Fields Of The Nephilim - Fallen

Review

Galerie mit 36 Bildern: Fields Of The Nephilim - Wave Gotik Treffen 2015

Lange hat es nun wahrlich gedauert, gerechnet hat man eigentlich nicht mehr damit und dennoch ist es tatsächlich soweit: Das neue Fields of the Nephilim-Album ist fertig! Zwei lange Jahre durfte man sich mit Fingernägelkauen, nervösen Blasenproblemen und unerträglichen Magenbeschwerden rumschlagen, um nun endlich die Frucht einer Wiedervereinigung zu feiern, die vielleicht ohnehin nur ein Publicity-Gag hätte werden können. Ihre Festival-Auftritte vor zwei Jahren zeigten jedoch deutlich, daß sie es ernst meinen und auch die ONE MORE NIGHTMARE-Maxi wies auf das Potential, welches noch in den alten Herren zu schlummern scheint. Zwischendurch gab es noch einen lauen Aufguß alter Werke mit FROM HERE TO GEHENNA, wo man noch einmal die Anfangstage bestaunen durfte. ONE MORE NIGHTMARE deutete es jedoch bereits an: Fields of the Nephilim sind im Jahre 2002 angekommen ohne den alten Staub der dreckigen Ledermäntel mitzunehmen. Vielmehr klingt man zeitgemäß, ohne sich anzubiedern, modern aber immer noch eigenständig und auch von der üblichen Oberflächlichkeit vieler heutiger Werke ist nicht viel zu spüren. Ein Hybrid aus der träumerischen und warmen ELYZIUM-Atmosphäre gekoppelt mit der Härte und Durchschlagskraft des Nefilim-Albums ZOON ergeben auf FALLEN ein ebenso kräftig rockendes, wie auch nachdenkliches Werk. Hitpotential ist hier zuhauf vorhanden, der Titeltrack und besonders „From the Fire“ stehen dafür als Zeugen jederzeit bereit. Allerdings – und hier fangen die Wermutstropfen an zu kullern – hat dieses Album keineswegs die Homogenität, die innere Geschlossenheit der früheren Werke. Vieles wirkt fragmentarisch, angedacht und noch unfertig. So wirkt der Mix noch unausgegoren, die Stücke sind Sound-technisch nicht einheitlich, beißen sich, legen eine Verschiedenheit an den Tag, die nicht richtig zu einer Einheit zusammenfinden will. Auch einige Lieder wirken mehr angerissen, können sich nicht vollends entfalten und sind mehr Gedankensplitter, die einfach noch einer Reife bedurft hätten. Besonders ärgerlich auch die Tatsache, daß beide Stücke der ONE MORE NIGHTMARE-Maxi hier verwendet wurden – und die Spielzeit gerade mal ächzend die 40 Minutengrenze überqueren kann. So viel Kultstatus diese Bands besitzt, soviel Respekt ich vor ihrer Biographie und ihren Werken habe, so unverständlich ist doch dieses dürftige Ergebnis, auch wenn die musikalische Qualität immer noch über jeden Zweifel erhaben ist. Doch nach so langer Zeit verlernt man vielleicht auch seine eigenen Weg zu schätzen. Hoffen wir, daß Fields of the Nephilim wieder zu sich selbst finden können und nicht nach diesem sehr zwiespältigen Ergebnis, welches jedoch immer noch Pflicht für jeden Nephilim-Anhänger ist, wieder für die nächsten zehn Jahre in der Versenkung verschwinden.

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23.10.2002

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2 Kommentare zu Fields Of The Nephilim - Fallen

  1. Anonymous sagt:

    Ich zitiere: "Allerdings – und hier fangen die Wermutstropfen an zu kullern – hat dieses Album keineswegs die Homogenität, die innere Geschlossenheit der früheren Werke." Das ist nicht weiter verwunderlich, da es sich auch nicht um ein Gesamtwerk handelt, welches nicht von Carl McCoy als bekannten Perfektionisten abgesegnet wurde. Weiterführend zu diesem Thema empfehle ich die Lektüre der News auf http://www.fieldsofthenephilim.de/. Vielmehr handelt es sich um eine Ansammlung alter Stücke, die Fields-/Nefilim-Fans schon seit geraumer Zeit bekannt sind – bis auf einige wenige Ausnahmen. Es ist folglich reine Übertreibung (oder gar Unwissenheit?!) von einem "neuen" Fields-Album zu sprechen. Aber es ist nichtsdestotrotz immer wieder belustigend, wie viele Kritiker es als solches bezeichnen und sich die gute alte Zeit herbeisehnen, welcher sie doch eigentlich mit "Fallen" näher sind als sie glauben würden. Bisher kam mir noch kein gelungenes Review unter die Augen, daß sich einmal genauer mit den näheren Umständen des "Werkes" befasst hätte. Leider ist es nur ein Album des Labels geworden, kein Album von den Fields Of The Nephilim. Mit mehr Einfluss seitens Carl McCoys hätte es mit Sicherheit den ein oder anderen Punkt mehr verdient. Und mit mehr Einfluss der dezeit vorhandenen Informationsmöglichkeiten, stünde es auch um die Qualität des Reviews bedeutend besser.

    8/10
  2. Anonymous sagt:

    Ich muss meinem Vorredner beipflichten. Die unrühmliche Entstehung der vorliegenden Scheibe,wurde in vielen Medienartikeln und nicht zuletzt auf der offiziellen Homepage der Band,zur genüge dargestellt. Carl McCoy lehnt jeden Kommentar oder sonstige Promotion für diese Veröffentlichung konsquent ab,da die Plattenfirma (jungle records) z.T. unfertiges Demomaterial verwendet,sowie einige Songtitel,CD-Titel,Artwork ohne Zustimmung der Band einfach "dazusteuerte" und die Scheibe veröffentlichte. Hinter diesen Aspekten ist "fallen" ein trotzdem gutes Album,auch wenn das Rohstadium hier und da durchschimmert."Fallen" ist eine Mixtur aus älteren Tagen der Band und dem NEFILIM-Projekt von Carl McCoy,unter dessen Namen die beiden jetzt wohl auch agieren woll(t)en. Fazit : Selbst in diesem Zustand ist "fallen" um einiges besser,als vieles andere aus diesem Sektor und der Reszensent sollte sich vielleicht besser informieren,denn für einen Interessierten waren die Band/Label Querelen eigentlich nicht zu ubersehen.

    8/10