Divine Eve - Vengeful And Obstinate

Review

Sowas ist doch schön. Man wirft die Platte einer persönlich völlig unbekannten Band in den Player und weiß nach wenigen Sekunden genau, dass man es mögen wird. Dann bleibt die einzige Frage, wie sehr man es mögen wird, und das ist zugegebenermaßen ein Luxusproblem. So oder so ähnlich muss es einem gewissen Markus Staiger gegangen sein, als er 1993 DIVINE EVE bei seinem damals noch bescheidenen Label Nuclear Blast unter Vertrag nahm.

Dass man damals beim inzwischen heute größten Metallabel der Welt noch Geschmack hatte, bezeugt die Reformation der Männer aus Texas. DIVINE EVE legen via Ibex Moon Records nach fünfzehn Jahren Funkstille mit „Vengeful And Obstinate“ eine EP vor, die man sofort lieben muss. Zumindest, sofern man auf wuchtigen, old-school Death/Doom-Metal steht. Aber wer bitteschön tut das nicht?

Aus jedem der vier Stücke knarzt, wummert und groovt es gewaltig. Während sich in „Whispers of Fire“ und „The Ravages Of Heathen Men“ CATHEDRAL-Riffs („Commiserating The Celebration“ winkt ausdauernd) mit HELLHAMMER-Punk paaren und dabei definitiv den qualitativen Kern der Scheibe ausmachen, geht „Vindication“ etwas flotter, aber dafür mit unfassbar treibender Rhythmik im Stile diverser Brutalo-Bands aus Chicago vor (URSUPER, LAIR OF THE MINOTAUR etc.) Der Opener „Grievous Ascendance“ steigert das Tempo sogar bis zum netten Blastbeat, ist allerdings das schwächste Glied der Songkette.

Das ganze Werken der Männer ist dabei von einer schlichten Eindringlichkeit, einem unglaublichen Gespür für den idealen Fluss eines Metalsongs gestrickt, dass jeder Riff- oder Rhythmuswechsel sich wie ein Stahlmantelprojektil in die Magengrube schraubt. Auch hier bleibt der erste Song vergleichsweise blasser als seine Nachfolger, nichtsdestotrotz solides Füllmaterial.

Allein die anderen drei Stücke auf „Vengeful And Obstinate“ verlangen nach einer uneingeschränkten Hörempfehlung. Wirklich toller, alter und ungeschönter und knallharter Metal. DIVINE EVE winkt (vielleicht etwas spät) eine rosige Zukunft, wenn sie so weitermachen.

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15.12.2009

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