Dyrathor - Sacred Walcraft Of Hel

Review

Bayern und Thüringen sind zweifelsohne die Zentren des deutschen Pagan Metal. Allerdings finden sich auch in anderen Teilen Deutschlands durchaus beachtenswerte Truppen – oder eben auch nicht. Vor zwei Jahren legten DYRATHOR aus Hattingen (NRW) ein viel beachtetes Demo hin, in dessen Fußstapfen nun „Sacred Walcraft Of Hel“ als erstes Full Length tritt.

Leider hatte ich mir nach gehörigen Vorschusslorbeeren etwas mehr versprochen. Zwar sind DYRATHOR für ihr Alter wirklich professionell, doch es fehlt an Eigeninitiative. Da wird in üblicher Manier ein wenig treibender Black Metal mit gewohnt epischen Melodien und sphärischen Keys gemischt, dazu ein bisschen Folklore und Heavy Metal Riffs – fertig ist das Pagan Metal Album. So leicht haben es sich DYRATHOR leider gemacht, zwar präsentieren sich die Fünf auf einem erträglichen Niveau und garnieren ihre Songs zeitweise mit zartem Klargesang und angenehmen Violinen-Klängen (die übrigens tatsächlich das beste am ganzen Album sind!), doch in der Gänze fühlt man sich recht schnell gelangweilt. Da fallen einem Namen wie ENSIFERUM eben so häufig ein wie ein Großteil der bekannteren deutschen Pagan Black Metal Szene– spricht zwar für eine gewisse Bandbreite an Einflüssen, doch das hilft auch nicht weiter. Es ist alles in allem viel zu durchschnittlich, selbst wenn es mal, wie im eher ruhigeren „Entspringe Den Fesseln“, entspannter zu Werke geht, will sich kein Funke entzünden.

„Sacred Walcraft Of Hel“ biedert sich leider dem Mittelfeld an. Noch dazu hat mich das Booklet ernsthaft verstört, denn nach ernsthaften germanischen Kriegern mit Message im Rücken sieht das nicht aus, eher nach den Samstagabend-Methornschwingern. Es hilft wenig, wenn man die technischen Möglichkeiten hat und dann schlicht am Mangel an Ideen scheitert, kein Wunder also, dass „Im Auge Des Sturms“ (bereits auf der gelobten Demo vorhanden) den Rest des Albums an Energie und Leidenschaft ziemlich in den Schatten stellt. Wirklich nur für Hardcore Pagan Fans lohnenswert.

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Dyrathor - Sacred Walcraft of Helbei amazon15,61 €
04.11.2010

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9 Kommentare zu Dyrathor - Sacred Walcraft Of Hel

  1. Anonymous sagt:

    Meine Neugier war sehr groß, als ich hörte, dass nach knapp 2 Jahren nun ein Longplayer folgte. \"Memories in Frost\" war damals ein echter Zugewinn für die Szene und fesselte mich immer wieder. Davon ist auf \"Sacred Walcraft of Hel\" nichts übrig geblieben. Selbst die beiden Songs aus der Demo wurden hier sehr zu ihrem Nachteil brachial glattgebügelt und gänzlich uninteressant. Und ja….tatsächlich ragen die akustischen Instrumente heraus und bilden das Highlight. Für mich ist das ganz klar eine vertane Chance – vielleicht wollte man es auch einfach nur zu perfekt machen…schade. Herausgekommen ist eben nur Durchschnitt.

  2. Arno sagt:

    Beim Bieber frage ich mich recht häufig, welches Paralleluniversum diesen Hobbymisantrophen auf die Metalgemeinde losgelassen hat. Habe selten eine derartige Diskrepanz zwischen geschriebener Rezension, Bewertungsskala und der zu rezensierenden Realität gesehen. Auf herkömmliche Schulnoten gemünzt würde es in bester Biebermanier beispielhaft wohl heissen „Gute Formulierung, rein inhaltlich öfters mal am Thema vorbei, aber dennoch akzeptabel begründet. Weiter so…. Note 5“.

    7/10
  3. Arno sagt:

    Es mangelt vielen Beiträgen an Objektivität sowie der notwendigen Differenzierungsgabe zwischen „kommerzieller Berufsmusik am Fließband“ mit entsprechender Unterstützung durch ein Majorlabel einerseits und den doch häufig unterfinanzierten, aber dennoch oftmals liebevollen und szenetypischen Produktionen im Bereich der „Nachwuchsbands“. Zweitere werden vom Bieber auffällig häufig „in der Luft zerissen“ und kommen im Vergleich zu Reviews auf anderen Webzines unverhältnismäßig schlecht weg. Abweichungen von 4-6 Punkten sind keine Seltenheit. Ihm fehlt scheinbar die nötige Affinität zum Metal-Underground oder aber es gibt in seinem Paralleluniversum nur überproduzierte und digital nachbearbeitete Hochglanzalben (immerhin fing seine „Karriere“ laut Profil mit Nu-Metal an)… Was auch immer der Grund für die z.T. unqualifizierten Rezensionen bzw. dem mangelnden Wertungsbewusstsein sein mag, bitte lass in Zukunft die Finger vom Nachwuchs und überlass das erwachseneren Leuten mit Weitblick.

