Capharnaum - Fractured

Review

Weil Matt Heafy mit seiner Hauptband TRIVIUM nicht ausgelastet scheint, kümmert sich der 19-jährige Brüllwürfel auf dem aktuellen CAPHARNAUM-Album „Fractured“ um das Geschrei. Die Band existiert bereits seit Anfang der Neunziger, also zu der Zeit, als Matt noch die Grundschulbank drückte, und setzt sich aus zum Teil aus Musikern von Szenevätern wie MONSTROSITY und MARTYR zusammen. Das Ergebnis dieser generationenübergreifenden Kooperation kann sich durchaus hören lassen. Heftiger, technisch anspruchsvoller, aber dennoch grooviger Death Metal in bester Florida Tradition.
CAPHARNAUM sind nicht so vertrackt wie etwa NILE, aber auch meilenweit von einfach gestrickten Groovern der Marke OBITUARY entfernt. Die Amis bewegen sich irgendwo in der Mitte, wenn auch mit deutlich hörbarer und anspruchsvoller Technik-Schlagseite. Immer wieder wird mit vetrackten, jazzigen Rhythmen experimentiert; die Gitarren kontern mit melodisch verspielten Leads, die angenehme Auflockerung bringen. Ein weiteres Plus sind die Vocals von Matt Heafy. Erstaunlich was der eher schmächtig wirkende Junge im zarten Alter von 19 Lenzen aus seinen Stimmbändern herausholt. Mit dem in einigen Berichten und in der Info verwendeten Begriff „Wunderkind“ würde ich sparsamer umgehen, Talent hat der Kerl aber allemal. Ein dickes Kreuz auf der imaginären „Florida-Old-School-Skala“ gibt auch die gelungene Produktion, die in den altehrwürdigen Hallen des Morrisounds unter der Obhut von Jim Morris erfolgte.
Das Album macht Spaß, ist aber ein gutes Stück von Technik-Überfliegern wie NILE oder NECROPHAGIST entfernt. Eine kleines Ärgernis ist die unverständlich kurze Spielzeit von einer knappen halben Stunde. Und richtig unverschämt ist es da, wenn man die letzten 3:30 Minuten mit überflüssigem Jazz-Gejamme auffüllt. Unglücklicher Abschluss einer ansonsten gelungenen Platte.

28.07.2005

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