Dew-Scented - Intermination

Review

Galerie mit 20 Bildern: Dew Scented - Rockharz 2017

DEW-SCENTED sind zweifelsohne die Stehaufmännchen der deutschen Metalszene. Immer wieder wurde die Truppe in den vergangenen zwei Dekaden von Besetzungswechseln gebeutelt – doch Leif Jensen und Kollegen sind auch 23 Jahre nach Bandgründung noch da und schrauben ihren Fans nach wie vor – ob live oder auf Platte – in schöner Regelmäßigkeit die Rübe vom Rumpf. Wahrscheinlich werden sie das auch so lange tun, bis sich Jensen keine Albumtitel mehr mit „I“ ausdenken kann. Oder bis das Alphabet alle ist. Wie auch immer: Das zehnte Studioalbum „Intermination“ wurde vom selben Line-up wie das 2012er Vorgängerwerk eingespielt – was auf dem Papier eine gute Nachricht ist, da „Icarus“ ein ziemlicher Killer war.

Und auch in der Praxis führt „Intermination“ die durchweg hochwertige Diskografie des Fünfers fort, wobei große Überraschungen auf Album Nummer zehn fast schon erwartungsgemäß ausbleiben. DEW-SCENTED liefern im Laufe einer reichlichen Dreiviertelstunde vielmehr das, wofür sie geschätzt werden: Punktgenau gespielten, krachenden Thrash, der im Vergleich zu den Frühwerken jedoch merklich variabler daherkommt. Heißt: Neben flotten Geschossen wie „Power Surge“ und „Means To An End“ (Übersong mit Headbang-Garantie und erstaunlich melodiösem Melo-Death-Schlusspart) dominieren groovelastige Stücke das Gesamtbild. Dabei setzen sich vor allem der mit monströsem Killer-Riff aufwartende Opener „On A Collision Course“ sowie die erbarmungslos hämmernden „Scars Of Creation“ und „Ruptured Perpetually“ in den Gehörgängen fest. „Affect Gravity“ und „Ode To Extinction“ wiederum warten für DEW-SCENTED-Verhältnisse mit bemerkenswert morbider Atmosphäre auf und setzen auf diese Weise gelungene Akzente.

Kamillentee mit Honig? Das allabendliche Flens? Warum Fronter Leif Jensen auch nach so vielen Jahren der Brüllerei noch keinen Rost angesetzt hat, bleibt wohl sein Geheimnis. Fakt ist jedenfalls, dass der sympathische Shouter auch auf „Intermination“ eine überzeugende Performance an den Tag legt und sich auf gewohnt rüpelhafte Art durch die Songs krakeelt. Leif is Leif. Leider geil.

Nach diesen zugegeben etwas saloppen Zeilen zurück zum knallharten und faktenbasierten Journalismus: Denn einige wenige Kritikpunkte gibt es an „Intermination“ dann doch. So hat die Platte mit „Living Lies“ eine Nummer am Start, die zwar nicht zwingend als „Ausfall“, mindestens aber als „unspektakulär“ bezeichnet werden muss. Zudem klingen die Drums für meinen Geschmack eine Spur zu steril, etwas mehr Organik wäre hier zweifelsfrei gewinnbringender gewesen. Nichtsdestotrotz zementieren DEW-SCENTED mit ihrem zehnten Album ihren Status als Thrash-Institution und stellen unter Beweis, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Sicherlich ist „Intermination“ etwas zäher und wuchtiger als seine Vorgänger und damit nicht das Highspeed-Feuerwerk, dass sich so mancher erhofft haben dürfte. Für diese Zwecke gibt es ja aber noch „Impact“ und „Inwards„. Alles gut, also.

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08.06.2015

"Am Ende isses immer Arbeit."

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