Cataplexy - ...Lunar Eclipse, Chaos To The Ruin...

Review

Der Winter wird frostig, zumindest besteht mit CATAPLEXY die Möglichkeit, den heimischen Plattenteller mit einem eiskalten Brocken zu bestücken. Obgleich die Formation aus Japan stammt, tue ich mich aufgrund einer Vielzahl schlechter Erfahrungen aus Fernost schwer, überhaupt von einem Exotenbonus zu sprechen. Die Mädels von GALLHAMMER sind absolut unbeeindruckend, CHTHONIC ein vollends unbrauchbarer Abklatsch, doch bei CATAPLEXY sieht der Sachverhalt anders aus. Hier verbindet sich skandinavische Kälte mit eigenen Elementen zu einem eisigen Riffgewitter, das nur so über den Hörer hereinbricht.

Die musikalischen Auswüchse sind in eine raue, etwas verwaschene, leicht rauschende Soundhülle verpackt, die der einhergebrachten Atmosphäre allerdings bestens zuträglich ist. Einer Kataplexie scheinen die vier Musiker in jedem Falle nicht verfallen zu sein, denn der herab beschworene, rasende Black Metal ist keineswegs monoton. Stilistisch verweisen die Japaner zweifellos nach Norwegen, auch wenn ihr Repertoire an unterschiedlichen Melodien und ineinander greifenden Hooklines ungewöhnlich hoch erscheint. Nur äußerst selten erfährt die hohe Geschwindigkeit eine entsprechende Drossel – das Attribut “Depressive“ verdient “…Lunar Eclipse, Chaos To The Ruin…“ dennoch.

Dafür sorgt in erster Linie Frontkeifer Koshiro Matsuo, der sein unsäglich fies klingendes Krächzorgan auf bestem Wege einbringt. Trotz einer weitgehend homogenen Gesangsweise, schafft er es unterschiedlichste emotionale Eindrücke zu vermitteln, die von unbändiger Wut bis hin zu tiefster Verzweiflung reichen. Die bei mir zunächst für rollende Augen sorgende Stilbezeichnung “Fast Depressive Black Metal“ wirkt letztendlich doch stimmig. Seit langem schafft es mal wieder eine Band, den Spirit norwegischer Black-Metal-Klassiker aufs Neue aufleben zu lassen, jedoch ohne dabei ermüdende Schablonenzeichnung zu betreiben.

Klassisch motivierter Schwarzmetall, ohne moderne Produktion, mit blechern klingendem Schlagzeug, einer gehörigen Portion Eigenständigkeit und musikalischer Raffinesse – sowohl auf kompositorischer als auch auf technischer Ebene – das macht CATAPLEXY aus. Dass die Jungs die BM-Szene bereits seit vielen Jahren kennen und auch musikalisch daran teilhaben, ist angesichts dieses Debütalbums, 18 Jahre nach Bandgründung (auch wenn damals als Death-Metal-Band gestartet), unverkennbar. Diese positive Überraschung zu Jahresbeginn, ist zweifellos einen Hinhörer wert, auch wenn sich natürlich hauptsächlich an schon Dagewesenem orientiert wird.

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02.01.2009

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2 Kommentare zu Cataplexy - ...Lunar Eclipse, Chaos To The Ruin...

  1. Anonymous sagt:

    Finde diesen Norwegen Fetischismus schrecklich. Ich finde da Punkten Bands wie "Magane" oder "Arkha Sva" wesentlich mehr..schon allein durch die kreativität..Das einzige was mir wirklich positiv auffällt bei Cataplexy ist die Stimme, die wirklich gut klingt. Musikalisch aber untere langweilige Liga

    5/10
  2. Bluttaufe sagt:

    Kommen zwar aus Japan, klingen aber ziemlich norwegisch. Ich finde sie machen ihren Teil zu gut. Man bleibt stets im Untergrund verwurzelt, klingt nie kommerziell angehaucht. Und auch sonst klingt alles eher unverkrampft.
    Gutes Ding!

    7/10