Embodied Grief - Death Metal

Review

Fast ein Jahr schwinge ich jetzt schon die Feder für unser liebes (oder sind wir doch böse?) Magazin und genau so lange hat es auch gedauert, bis mir als Objekt zur Rezension ein gutes, altes, vom Aussterben bedrohtes Tape ins Haus geflattert kam. Dass man hier an den Sound nicht mit den gleichen Ansprüchen wie bei einer CD herangehen kann, ist wohl logisch, wenn man noch dazu bedenkt, dass die seit 1999 existierenden EMBODIED GRIEF für die Aufnahmen einen uralten, tragbaren „8-Spur-Schrottrekorder“, wie sie ihn liebevoll selbst nennen, benutzt haben. Demzufolge muss man hier mal beide Augen zudrücken, es sei denn, man ist ein absoluter old-school-Freak. Dann dürften einem bei dem Klang von „Death Metal“ die Freudentränen in die Augen schießen. Aber nichtsdestotrotz hat das in den frühen 90ern verwurzelte Todesblei der fünf süddeutschen Jungs einiges zu bieten. Meist bewegt man sich in höheren Geschwindigkeitsregionen, ist aber nie um das Einstreuen von melodiösen Songstrukturen verlegen. Zwischendurch eingebaute ruhigere, langsamere Parts lockern das Geblaste ein wenig auf und zeigen, dass hier keine Songwritingbanausen am Werk gewesen waren. Einzig „Severe Stench Of Arrogance“ macht einen recht zerfahrenen, zusammhangslosen Eindruck. Die restlichen Tracks kann man aufgrund des niveauvollen Drummings und der schön aggressiven Vocals durchweg als solide bezeichnen. Ein 100%iges Urteil möchte ich mir an dieser Stelle aber nicht erlauben. Das hat mehrere Gründe. Zum einen verschluckt der grottige, rohe Sound einfach zu viele Feinheiten der Gitarrenarbeit, sodass man diese nur schwer mit reinem Gewissen bewerten kann. Zum anderen hat das hier auf dem Tape enthaltene Material schon fast ein Jahr auf dem Buckel. Nach Aussage der Band sind die neuen Sachen „sehr viel brutaler, crustiger, direkter, weniger verschnörkelt, sprich mehr auf die Fresse“ ausgefallen. Ob dies so ist, werden wir hoffentlich bald auf der geplanten Split mit den Hamburgern von SUFFERAGE erfahren. Wer sich bis dahin noch dieses auf 500 Stück limitierte Demotape zulegen will, kann es unter oben genannter Adresse für schlappe 3 Euro bestellen.

01.09.2002

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3 Kommentare zu Embodied Grief - Death Metal

  1. Anonymous sagt:

    Da stimme ich mal meinem Kollegen absolut zu :)…"Severe Stench Of Arrogance" is auch mein Favorit ;)..wohl aus mehreren Gründen, naja…da ich nicht besonders auf Old-School-DM abfahre, erhoffe ich mir mehr von dem zweiten Projekt des Gitarristen, den ich mal an dieser Stelle grüße….liv

    6/10
  2. jr sagt:

    Ultrageiles Cover! Schön, dass das nicht zensiert wurde (ist him im Urlaub?)!

    10/10
  3. Sickxx sagt:

    Seit wann ist den Hamburg im Süden????