Faloide - Theories Of Decadence

Review

Hin und wieder bringt es das CDs-Besprechen mit sich, dass man eine CD vorgesetzt bekommt, auf die man so gar keine Lust hat. Man sieht das Cover und denkt sich „Och nö, die mache ich mal zuletzt…“. In den meisten Fällen bestätigt sich das leider auch, aber manchmal liegt man damit auch so richtig schön falsch!

FALOIDE aus Frankreich waren mit ihrer MCD „Theories Of Decadence“ bei mir so ein Fall, bei dem Letzteres zutraf. Es handelt sich dabei um die erste, selbstproduzierte Veröffentlichung nach einem Debutdemo der Band und vom dem Bookletphoto aus zu schließen, dürfte sich das Durchschnittsalter der Band auch noch im Teenagerbereich befinden. Ich war also erstmal ziemlich skeptisch.
Tja, da lag ich mal richtig daneben. Als ich die CD dann doch rotieren ließ, war recht schnell klar, dass FALOIDE trotz ihres jungen Alters verdammt gut wissen, was sie da tun. Angefangen bei dem Akustikgitarrenintro mit orientalischem Flair, das leichte NILE-Einflüsse erkennen lässt, machen sie ihre Sache durch die gesamte Spielzeit hinweg gut. Den eigentlichen Kern bildet bei FALOIDE allerdings eher Death Metal der alten Schule – so verwundert es nicht, dass sie auf ihrer Myspaceseite OBITUARY und MORBID ANGEL als ihre ersten beiden Einflüsse nennen. NILE aber eben auch, und das macht die Sache hier interessant. Zwar macht den Hauptteil von „Theories Of Decadence“ schleppendes Oldschoolgegroove (Deutschpuristen mögen mir dieses Wort verzeihen) aus, aber es treten eben auch einige ungewöhnliche Melodien auf. So schaffen FALOIDE es gleichzeitig, die Nackenmuskulatur in Gang zu bringen, aber niemals stumpf oder vorhersehbar zu wirken. Vor diesem Kunststück ziehe ich auf jeden Fall meinen Hut – daran ist schon so manche Band mit einigen Jahren Spielerfahrung mehr auf dem Buckel gescheitert.
Und wenn man mal ehrlich ist, so waren die ganzen heute etablierten Death-Metal-Urgesteine auch ziemlich jung, als sie ihre ersten Veröffentlichungen hatten. Wenn FALOIDE das, was sie auf dieser MCD abliefern, allerdings weiter ausbauen können – und Zeit dafür sollte ja noch sein, dann könnte hier noch einmal Großes passieren.

Zum Sound kann man zwar sagen, dass hier einiges an Steigerungspotential besteht, aber irgendwie passt er auch gleichzeitig zum Oldschoolflair dieser Scheibe und so möchte ich da auch gar nicht wirklich meckern. FALOIDE bringen es fertig, zu beweisen, dass Death Metal auch im Jahre 2007 noch frisch und unverbraucht klingen kann, ohne ihn dafür mit anderen Genres „strecken“ zu müssen. So bleibt nur noch zu sagen, dass jeder, der intelligenten und abwechslungsreichen Death Metal stupidem Gebolze vorzieht, unbedingt mal ein Ohr riskieren sollte. Das Rad wurde hier zwar auch nicht neu erfunden, aber es läuft sehr viel runder, als man es bei einer Nachwuchscombo vermuten würde und unterm Strich macht diese MCD einfach Spaß!

31.10.2007

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