Blackrout - Orwellian

Review

Wem aufgefallen sein sollte, dass der Punktedurchschnitt der bei metal.de rezensierten Alben in letzter Zeit recht hoch lag, dem sei gesagt, dass wir die Promos lediglich alphabetisch nach Bandname ablegen und uns nur noch die Klassiker oder eben das Zeug anhören, auf das wir wirklich stehen und für die entsprechende Rezension vorsichtshalber einfach einen oder zwei Punkte abziehen.

So, was spielen BLACKROUT denn so? Thrash mit modernen Einflüssen? Ok, legen wir was von MACHINE HEAD auf und ziehen obligatorisch zwei Zähler ab… Mist, gerade nichts von MH zur Hand… muss wohl tatsächlich BLACKROUT – “Orwellian“ laufen… ja, warum nicht nochmal so ’ne Promo abspielen…

Ach, allzu sehr maschinenkopfartig hört sich das Ganze ja gar nicht an, zumal es eher auf harschem Thrash/Death Metal fußt.  Man ist dabei hörbar um Abwechslung bemüht, tritt aber am liebsten aufs Gaspedal. Nach eigenem Bekunden ist die Mucke zwischen Moderne und Tradition angesiedelt, gespickt mit Death Metal und Hardcore. Ja, kann man so unterschreiben.

Liegt quasi zwischen den Polen MACHINE HEAD und SOILWORK. Nee – ist Quatsch, denn wenn’s bei BLACKROUT mal melodischer zugeht, greifen die Jungs löblicherweise nicht auf diese beschissenen, weichgespülten Melodien der Schweden zurück, die mittlerweile einfach ganz arg ranzig sind. Die todesmetallischen Einflüsse klingen da eher nach GOREFEST.

Zudem beweist der Ruhrpott-Vierer mächtig viel Spielfreude und hält das Energielevel von vorne bis hinten möglichst hoch. Der Fronter erinnert zuweilen an einen tiefergelegten Darren Travis von SADUS, freilich ohne dessen Irrsinn und Durchschlagskraft zu erreichen.

Wer auf modern groovenden Thrash mit solider Alte-Schule-Basis, welcher auch die ein oder andere Melodie nicht verschmäht, steht, sollte sich “Orwellian“ durchaus zu Gemüte führen, muss aber damit zurecht kommen, dass die Nummern auf der Platte mit Spielzeiten von sechs, sieben und mehr Minuten nicht alle über die ganze Laufzeit fesseln können. Dazu packt die Band noch zu viel hier von und davon in ihren Sound, der  hierdurch stellenweise etwas zerfahren wirkt. Die ein oder andere Straffung, vor allem was die Länge einzelner Songs angeht, täte der Sache insgesamt sicher gut.

Dennoch – schön, mal wieder eine Promo gespielt und nicht nur abgelegt zu haben. BLACKROUT wohnt unbestreitbar ein Potenzial inne, welches ich beim nächsten Longplayer gänzlich ausgenutzt hören möchte.

21.06.2015

Der metal.de Serviervorschlag

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