Coffin Lust - Manifestation Of Inner Darkness

Review

Das derzeitige Death-Metal-Hoch macht auch vor dem fernen Australien nicht halt, warum sollte es auch. COFFIN LUST orientieren sich auf ihrem Debüt „Manifestation Of Inner Darkness“ löblicherweise an der todesbleiernen Hochphase Anfang/Mitte der 90er Jahre. Dabei fällt auf, dass die Australier eher in mitteleuropäischen Gefilden wildern, weniger im hohen Norden. Das erinnert schon irgendwie an die Herangehensweise von DESERTED FEAR, und in der Tat, bei COFFIN LUST gibt es schon so einige Parallelen zu den Thüringern zu entdecken. Die Scheibe startet mit zwei Tracks, die eher im doomigen Death bzw. Midtempo zu Hause sind. Da wird dann gleich mal ordentlich geklotzt, nicht gekleckert. Und ob man nun in Richtung ASPHYX und GRAVE („Execration Of Mortality“) oder aber eher MORGOTH und TORCHURE („Beyond Redemption“) schielt ist ziemlich egal, man macht in beiden Fällen eine richtig gute Figur. Schöne finstere Melodielinien in Kombination mit einer angenehm dreckigen tiefen Stimme, da nageln die Jungs doch gleich schon mal zwei amtliche Bretter ans Kreuz!

Bangende Koalas auf dem Death-Metal-Trip

Und auch danach lässt man keine Luft an die Sache, sondern zieht im Gegenteil das Tempo in „Chaos Absolute“ merklich an. Auch das beherrschen COFFIN LUST hervorragend, da merkt man sofort, dass die beiden Köpfe J.R. und P.W. schon einiges an Erfahrung in anderen Kapellen gesammelt haben. Und es zeigt sich auch mal wieder, dass es ganz sicher kein Nachteil ist, wenn man sich zwischen Bandgründung (2010) und Albumeinstand ausreichend Zeit lässt. Im Rennsport-Jargon würde man wahrscheinlich sagen, die wissen ganz einfach, wann genau man Gas geben bzw. bremsen muss. Die Jungs meistern nahezu jede Kurve spielerisch und bewegen sich somit schon relativ nah dran an der Ideallinie. Dabei sprüht man förmlich vor guten Ideen und variiert das Tempo immer wieder sehr geschickt, wunderbar! Auch einen Schlenker Richtung nordischer Death Metal darf da natürlich nicht fehlen, daher kommen ENTOMBED quasi als „Swarming Black Inferno“ auf einen Sprung in Down Under vorbei. Und die Kunst der simplen Effektivität beherrschen die Jungs vom anderen Ende der Welt ebenfalls bestens, nachzuhören in „Prophecy Of Malevolence“. Den krönenden Abschluss setzt man dann mit dem genialen hymnischen Titeltrack, das ist nochmal Breitwand-Death-Metal mit herrlich finsteren und mitreißenden Melodien. So etwas nennt man dann wohl Einstand nach Maß! Diese Scheibe ist nichts anderes als eine liebevolle Hommage an die 90er Jahre. Dabei gilt sowohl für die Songs als auch für den Sound: Herrlich altmodisch aber keinesfalls altbacken. Ob das auch an der Livefront für einen Abstecher nach Europa reicht, bleibt abzuwarten. Verdient hätten es COFFIN LUST auf jeden Fall, denn mit dem saustarken „Manifestation Of Inner Darkness“ bringt man ganz sicher nicht nur die Koalas ordentlich zum bangen.

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05.08.2016

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