  4. Arno sagt:

    Nun aber zum Thema bzw. das o.g. Album. Würde es euch noch geben, würde ich jetzt sagen „Weiter so, Jungs!“ Habt der Nachwelt auf jeden Fall ein schönes Stück Musik da gelassen. Sollte euch einmal mehr der Eifer packen, dann setzt euch wieder zusammen und macht genau dort weiter! Daher 7 von 10 Punkten!

  5. Herr Møller sagt:

    Ich weiß nicht, wo du die Diskrepanz zwischen Geschriebenem und Bewertung lesen willst? „So leicht haben es sich DYRATHOR leider gemacht, zwar präsentieren sich die Fünf auf einem erträglichen Niveau und garnieren ihre Songs zeitweise mit zartem Klargesang und angenehmen Violinen-Klängen […], doch in der Gänze fühlt man sich recht schnell gelangweilt.“ – „Es ist alles in allem viel zu durchschnittlich, selbst wenn es mal, wie im eher ruhigeren „Entspringe Den Fesseln“, entspannter zu Werke geht, will sich kein Funke entzünden.“ – „Sacred Walcraft Of Hel“ biedert sich leider dem Mittelfeld an.“ – Das alles sagt aus, dass das ein mittelmäßiges Album ist. Und 4/10 ist eine mittelmäßige Bewertung.

  6. Herr Møller sagt:

    Und ganz davon abgesehen: Ich glaube kaum, dass unser Bieber Undergroundbands schlechter bewertet, weil sie Undergroundbands sind. Dafür gibt es bei ihm in der History viel zu viel gute Noten auch für Undergroundbands. Man muss halt gesamtheitlich suchen, nicht nur nach dem, was seine Meinung unterstützt … . (Bitte bedenken, dass eine 6/10 bei metal.de auch schon als gutes, wenngleich nicht grandioses Album gilt.)

  7. Heiko sagt:

    Und ich kann nur erneut betonen, wie langweilig ich es finde, wenn der Bewertung eines Albums so viel mehr Aufmerksamkeit zu Teil wird, als dem Inhalt einer Rezension. Dann schreiben wir in Zukunft einfach nur noch ne Note hin und das hat sich – und das kanns ja wohl auch nicht sein. Alle paar Tage wird hier über zu hohe oder zu niedrige Bewertungen diskutiert – langweilig.

  8. Jan (The.beaver) sagt:

    Lieber ARGH!gressor,
    Ich machs mal kurz. Ja, ich hab vor 10-11 Jahren Nu Metal gehört, übrigens wie viele andere auch, in deren Umfeld sich kein Metal-Hörer aufhielt. Das sich “Mensch” aber in diesen Jahren entwickelt und sein Interesse vertieft bzw. gerade im Musikbereich vielleicht auf ganz andere Genres aufmerksam wird, sollte eigentlich logisch sein, ist es aber anscheinend nicht. Ich bewerte Bands mit Sicherheit nicht nach ihrem Status oder “nur” der Verpackung wegen, aber ich bin auch kein Werbeanzeigentexter sondern ein Musikrezensent. Daher finde ich es schon belustigend wenn Aufforderungen nach dem Motto kommen: “Schau mal was der und der geschrieben hat.” . Soll ich dir was sagen? Diese Rezensionen sind mir absolut egal. Es gibt Kritierien nach denen wir bewerten und aus meiner Sicht sind DYRATHOR weder originell noch besonders “gut” in dem, was sie machen, aber das scheint ja gar nicht dein Hauptanliegen zu sein oder?

  9. Jan (the.beaver) sagt:

    Ich empfehle dir, da du ja anscheinen glaubst, ich verreisse Underground-Bands, weil sie aus dem Underground kommen, meine Review-Liste mal aufmerksamer zu durchstöbern und nicht nur nach deinen Lieblingsbands. Denn siehe da, dort findet sich eine ganze Reihe von Bands ohne Label-Deal oder mit Kleinstlabel-Deal, die sehr hohe Bewertungen eingefahren haben und das ganz ohne “Hochglanz-Produktion”, unfassbar oder? Also lieber ARGH!gressor, ich würde dir empfehlen, bevor du derartige Anschuldigungen erhebst, diese mit absolut kruden Thesen zu stützen versuchst, etwas genauer hinzuschauen und vielleicht zu überlegen ob ich nicht eine ganz andere Sicht auf deine “Lieblingsbands” habe als du, denn aus meiner Sicht gibt es keine der von dir angedeuteten Diskrepanzen.
    Achso und in meinem CD-Schrank stehen maximal zehn Major-Releases unglaublich oder? Und eine Nu-Metal-CD kann ich auch nirgends mehr entdecken.

    Ansonsten schließ ich mich meinen beiden Kollegen an.