Centinex - Redeeming Filth

Review

Zu einer Zeit, in der Reunions noch immer voll im Trend liegen, man derer aber langsam überdrüssig wird, darf immer wieder die Frage gestellt werden, wie sinnvoll eine solche im inhaltlichen Kontext ist. Ein Teil der schwedischen Truppe CENTINEX hat nach deren Trennung im Jahr 2006 am durchaus erfolgreichen Projekt DEMONICAL weitergeschraubt, unter demselben Oberbanner aber zweifelsfrei andere Musik erschaffen. Die “Dämonischen“ waren tatsächlich höllischer, harscher und noch einen Tick druckvoller als die zuletzt doch oftmals feinfühlig melodisch agierenden Vorgänger. Die Frage ist also: Kehren CENTINEX zu ihrem vor acht Jahren verlassenen Bettchen zurück oder erwartet die Hörerschaft etwas anderes?

Die Antwort läuft gnadenlos in letztere Richtung. Kaum komplexe Riffpakete, keine sphärischen Melodien mehr – entweder die Rückkehr zu den eigenen Wurzeln oder eine große Ähnlichkeit zu den später gegründeten DEMONICAL. Das kommt nun eher hin. Mit Spätalben wie etwa “Decadence: Prophecies Of Cosmic Chaos“ ist das nun beim besten Willen nicht mehr vergleichbar. Aus dem letzten bestehenden Line-Up sind aktuell Martin Schulman (Bass) und Kennet Englund (Drums) am Start – die möglicherweise entscheidenden Positionen des Gitarristen und des Sängers werden durch Sverker Widgren (u.a. überraschenderweise DEMONICAL) und Alexander Högbom (u.a. SPASMODIC) besetzt.

Dennoch muss man vorsichtig sein, den Output auf “Redeeming Filth“ zu stark mit den DEMONICAL-Platten in Verbindung zu bringen, auch wenn die Grundausrichtung keineswegs verkehrt ist. Der Opener “When Bodies Are Deformed“ wäre so ein urtypisches Stück mit angegrautem Elchpelz aus den frühen Neunzigern und einem geradlinigen Stiefel, wovon es auf der hier besprochenen Platte allerdings viel zu wenig gibt. Diese Zügellosigkeit, die beinahe von alleine induzierte Brutalität, die Genrevorreiter wie DISMEMBER oder GRAVE versprühen, blüht auf diesem Album leider deutlich zu selten.

So sind beispielsweise “Moist Purple Skin“, “Stone Of Choice“ und “Rotting Below“, sowie noch einige andere, grundsätzlich ganz analog gelagerte Songs, die viel zu stark auf Nummer sicher getrimmt sind. Klar klingen CENTINEX noch immer heavy, zersägen mit den vielen Midtempo-Nummern sicherlich noch einigen Hörern das Hirn, haben aber für meine Begriffe, gerade mit deren Erfahrungswerten, eine zu einfache Rechnung gemacht.

Da es CENTINEX ohnehin nur in wenigen Geschmackslagern gelungen ist, jemals über einen guten Status hinauszuragen, war vielleicht auch die Erwartungshaltung zu “Redeeming Filth“ etwas zu hoch, doch selbst im Vergleich zu den durchweg interessanten letzten Alben der Schweden ist das Neuwerk kein Schritt nach vorne. Gute Kost für all jene, die fünf Mal die Woche Hackbraten essen, aber hier hätte es garantiert noch ein bisschen mehr sein können.

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24.11.2014

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