Fearce - Deepraw

Review

Hinter FEARCE verbergen sich fünf Musiker aus dem süddeutschen Freiburg. Die schöne, von den Zähringern errichtete Stadt im Breisgau ist wohl eher für sein Münster, alte Gemäuer und gemütliche Sonntage an der Dreisam bekannt, als für massive Metalklänge. Doch genau solche sind es, mit denen FEARCE den geneigten Hörer umgarnen. Das Quintett feuert auf seinem Zweitwerk „Deepraw“ – nach dem atmosphärischen Intro – angenehm groovigen Neo-Thrash mit Grunge Note in die Ohren des Lauschenden. Die Musik erinnert dabei mitunter an die Finnen von DIABLO, wenngleich FEARCE weniger melodisch arbeiten, dafür jedoch ähnlich wuchtig sind.

Die ersten beiden Tracks stehen exemplarisch für das, was die Band leisten kann. Besonders der Schlussteil von „Not Better“ ist wirklich eine Klasse für sich. Zähfließende Riffs walzen hier auf den Hörer zu, welche in einen rhythmisch recht vertrackten Teil übergehen, der den Song abschließt. Starke Nummer.

Auch „Empty Boy“ mit seinem Stoner-Einschlag soll hier positiv vermerkt sein. Der Mittelteil und der Schluss gehen, abgesehen von der Gesangsleistung, einfach nur gut ins Ohr.

Den Abschluss markieren „Holy“ und das knapp achtminütige „Pikaia“ – wobei Erstgenanntes als Einleitung für das Letztgenannte fungiert. Somit steht ein eigentlich elf Minuten langes Opus am Ende, das nochmal den Anspruch der Band, sich mit dem Begriff „progressiv“ schmücken zu wollen, untermauert. Der Track als solcher kann fast schon als unter „Doom-Thrash“ verbucht werden, der lediglich durch kleine Tapping-Passagen des Gitarristen aufgelockert wird. Leider fällt im Laufe des Songs der wenig ansprechende Gesang auf, der sich am Ende negativ auf die atmosphärische Wirkung von „Pikaia“ auswirkt.

Wünschen würde ich mir, dass die Band mehr gutturale Gesänge in ihre Musik integriert, da die vereinzelten Growl- und Shout-Akzente so stark wirken, dass ich mir diese sehr gut über längere Passagen vorstellen kann. Zudem kommt der Sänger mit seinem leicht kurt-cobainigen Organ nicht selten an seine Grenzen – und wirkt über weite Strecken schlicht überfordert. Die Instrumentalfront ist allerdings über jeden Zweifel erhaben und rifft sich souverän durch die gesamte Spielzeit.

Wer die Qualitäten der Band hören möchte, dem sei besonders die erste Hälfte des Albums ans Herz gelegt. Danach beginnt „Deepraw“ etwas zu schwächeln aber kann sich, der durchgehend überzeugenden Riff-Arbeit wegen, noch mit 7/10 Punkten über die Zielgerade retten. Ein letzter Wehrmutstropfen ist auch der Mangel eines wirklichen Hits. Doch ich bin mir sicher: Der kommt auf dem nächsten Album.

10.03.2014

Der metal.de Serviervorschlag

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