Ever Since - Bring Out The Gimp

Review

Die Musik der Schweizer EVER SINCE ist eine wahre Büchse der Pandora, wenn es um modernen Metal geht. Denn das aktuelle Opus „Bring Out The Gimp“ offenbart ein wahres Füllhorn aktueller Metal-Spielarten. Aufgefächert bedeutet das: Es gibt das, was man eben unter dem Terminus „Modern Metal“ zusammenfassen kann – mit einer ordentlichen Portion Thrash Metal und dezenter Core-Schlagseite. Abgerundet wird das Ganze mit Elektro-Spielereien und sogar gelegentlichen Ausflügen in Gothic-Gefilde („No Way Out“). Was es allerdings nicht zu hören gibt, sind die derzeit sehr angesagten Djent-Einsprengsel.

Auffällig ist bereits beim ersten Durchlauf der sehr abwechslungsreiche Gesang des portugiesischstämmigen Vokalisten Pedro, der sich durch sämtliche Arten gutturaler und klarer Gesänge laviert. Besonders zur Geltung kommt dies, wenn man den Kontrast zwischen dem wuchtig nach vorne preschenden „Circles“ im Vergleich zum mit Geige unterlegten „No Way Out“ betrachtet. Die brachiale Breitseite des erstgenannten Songs, welche ein breites Grinsen auf das Gesicht des Hörers zaubert, was dann noch vergrößert wird durch den musikalisch im Gegenteil verhafteten Anfang des Letztgenannten. „No Way Out“ ist nebenbei bemerkt auch ein Paradebeispiel dafür, wie viele Facetten man in einem Metal-Song unterbringen kann – sei das nun gesanglich, instrumental oder stilistisch. „Step In The Hell“ überzeugt wiederum durch seinen klassischen Aufbau und seiner Einfachheit. Zum Ende des Albums hin unterliegen die Lieder dann zumeist dem herkömmlichen Schema des Songwritings, was man den Schweizern aber nicht übel nehmen kann, da sie es schaffen, sinnvolle Kompositionen aus diesem Standard zu schöpfen.

Die Glanzpunkte des Albums stellen für mich „No Way Out“, „Circles“ und vor allem das ohrwurmige „10.000 Feet“ dar. Hier arbeitet die Band mit tighten Gitarrenriffs, welche an schöne Sythie-Spielerein gekoppelt sind. Mit dem Rausschmeißer „Wake Up“, der zwar ein guter Song ist, wird das Album schließlich leider wenig spektakulär beendet.

Handwerklich bewegt sich die Band auf einem durch und durch überzeugenden Niveau. Neben dem Können des Herren hinter dem Mikrofon stechen weiterhin das abwechslungsreiche Drumming von Schlagzeuger Ced sowie Gitarrist Vinc hervor, der nicht selten schöne Melodien („Wrong Way“) oder gute Riffs aus dem Ärmel schüttelt. Leider ist der Bass so sehr in den Hintergrund gemischt, dass ich es nicht vermag, etwas über dessen Arbeit zu bemerken.

Zusammenfassend bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass EVER SINCE auf „Bring Out The Gimp“ fast alles richtig machen. Einzig würde ich mir eine druckvollere Produktion der progressiv angelegten Songs und einen spannenderen Opener (der Titeltrack zu Beginn ist für mich der schwächste Song des Albums) wünschen. Die erste Hälfte des Albums birgt die spannender konzipierten Tracks, dafür überzeugt der zweite Teil mit den besseren Refrains. Fazit: Neben dem letzten MYGRAIN-Album eines meiner aktuellen Modern-Metal-Highlights.

11.02.2014

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1 Kommentar zu Ever Since - Bring Out The Gimp

  1. greedo sagt:

    gehört. gekauft. danke fürs review!