das sehr atmosphärisch mit tiefem Chorgesang im Hintergrund, begleitet von Kirchenglocken und offenen Akkorden, beginnt. Das Schlagzeug nimmt mitunter etwas Fahrt auf und in den Gesang mischen sich auch hellere, weibliche Stimmen. Der Titel bedeutet übersetzt ‟Dies ist der zweite Tod”.

Richtig los geht es dann mit Track Nummer zwei ‟Breaking The Circle Of Life”, wo man zum ersten Mal nach 17 Jahren der Stimme von Norman endlich wieder lauschen darf. Sofort wird klar, dass hier zum Glück alles beim Alten geblieben scheint, was auch die Vorgängeralben ausgemacht hat. Allen voran der letzte Longplayer ‟Cometh Doom, Cometh Death”. Was aber auffällt ist, daß Norman nicht mehr ganz so ungestüm singt. Er setzt seine Stimme jetzt viel klarer und akzentuierter ein, so dass man die Lyrics auch sehr gut ohne Textblatt verstehen kann. Immer wieder gibt es hier Chöre im Hintergrund und große Melodien, untermalt von epischen Synthieteppichen. Der Refrain wird begleitet von den allseits präsenten Pianoklängen, die manch einem sicher zu viel sind, aber zu ANCIENT WISDOM einfach dazugehören.

‟Architect Of Death”, auch über acht Minuten lang, kommt hymnenhaft und beschwörend zugleich daher. Wieder Chöre und Pianoklänge, die aber perfekt ins Gesamtbild passen und im Mittelteil schon ein wenig an die ‟Carmina Burana” von CARL ORFF erinnern.

‟The Coronation” mit dem Album Titel Refrain: ‟A Celebration In Honor Of Death” ist ein echtes Highlight und der Refrain nimmt einen sofort gefangen. Hier mal keine Chöre oder Pianoklänge, sondern nur ein paar Bläsereinsätze zu Beginn. Hervorzuheben ist auch der wirklich beeindruckende, wehleidige Gesang von Norman, sowie der gesamte Songaufbau.

‟Those Who Do Not Exist” ist ein trauriges Instrumental, dass von einer sehr melancholischen Gitarrenmelodie dominiert wird, die sich immer wiederholt und nur durch Synthieklänge und Schlagzeug begleitet wird, bis sie nach 05:51 ausklingt.

‟And God Saw” startet verhältnismäßig rasant, bis zum Einsetzen der Vocals. Nimmt dann wieder Fahrt auf und ist der schnellste Track auf dem Album. Der Refrain wird zum Ende hin etwas überstrapaziert, bis er schließlich ausgefaded wird.

‟Towards Your Destruction” beschließt das Album. Es beginnt mit einem Erzählpart, bevor Streicher einsetzen und es in den Refrain übergeht. Dann ertönen Orgelklänge die von einem großen Chor abgelöst werden, bis der Refrain wieder unzählige Male wiederholt und wieder einfallslos einfach ausgeblendet wird. Für einen würdigen Albumabschluss etwas dürftig.

Ein sehr starkes Stück Dark Metal

Auch das neueste, nunmehr fünfte vollständige Werk des umtriebigen Schweden bietet doomig-düsteren, mit jeder Menge klassischen Elementen versetzten Dark Metal.

Hier wird ausschließlich auf erhabene, majestätische Kompositionen gesetzt. Norman gelingt es einfach Emotionen zu erzeugen, die sofort unter die Haut gehen. Und mit seinen atmosphärischen, gefühlvollen Melodien kann er den Hörer schon beim ersten Durchlauf derart fesseln, dass man die tollen Refrains tagelang nicht mehr aus dem Kopf bekommt. So muss das sein.

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04.06.2021

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1 Kommentar zu Ancient Wisdom - A Celebration In Honor Of Death

  1. Watutinki sagt:

    Das Review ist wirklich gelungen, aber als Stilbezeichnung Gothic Metal / Mittelalter anzugeben? Das führt doch völlig in die Irre. Für mich ist das in erster Linie Black Metal und fertig! Ok, mit einem mittelelalterlichen Flair versehen, das gestehe ich dem Album zu und ich muss sagen, ich liebe es! Es führt die Tradition der BM Werke fort, die es schaffen Keyboard Synthies nicht einfach nur symphonisch erklingen zu lassen (so wie bei gefühlt 99% sämtlicher BM Alben, die mit einer Synthie Begleitung daherkommen), sondern die ganze Atmosphäre in’s finstere Mittellater zu versetzen. Wer Covenant – In times before the light mochte, wird sich auch hier die Finger danach lecken. Bei Those Who Do Not Exist fühle ich mich fast schon an ein Cover von Empyrium A Wintersunset erinnert. Pure Melancholie, zum Dahinschmelzen. Alles Alben die schon lange als absolutes Kleinod vergessen schienen, aber bis heute in ihrer Art unerreicht sind. Zwar könnte die Produktion für mich etwas mehr Unterholz vertragen, aber auch so kann ich damit gut leben. Für mich eines der Alben des Jahres, an dem ich mich sehr lange nicht satthören werde kann. Die zwei Hälfe des Album finde ich allerdings noch etwas stärker, als die Erste, daher sehe ich von einer 10er Wertung ab. Und weil Alben wie Anthems To The Welkin At Dusk dann doch noch mal ein ganz anderes Kaliber sind. Danke für diesen genialen Tripp zurück in die 90er!

    9/10