Frost - Cursed Again / Talking To God

Review

Nach dem Niedergang von Rage Of Achilles Records haben sich nun Feto Records den Machenschaften FROSTs angenommen und legen die beiden, längst vergriffenen Alben „Cursed Again“ und „Talking To God“ neu auf. Feto-Labelchef Mick Kenney (u.a. ANAAL NATHRAKH und MISTRESS) fungiert hier als allein herrschender Zeremonienmeister. Der Multiinstrumentalist zeigt sich an sämtlichen Instrumenten als Prinzipal seines Fachs, präzise und beeindruckend; lediglich das duale Kommando um The Fog und The Shid steht ihm mit bestialischem Gekeife zur Seite.

In jedem Genre gibt es Bands, die mit ihrer ekstatischen Energie und ihrem intelligenten Songwriting, den Mangel an Originalität ausbügeln können. „Cursed Again“ fegt wütend hinweg, rasiermesserscharfe Gitarren und das vernichtende Rhythmuskommando, welches man nur als immens bezeichnen kann, entfachen eine stahlbewehrten Orkan. Viel Überraschendes, etwas, dass sich nicht mit gängigen Wendungen hätte beschreiben lassen können, wird nicht geboten. Ab und an klärt ein mit Bedacht eingesetzter Chor die dunkle Szenerie auf, zwischen frenetischen Blastorgien und schleppenden Parts verfeinert ein reißender Groove die Komposition. MAYHEMs „De Mysteriis Dom Sathanas“ dürfte als Blaupause gedient haben, insbesondere der Gesang erinnert verstärkt an Attila Csihars frühe Glanztaten.

Auch wenn schon der Vorgänger kein leichter, sondern ein eher stürmischer Bau geworden ist, gleicht „Talking To God“ einer dräuenden Gewitterfront. FROSTs zweites Album zielt auf eine gänzlich neue Ausrichtung ab, ist dabei ungleich weniger ungehobelt und ungestüm. Es strudelt und kreist mit überwältigender Vehemenz und hüllt sich in eine düstere, dichte Atmosphäre, die dem Großteil der selbst erkorenen, skandinavischen Elite die Schamesröte ins stark getünchte Gesicht treiben sollte. FROST haben sich entwickelt und die schattigen Grenzen des modernen Black Metals hinter sich gelassen, sie setzen auf eine bewegte Kombination aus Midtempo-Passagen und alles schluckender Raserei. Jede höllische Note schlägt sich mit der Intensität einer Amphetamin-Injektion auf eure Psyche nieder, zieht schreiend aus den Boxen, um euch strauchelnd in die Knie zu zwingen.

FROST erhielten nie die Aufmerksamkeit, wurden nie in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, die ihnen mit ihren beiden Alben, besonders mit „Talking To God“, eigentlich hätte zu teil werden müssen. Feto Records geben euch mit dieser Zusammenstellung die Gelegenheit – die man sich auch nicht entgehen lassen sollte – zwei, weitgehend unbeachtete Juwele des modernen Black Metals zu entdecken, oder auch neu zu entdecken.

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31.10.2007

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