
Into Endless Chaos Records sind so etwas wie die Trüffelschweine im Underground, deren Driftherde allerdings weit abseits ausgetretener Pfade auf Suchmission geht. Fündig geworden ist man unter anderem bei dem belgischen Duo BACHT’N DE VULLE MOANE, in etwa gleichbedeutend mit „Hinter dem Vollmond“, die auf ihrem Debütalbum „Verdwazing Der Dwazen“ einen interessanten Ansatz für Industrial Black Metal mit sehr präsenten elektronischen und Ambient-Einflüssen liefern.
Entmenschlichter Horrortrip
Anders als die inzwischen aufgelösten Szene-Vorreiter MYSTICUM, die mit steriler Kälte, aber im klar abgesteckten Korsett aus schwarzer Essenz, Kolbenhieb um Kolbenhieb tiefer in die menschliche Seele einbrechen, verwebt das Projekt aus Westflandern rohe, fast schon rudimentäre Black-Metal-Ansätze mit pulsierenden Synthies, obskur tanzbaren Friedhofbeats und entmenschlichter Maschinerie. Das führt dazu, dass die Songs auf „Verdwazing Der Dwazen“ zwar schon als solche zu verstehen sind, hier aber doch eher ein Horrortrip als Ganzes zu sehen ist, der sich auch durch die Track-Verknüpfungen untereinander manifestiert.
Schon „Dor“ fährt mit seinem immergleichen, aber hochdramatischen Riffing die Krallen auf Habacht-Stellung. Dahinter liegt beißender Gesang aus dem Nichts. Der Titeltrack hat mit seinem Kellerriff aus den Neunzigern und dem punkigen Flow noch den größten (Raw) Black-Metal-Anteil vorzuweisen. Trotzdem ist der Kontrast hier besonders stark, denn im Hintergrund wabert ein musikgeschichtlich noch älterer Synthieteppich, der BACHT’N DE VULLE MOANE maximal obskur wirken lässt. Hier handelt es sich ganz bewusst um einen miesen Acid-Trip, der eben hier und da auch ziemlich wehtut.
Tanzfläche für eine tote Welt
„Genießbar“ ist im Kosmos dieser beiden Belgier sowieso nichts, denn die Geschichten zwischen Angst und Selbstzerstörung auf einem Tablett zwischen zerreißenden Riffs, Maschinenlärm und einer Tanzfläche für seelenlose Überbleibsel einer toten Welt, sind in eine ebenso trostlose Hülle verpackt. Das noisige „Angstenzuur (Ten Orlog Tegen De Wereld)“ gibt der Hörerschaft dann mit stromstoßartigen Impulsen den letzten Rest, bevor es denn bei vielen heißt: „Auf Nimmer Wiederhör‘“ und bei einigen willigen Sklaven: „Gib‘ mir mehr von diesen bittersüßen Schmerzen!“.

Patrick Olbrich






























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