Dark Art - Reincarnations

Review

Eigentlich sind die Fakten, die im Zusammenhang mit der Band DARK ART genannt werden, unglaublich: Bereits 1997 gegründet, legt das Bremer Death Metal-Duo mit „Reincarnations“ nunmehr ihr bereits siebtes Demo vor. Während andere Formationen nach einem solch langen Zeitraum längst die Brocken hingeworfen hätten, liegt es entweder an ihrer Zähigkeit oder am einprägsamen Bandnamen, dass die beiden Musiker immer noch versuchen, in dieser Konstellation zu reüssieren. Oder es liegt an beidem. Doch welche Hoffnung darf sich das Duo mit „Reincarnations“ machen?

Nach einem länglichen Intro holen DARK ART den Knüppel aus dem Sack. Jesko Welke entlockt seiner Gitarre ein Dampfhammerriff und setzt tiefe Grunzvocals obendrauf. „I Painted Demons On Every Wall“ wirkt aber viel langsamer als es wirklich ist, was an den holprigen Drums liegen mag oder am merkwürdigen Sound. Die Riffs sind nicht wirklich schlecht und vor allem die progressiven Zwischenstücke sind irgendwie anders, aber eingängig ist das nicht: Insgesamt fehlt dem Stück ein spannungsreicher Aufbau. Das ist – nach einem noch vielversprechenden Beginn – leider auch das Problem vom darauf folgenden „Human Beast“ – nur mit dem Unterschied, dass dieser Track eine Länge von über acht Minuten aufweist. Und hier zeigt sich, dass die im Beipackzettel genannten progressiven Elemente eher das Gegenteil von Ordnung schaffen. „One Step Over The Line“ beginnt nicht schlecht, verliert sich allerdings in der Folge in völliger Unstruktur: Das mag (bei Minute fünf) der Versuch sein, psychedelisch zu klingen, ist aber schlicht uninspirierte Improvisation auf der Gitarre. Ach ja, nach sieben Minuten wird das Riff aus der Strophe wieder aufgegriffen – für den Hörer immerhin ein Erfolgserlebnis.

Von den restlichen Tracks ragt keiner so recht heraus. Vielmehr sind es immer wieder einzelne Passagen, die aufhorchen lassen, so das Sample in „Deus Sive Natura“. Wobei: „My Demon“ ist nach ca. zwei Minuten sogar recht annehmbar. In summe ist „Reincarnations“ jedoch eine lange Ansammlung von teils interessanten, teils altbekannten und teils wirren Riffs, die sich nicht zu einem Ganzen fügen. Warum sich nicht auf wenige, dafür aber besser strukturierte und ausgefeiltere Songs beschränken? Ich würde DARK ART empfehlen, die „Coloured Funeral“ von MERCYLESS noch einmal genauer zu studieren: Das Album ist zwar nicht mehr taufrisch, es scheint mir aber für das, was das Bremer Duo vorhat, durchaus als Referenz durchzugehen. Und um abschließend auf die oben genannten Hoffnungen einzugehen: Ich denke, Veröffentlichung Nr. 8 aus dem Hause DARK ART wird wieder ein Demo sein. Dann aber hoffentlich ein kürzeres, prägnanteres und weniger wirres. Danke.

18.09.2008

- Dreaming in Red -

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