De Silence et d'Ombre - 3: The Fall

Review

Zum Glück ist PostBM kein klar definierter Begriff und meint nicht nur Bands der Machart Shoegaze plus Black Metal. Denn mit eben diesem Genre wird auch DE SILENCE ET D’OMBRE angepriesen, obschon es mit Musik der Marke ALCEST und Gefolge kaum etwas zu tun hat. Wesentlich finsterer geht dieses französische Einmannrojekt zu Werke, wesentlich bedrückender ist die Grundstimmung von „3: The Fall“.

Ganz klar differenziert lässt sich aber auch kaum beschreiben, was hier für ein Genre gespielt wird. Das macht die Musik sympathisch, aber die Beschreibung schwer: geboten wird ein Klangbild, welches sich deutlich am Black Metal orientiert. Das heißt also kratzende und rauschende, mitunter grelle Gitarren, ein Drumcomputer, der einerseits nicht sehr innovativ programmiert, andererseits aber wesentliches Charakteristikum des Projektes ist, dazu mal krächzender, mal an NEHEMAHs „Light of a Dead Star“ erinnernder Klargesang, noch ergänzt durch hintergründige Keyboardklänge – und das alles unter einer guten Portion Hall versteckt.

Spielerisch bedient man sich jedoch eher des Dooms von Drone bis Funeral, wenngleich Ausflüge in schnelleres Terrain durchaus zu hören sind, ebenso (mittlerweile ja fast schon standardmäßige) elektronische Spielereien, die sich aber zum Glück gut ins Gesamtbild einfügen. Rein technisch ist es dabei nicht überragend, aber das scheint hier auch kaum der Anspruch zu sein. Mir geistert beim Hören oftmals „Rain Upon The Impure“ im Kopf herum: langsam kriechende Stücke, verhaltener Klang, drückende Monotonie und die Schwere der Musik; dazu noch eine melodieführende Gitarre, die manchmal schon an Herrn Meilenwald erinnern lässt. Obschon zum einen die Qualität dann doch noch nicht ganz so hoch, zum anderen aber hier genügend individuelle Ausdruckskraft zu hören ist.

Wie immer bei Veröffentlichung solcher recht extremen Ausrichtung geht es einzig um die Information zwischen den Zeilen: die Stimmung. Und die hier vermittelte Zurückgezogenheit, Spiritualität, ja manchmal fast schon meditative Atmosphäre ist wirklich überzeugend. Eine klagende, sich hier und dort mit den Instrumenten vermischen zu scheinende Stimme, das Kratzen und Rauschen der Gitarren, der sich oftmals in der weite des Raumes zu verlieren scheint, die dezenten Klänge im Hintergrund; DE SILENCE ET D’OMBRE zeigen hier eine eigene Welt, in die es sich einzutauchen lohnt. Dabei bieten sie jedoch wenig Aussicht auf Positives, Hoffnung oder Licht.

Jedoch, mit einer Spiellänge von fast einer Stunde und besagter Zurückgezogenheit in Ton und Stimmung fordert die Musik schon einige Aufmerksamkeit. Dazu kommt, dass die Doublebass in den schnellen Abschnitten schon störend empfunden werden kann, zumal sie entgegen dem sonstigen Klang sehr dröhnend wirkt. Ebenso fehlen mir noch ein paar Momente, die wirklich die Grenze zur Gänsehaut überschreiten – wobei der Klagegesang schon oftmals kurz davor ist.
Für mich ist dieses Album definitiv ein kleines Meisterwerk, aber eine allgemeine Empfehlung kann ich dennoch kaum aussprechen, dafür ist es dann doch noch zu eigen.

23.08.2010

Der metal.de Serviervorschlag

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