Autumn - Altitude

Review

Nach wie vor ist es ein gut gehütetes Geheimnis, wer denn die schwere Nachfolge von Anneke van Giersbergen bei den niederländischen Psychedelic-Rockern (und ex-Gothic-Metallern) THE GATHERING antreten darf. Wie ich die Band kenne, wird sie sich für Sänger/-innen entscheiden, die man so überhaupt nicht erwarten durfte und wenig bis gar nichts mit Anneke gemein haben. Ginge es aber um eine Sängerin, die Annekes Organ extrem nahe kommt, wäre Marjan Welman mein Vorschlag gewesen. Die nämlich klingt nicht nur wie Madame van Giersbergen, die Dame stammt praktischerweise auch aus Holland. Allerdings – mittlerweile ist sie selbst neu vergeben und zwar an AUTUMN, die nach dem Ausstieg von Nienke de Jong selbst auf der Suche nach einer neuen Frontdame waren und mit Welman einen absoluten Volltreffer gelandet haben.

Erstmals einer breiteren Masse auffällig wurde Welman bei ihrem Beitrag zum letzten AYREON-Album, nun hat sie mit dem Einstieg bei AUTUMN die Karriereleiter ein Stück weiter nach oben erklommen, auch wenn AUTUMN der ganz große Durchbruch bislang noch nicht gelungen ist. Der Positionswechsel am Mikro brachte musikalisch zwar kaum eine Kursänderung, aber der Übergang von de Jongs tiefer, rauer Stimme hin zum eher lieblichen, aber keineswegs gesäuselten Gesang von Welman fällt dafür umso bemerkenswerter aus. AUTUMN setzen auf „Altitude“ auf sehr gut arrangierten und mit Liebe zum Detail ausstaffierten Gothic Rock, der hier und da zwar etwas dicker aufträgt als in der Vergangenheit, dennoch weit weg von der üblichen Kitschseuche dieses Genres angesiedelt ist. Leider wirkt das Album aufgrund der etwas dünnen Produktion nur selten heavy (genau genommen geht einzig „Sulphur Rodents“ als knalliger Metaltrack durch), aber der Wärme und unterschwelligen Anziehungskraft der Songs kann man kaum entgehen. „The Heart Demands“ dürfte sich am besten für eine Singleauskopplung eignen, hier sind schon die Strophen eingängig und hymnenhaft, der Refrain bleibt sofort hängen und im Verlaufe des Songs wechseln sich heavy und melodische Parts gekonnt ab. Der klasse Opener „Paradise Nox“ überrascht mit einem bombastischen, von den Keys getragenem Beginn bevor es rockiger wird und ein von einer Hammnondorgel unterlegter Refrain die Ohren verzaubert. „Skydancer“ wartet dagegen mit heavy Riffing auf, entwickelt spätestens im Chorus aber das neue, sehr angenehme AUTUMN-Wohlfühlklima. Ebenfalls empfehlenswert: „A Minor Dance“ mit einem erneut sehr eingängigen Chorus und an AYREON angelehnte, extrem melodische Parts.

Mit „Altitude“ ist AUTUMN ein großartiges Album gelungen, das mir mit jedem Durchlauf besser gefällt. Zu bemängeln gibt es neben der Produktion allenfalls die Tatsache, dass das Niveau nicht permanent hochgehalten werden kann, in der Regel darf man sich dann aber zumindest an der wunderschönen Stimme von Marjan Welman laben, die beim nächsten Album aber durchaus noch einen Tick mehr aus sich rausgehen darf. Ein wunderbares Album für alle, die ihren Gothic etwas erdiger, aber dennoch verträumt und verzaubernd mögen.

18.02.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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