Fatalist - The Depths Of Inhumanity

Review

Wer seine Idole schon in der äußeren Präsentation so frech wie FATALIST kopiert, kann eigentlich nichts Schlechtes im Sinn haben. Warum, mag sich der eine oder andere fragen: Ganz klar, wenn die Heldenverehrung schon so weit geht, dass man seine eigene Band nur als Mittel zur Huldigung konzipiert, muss das Ergebnis einfach hochwertig sein, da man seine Helden logischerweise sonst nicht ehrt, sondern vielmehr in den Schmutz zieht. Vom eigenen Schaffen mal ganz abgesehen.

In wessen Fußstapfen die Kalifornier treten wollen, erkennt das halbwegs geschulte Auge schon am Logo: Die gesuchte Band heißt NIHILIST.
Und was bei Logo und Bandname anfängt, hört natürlich auch beim Sound nicht auf. Auf „The Depths Of Inhumanity“, dem Debüt der Kalifornier, dreht sich alles nur um die goldene Ära schwedischer Todeskunst. Was nicht weiter verwundert, hieß das Coverprojekt, dem Teile der Truppe vor FATALIST angehörten, doch STOCKHOLM SYNDROME.
Nach einem Demo unter dem aktuellen Namen, haben die Jungs jetzt also beschlossen, dieses mit neuem Material aufzustocken und als erstes Full-Length-Album auf den Markt zu hauen. Vom Gitarrensound, der eine düstere und bedrohliche Grundstimmung erzeugt, bis zu den Arrangements, ist wirklich alles originalgetreue schwedische Wertarbeit. Lediglich die Stimme klingt etwas dünn, woran man sich aber schnell gewöhnt, scheinen an allen Ecken und Enden doch glorreiche Bands wie NIHILIST, bzw. ENTOMBED, GRAVE und DISMEMBER durch und lassen einen kleine Unzulänglichkeiten wie diese schnell vergessen.
Vom gefühlvollen Intro, über Gänsehautleads und klassische „Uffta-Beats“, bis hin zu schön rotzig chaotischen Blastpassagen (ja, es gab einmal Zeiten in denen der Schlagzeuger nicht exakt wie ein Computer gespielt hat und keinen hat es gestört), deckt „The Depths Of Inhumanity“ gekonnt die komplette Bandbreite des frühen schwedischen Death Metals ab.
Trotz der zahlreichen und auch sehr deutlichen Verweise auf ihre Idole, gelingt es FATALIST dennoch, eine eigene Note mit ins Spiel zu bringen. Sie meistern sozusagen den Tanz auf der Rasierklinge zwischen Zitat und Kopie, auch wenn dies bei manchen Songs, wie „Rivers Of Blood“, dessen Einleitung verdächtig nach DISMEMBERs „Dismembered“-Intro klingt, nur um Haaresbreite der Fall ist.

Die Frage, die sich jetzt natürlich für manchen stellt ist, ob man so etwas im Jahr 2010 überhaupt noch braucht. Schließlich gibt es die Platten der genannten Bands ja schon. Warum sollte man sein Geld also für etwas ausgeben, das man wahrscheinlich sowieso schon im Schrank stehen hat? Weil FATALIST ihre Sache so gut und voller Herzblut machen, dass jeder, der auch heutzutage nicht genug vom feinen Schwedenstahl bekommen kann, seine wahre Freude daran haben wird.

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15.01.2010

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