



„Sell Out!“, schreien die Massen bei jeder Entwicklung, die eine Band einem breiteren Publikum zugänglich machen könnte. FIRTAN veröffentlichen mit „Helios“ ihr erstes Album mit Lyrics in ausschließlich englischer Sprache. Die Inhalte, deren Einflüsse aus Mythologie, Philosophie und Religion stammen, sind dabei aber immer noch ohne Zweifel FIRTAN. Mit „Helios“ nimmt die Band ihre Hörer:innen mit auf den langen, anstrengenden Weg zur klarsten Version des Selbst.
Wie viel FIRTAN steckt in „Helios“?
Dabei findet sich auf dem Album ein wahres Sammelsurium an Gottheiten, Kulturen und Symbolik. Vom Opener des Albums, dem Sanskrit-Begriff „Himsa“, über die hinduistische Göttin Kali in „Kalikas Tongue“, hin zum lateinischen „Solis Currus“, dem Sonnenwagen, bis zum griechischen Sonnengott und Namensgeber des Albums „Helios“ – und schließlich zu BATHORYs „Man Of Iron“. Der Langspieler bietet an der Oberfläche so viele Einflüsse und Ablenkungen vom klaren, fokussierten Kern, den es als Zielpunkt verspricht, wie die äußere Welt selbst.
Klanglich ist „Helios“ dafür deutlich übersichtlicher und stringenter, als der erste Blick auf die Tracklist vermuten lässt. Mit ihrer Mischung aus rohem, wuchtigem Black Metal und der Violine, die diese Klangmauer immer wieder durchbricht – mal traurig, mal hoffnungsvoll –, gelingt FIRTAN die Balance zwischen Intro- und Extraversion. Dabei stellt die Band die Violine mehr denn je in den Mittelpunkt, macht dabei aber dankenswerterweise einen großen Bogen um Kitsch.
Der Weg von Chaos zu Selbsterkenntnis wird nicht nur inhaltlich, sondern auch im Aufbau und Verlauf des Albums selbst wiedergegeben. Während die erste Hälfte von „Helios“ dicht und düster bleibt, setzt mit „Ascension“ der von sakralen Chören begleitete Aufstieg in Richtung Licht und Ordnung ein. „Shadows Of A Dawn Unborn“ ist schließlich der Punkt, an dem die Reise ihr Ziel erreicht und die Seele reingewaschen und geläutert das Potenzial des anbrechenden Tages erkennt.
Von Chaos zu Klarheit
„Helios“ technisch zu beschreiben, ist möglich, aber sinnlos. Der einzige Weg, das Album zu verstehen, ist es zu hören. Fügen die englischen Lyrics dem Album wirklich etwas hinzu und sind ein sinnvoller Schritt für FIRTAN? Fraglich. Ist das Album mit unterschiedlichen Einflüssen etwas überladen? Vielleicht. Doch am Ende ist „Helios“ die Reise ohne Frage wert und bahnt sich wie versprochen einen Weg durchs Chaos hin zur Klarheit.

Louisa Esch































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