Animus Mortis - Atrabilis - Residues From Verb And Flesh

Review

Es gibt wenige Veröffentlichungen, die nur wenig mehr als eine halbe Stunde Spielzeit besitzen und trotzdem genau die richtige Länge haben. „Atrabilis – Residues from Verb and Flesh“, das Debütalbum von ANIMUS MORTIS aus Chile, ist eines von diesen Alben.

Roh, direkt und schnörkellos rast es durch das Unterholz der Wälder um Santiago, doch den Exotenstatus merkt man den vier Herren zu keiner Zeit an. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen sich Black-Metal-Truppen zuerst gegen das mittel- und nordeuropäische Monopol behaupten mussten, bevor sie ansatzweise ernst genommen wurden. Neuerungen sucht man hier natürlich vergebens, trotzdem kann sich „Atrabilis – Residues from Verb and Flesh“ als durchaus reifes Album bezeichnen lassen. Dass ANIMUS MORTIS dem Gott der Klischees mit schlechtem Latein und nichtssagenden, plakativ satanistischen Texten gehuldigt haben, kann hier nämlich getrost vernachlässigt werden und soll uns auch nicht weiter kümmern.
Kraftvolles Geschrei, trotz überwiegender Raserei abwechslungsreich gespieltes Schlagzeug und frostig klirrende Gitarren, die trotzdem nicht in einem höhenlastigen Klang versinken, sondern von einem gut hörbaren Bass untermauert werden; dazu eine angemessen klare, aber nie auf Hochglanz polierte Produktion, die das Gesamtbild abrundet: So wird Musik gemacht, die den traditionsbewussten Black-Metal-Liebhaber beglückt und ihm Ohrenschmaus verspricht.

Die verwendeten Melodien sind eher unterschwelliger Natur, nicht immer werden Dissonanzen sofort und klar ersichtlich aufgelöst. Über die einzelnen Stücke lässt sich recht wenig sagen, setzen ANIMUS MORTIS doch eher auf atmosphärische Riffs, die erst im Zusammenhang und über eine längere Dauer ihre Wirkung entfalten können, anstatt einzelne Melodien in den Mittelpunkt zu stellen. „Atrabilis – Residues from Verb and Flesh“ ist insgesamt ein wenig monoton, was die trostlose Atmosphäre umso mehr unterstützt, wenn auch echte Höhepunkte fehlen. Jede Minute mehr wäre daher zu viel gewesen: So aber darf ANIMUS MORTIS‘ Debüt als gelungen betrachtet werden.

04.03.2008

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