Fejd - Nifelheim

Review

Galerie mit 5 Bildern: Fejd auf dem Ragnarök 2018

FEJD haben ihr fünftes Album “Nifelheim“ nach der unwirtlichen, nördlichen Eiswelt aus der nordischen Mythologie benannt, und entsprechend kalt und garstig gibt sich zunächst die Scheibe: Ein grob aufgelöstes Schwarz-weiß-Cover mit Drachenbooten, dann beginnt der eröffnende Titeltrack mit bedrohlich dräuenden, verzerrten Basslauten. Schließlich zeigen die beiden ersten Songs „Nifelheim“ und „Nidhögg“ ihre Stärke in den mitreißenden Refrains, bei denen man am liebsten mitshouten und die Fäuste recken möchte.

„Nifelheim“ gibt sich kalt und garstig

Moment, Moment. Wir sprechen hier aber immer noch von FEJD, der schwedischen Folk-Metal-Band um die beiden Rimmerfors-Brüder, die gänzlich ohne Gitarren auskommen, dafür aber ein ganzes Arsenal an traditionellen Folk-Instrumenten auffahren. Das ist übrigens eine Aussage und keine Frage. Der zwischendurch mal im Line-Up geführte Gitarrist Ewo Solvenius ist übrigens nicht mehr mit dabei, und trotzdem erschafft die Band diesmal eine vielleicht ungewohnt düstere Atmosphäre. Vom metallischen Ansatz mal ganz abgesehen, denn auch ohne Gitarren haben die Songs teilweise einen heftigen Punch, dank Doublebass-Drums und einem im richtigen Moment verzerrten Bass.

Dennoch: Niemand muss auf die seit dem gefeierten Debüt „Storm“ vorhandenen Folkmelodien verzichten, die sich trotz des düsteren Anstrichs nach wie vor in den Songs wiederfinden. Das eher verwinkelt aufgebaute „Edsvuren“ oder der wirklich runde Song „Sköldborg“ sind dafür zwei sehr unterschiedliche Beispiele, und das genannte „Nidhögg“ verbindet Folk mit der Macht des – Achtung: Fremdvokabel! – Gangshouts. Das fünfminütige Instrumental „Einar blå“ verbindet Instrumente wie Maultrommel, Moraharpa, Bouzouki, Flöten, garniert mit einer wirklich schönen Melodieführung. Und selbst das vor fünf Jahren mal als Standalone-Single veröffentlichte „Strilja“ überzeugt mit wunderschönen Melodien, selbst wenn das Stück ungewöhnlicherweise in den Strophen am stärksten ist und nicht im Refrain.

Folkige Melodien, traditionelle Instrumente, gekonnte Umsetzung

Trotz des zunächst kalten und garstigen Eindrucks ist „Nifelheim“ also eigentlich eine FEJD-Scheibe, wie man sie gewohnt ist – folkige Melodien, traditionelle Instrumente, gekonnte Umsetzung inklusive. Vielleicht steckt diesmal etwas weniger Lieblichkeit und mehr Dramatik in den Songs, aber das ist ja per se kein Makel. Und selbstverständlich muss niemand auf den so prägnanten Klargesang verzichten, der wieder auf Schwedisch dargeboten wird und bei dem das ‚R‘ immer so schön gerollt wird. Vor allem aber zeichnet sich die Scheibe durch seine durchgehend guten Songs aus, von denen sich einige für eine Liveumsetzung qualifizieren. FEJD haben also die vergangenen zehn jahre seit dem letzten Studioalbum „Trolldom“ gut genutzt und melden sich mit „Nifelheim“ so stark zurück, wie man es sich nur wünschen konnte.

17.09.2026

- Dreaming in Red -

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