Empyrean - Quietus

Review

Symphonischer Death/Black Metal aus Australien: „Quietus“ ist das Debütalbum der Gruppe und zeigt sich ambitioniert nicht nur in Sachen Produktion. Pomp ist natürlich Pflichtprogramm – eine Weile lang verkneifen sich EPMYREAN derartige Ausflüge, doch irgendwann ist der Bann gebrochen und das Orchester geht mit dem Kitsch Hand in Hand. Die Australier orientieren sich am Üblichen, was dessen Ausmaß angeht, versetzen so aber natürlich keine Berge. Soll heißen: Eine Schwäche für Orchesterpathos muss auf Seiten des Hörers schon da sein, damit er „Quietus“ etwas abgewinnen kann; ein nicht so stark ausgeprägter Anspruch an Komplexität der Arrangements ist wie immer ein lohnender Zusatz.

Aber EMPYREAN können noch ein wenig mehr. Die Abschnitte, in denen ordentlich aufs Gaspedal getreten wird, sind natürlich fett produziert, haben aber trotzdem noch Eier. Darüber hinaus verstehen sich die Australier aufs Einarbeiten der langsameren und melodischeren Passagen, denen nicht der Zusammenhang geopfert wurde, was in diesem Genre durchaus Beachtung verdient: „Quietus“ besteht eben nicht aus wahllos zusammengewürfelten Schnipseln, sondern aus in sich und im Kontrast gegeneinander schlüssigen Stücken, die gerade in dieser Eigenschaft Vergleiche mit ORAKLE zulassen. Für die zweite Hälfte des Albums gilt das nur noch mit Abstrichen, zumal man sich hier auch mit nicht mal halbgaren CHILDREN-OF-BODOM-Verweisen (Richtung „Hatebreeder“ u.Ä.) in Form von richtungslosem Melodiegewusel herumschlagen muss.
Insgesamt macht „Quietus“ einen noch nicht ganz gereiften Eindruck. Die Jungs können ganz sicher komponieren, das merkt man auch trotz den Reißbrettwendungen, auf die immer mal wieder zurückgegriffen wird, deutlich. Wovon es zu wenig gibt, das sind die großen, mitreißenden Melodien und Einfälle, sodass die Scheibe definitiv nicht groß genug für ein ganzes Album ist, zumindest auf dem Niveau, zu dem EMPYREAN passagenweise fähig sind.

20.09.2009

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